Study and Travel in Colombia

Mein Auslandssemester in Kolumbien

Mittwoch, 05.01.2011 Sonnenbaden am Pazifikstrand und Vulkanueberquerungen - Unsere Reise durch Nicaragua (Teil 1: Nicaragua bis 01.01.11)

Wie gerade schon erwaehnt, hatte uns dann Brian noch in aller Frueh ueber die Grenzueberquerung nach Nicaragua gebrieft und schon gings in einem alten ausrangierten amerikanischen Schulbus (auf dem auch noch School Bus draufstand :D) Richtung Nicoya und von dort aus nach Liberia, wo wir dann letztendlich in den Bus zur Grenze nehmen konnten.

Dort angekommen gingen wir, wie uns Brian erzaehlt hatte, zuerst zur Costa Ricanischen Behoerde, holten uns den Ausreisestempel und schon marschierten wir wieder mit unseren Backpacks die 2 km durch Niemandsland. Das ist natuerlich tatsachlich nicht Niemandsland, nur die Costa Ricaner haben eben das Grenzhaus relativ weit hinter der Grenze gebaut und so marschierten wir in der brennenden Mittagshitze Richtung nicaraguanisches Grenzhaus. Aber das zu finden war ein bisschen tricky. Wie man das alleine, ohne vorherige GENAUE Angabe und ohne ein Wort Spanisch zu sprechen schaffen kann ist mir fast ein bisschen ein Raetsel. Aber gut, man sieht wie ein gringo aus und man braucht nur den pass hochzuhalten und schon deuten sie einem in die (hoffentlich) richtige Richtung. Schon hier hatte ich eigentlich das Gefuehl, dass die Nicas einfach alle super freundlich sind und einem immer helfen wollen. Vorher hatten wir von diversen Leuten "Schauergeschichten" gehört (nichts ausgeschildert, schwer zu finden, lange Schlangen, viel Leute die einem etwas andrehen wollen) und wir waren auf einiges vorbereitet aber für uns lief eigentlich alles ohne Probleme. Gut, das nichts ausgeschilder war und schwer zu finden war, stimmte auch. Und ds Grenzhaus war im Prinzip nichts weiter als ein umfunktionierter grosser Raum, in dem auf der kurzen Seite eine Schreibtischreihe stand, wo drei Grenzbeamte dahiner sassen. Sehr skurrile Situation, muss ich schon sagen! Wir kamen dann nach relativ kurzer Wartezeit auch dran, nur hatten wir uns natuerlich am Anfang an der langsamsten Schlange angestellt und unser Grenzbeamte war auch nicht der Schnellste... Als er dann meinen Pass genommen hatte und ihn angeschaut hat, hatte er natuerlich gesehen, dass ich ein Visum von Kolumbien hatte. Daraufhin meinte er, ob ich bei der guerilla mitgearbeitet hatte. Wahrscheinlich eine obligatorische Frage und er musste selbst lachen, als er mich gefragt hatte, Ich meinte daraufhin nur so, "Ja klar war ich dabei, inoffiziell versteht sich!" Woraufhin er nur lachte und meinte, ob ich fliehe, was ich wiederum bejahte. Dann lachten sogar die anderen zwei Grenzbeamten daneben, die natuerlich die ganze Situation mitbekommen hatten! Hahaha, das war soo cool, echt!

Durch den ganzen Buerokratiedschungel durchgekaempft, kamen wir auch endlich an unsere Bus hin, der uns nach San Juan del Sur bringen sollte. Mit unserem Gepaeck auf dem Dach geladen, sassen wir auch schon im Bus und schwups, wurden wir auch schon wieder rausgeschmissen. Das sei die Kreuzung, hiess es, wo wir einen anderen Bus nehmen muessten. Der "Busangestellte" deutete nur noch kurz in die Richtung und schon war der Bus auch schon wieder weg, wobei der eine noch mitrennen musste, um auf den Bus aufsteigen zu koennen, haha, eine Schau! Mittlerweile ist uns aber auch das schon wieder gelaeufig und wundern tut uns beim Busfahren mittlerweile nur noch selten was, haha. Aber dazu spaeter ;) Der Bus nach San Juan del Sur kam dann auch noch und schwups, schon waren wir dort und im Hostel angekommen. Das Hostel schien zwar sehr nett, auch San Juan del Sur schien sehr nett, nur leider ist das ein furchtbarer gringo Hangoutspot. Wer surfen will und nur Party, der ist hier genau richtig. Wer auch was von Nicaragua sehen will, der sollte lieber woanders hingehen. Da es dann auch schon relativ spaet am nachmittag war sind wir noch ein bisschen durchs Dorf geschlendert, uns ein paar "Artesanias"-Strassenstaende, also handgemachte Ketten, etc. angeschaut uns mit einer Nica unterhalten, die nur allzu geschwaetzig war, hihi! Aber cool wars! Am naechsten Morgen sind wir dann zum mercado essen gegangen. Schon in Sámara ist uns von Backapckern angeraten worden zum Mercado zum Essen zu gehen. Es ist gutes, regionales Essen und auch preiswert. Am Abend waren wir schon dort zum Abendessen und heute sind wir dann wieder zum Fruehstucken hin. Eigentlich ist der Mercado ein Markt aber es gibt dort auch vier keine Restaurants die alle so ziemlich das gleiche Essen anbieten. Wie wir heute morgen dort ankamen sind auch gleich zwei Bedienungen auf uns zugestürzt und haben sich beide jeweils eine von uns geschnappt und versuchten uns beide zu überreden in ihr jeweiliges Restaurant zu kommen (Restaurant bedeutet ein paar Tische in der Markhalle mit einer abgetrennten Kochecke. Und das vier mal nebeneinander, praktisch identisch. Wir waren ziemlich ratlos wo wir hingegehen sollten. Es gab eigentlich kein Unterschied zwischen den beiden Restaurants und beide Kellnerinnen schienen nett zu sein sodass wir zu keiner nein sagen wollten. Aber nachdem wir zusammen fruehstuecken wollten mussten wir einer ihr Menu zurückgeben und haben ihr aber versprochen dass wir morgen vorbeikommen. Wir haben uns dann einen Strandtag an einem wunderschoenen Strand gemacht, der mich nicht wenig an die Straende in Neuseeland erinnert hat. Ein riesen grosser Sandstrand und wenig Leute da. Naja, obwohl, der Strand wuerde in Neuseeland eher als ueberlaufen gelten, hahahah :D Egal, jedenfalls war fast nichts los und wir sind dann auch ans andere Ende, wo wir tatsaechlich den Strand auch fuer uns alleine hatten, was natuerlich mehr als cool war! Das Busshuttle zurueck nach San Juan war ein Pick-up Truck, vorne konnten sich drei, vier Leute reinsetzen und der Rest kam auf die Lageflaeche die mit Holzbrettern als Sitzflaeche ausgestattet war. Aber es war ein schoener Trip. Die Autofahrt dauerte vlt eine halbe Stunde aber es ist etwas ganz anderes wenn man hinten auf der Landeflaeche sitzt bwz steht und so die tolle, urspruengliche Landschaft in sich aufnhemen kann. Daran koennte ich mich echt gewöhnen, es ist nur ein bisschen staubig. Ein Nica war dabei, der die ganze Gruppe unterhielt. Er hatte zei Jobs, denn er will irgendwann mal reisen, nach Europa wolle er. Er spart schon seit bestimmt 6 Jahren darauf und in ein paar Jahren haette er das Geld, meinte er. Die zwei Kiwis, also die Neuseelaender, die auch dabei waren, fragten dann so, wohin er denn wolle und er meinte daraufhin "Norwegen!" Haha, wie geil! Ich mein, bestimmt super schoenes Land und alles, aber das ist jetzt nicht das erste Land, an das man denkt, wenn man nach Europa will...! Hihi! Die Kiwis waren total verdattert und der Nica meinte dann auch, ok, das sei jetzt nicht die erste Wahl, wenn man ans reisen denkt, aber er wolle da einfach hin. Hihi! Ja, die Situation war dann schon mehr als kurios!! :D

Nachdem wir eigentlich eher etwas nicaraguanischeres erleben wollten, haben wir uns dann (nach einem weiteren leckeren Fruechtefruehstueck im Mercado - natuerlich hat die Bedienung vom Tag zuvor wieder versucht uns in ihren Laden zu locken obwohl sie uns erkannt hatte. Aber diesmal haben wir uns nicht rumkriegen lassen und sind zur Zweiten gegangen!) auf den Weg nach Isla de Ometepe gemacht. Isla de Ometepe liegt mitten in einem riesen Suesswassersee, das eigentlich vom Ufer aussieht wie ein Meer, da man das andere Ufer gar nicht erkennen kann, soweit weg liegt es - ein Oesterreicher, den wir vorher getroffen haben, hat es mal so beschrieben: das ist wie ein riesen Bodensee, nur viel groesser und ohne Touristen. Isla de Ometepe besteht aus zwei Vulkanen, dem Concepcion und Maderas, und es gibt ein paar kleinere "Doerfer", die jedoch aus maximal 3 Haeusern bestehen. Trotzdem die Insel so klein ist und es nur zwei Strassen gibt, mussten wir zwei Busse nehmen, um an den Ort zu kommen, wo wir auch hinwollten... fuer knappe 20 km haben wir aufgrund der schlechten Strassen (das ist DAS Overstatement von 2010 :D die sog. Strassen waren schlechter als Schotterstrassen, da riessige Felsbrocken auf der Strasse lagen, mit grossen Schlagloechern. Sowas sieht man in Deutschland nun wirklich nicht mehr!!!!) Die besten Strassen waren die, die gepflastert waren, ja, ganz richtig gelesen, Pflasterstrassen...!!! Der zweite Bus hat uns dann auch direkt vor unserem Hostel rausgelassen, d.h. vor dem Tor von unserem Hostel. Mehr sahen wir naemlich nicht als wir ausstiegen. Da war ein Schild von unserem Hostel, ein Tor, die Strasse und sonst nur Baeume. Und so sind wir durch das Tor, die Zufahrt des Grundstueckes runter auf der Suchenach der Rezeption um zu fragen ob sie noch ein Plaetzchen freihaben. Reservierungen nehmen sie naemlich nicht entgegen. Aber wir hatten Glueck und es gab noch ein Bett fuer uns. Das Hostel war auch echt cool. Es gab eine Bar/Restaurant mit einem Dorm darueber und dann waren noch ein paar Hueeten ueber das Gelande verteilt mit anderen Dorms oder private rooms und das direkt am See. Von unserem Bett aus konnte man die Wellen hoeren und man fuehlte sich in der Nacht einfach mutterseelenalleine, man hat nur die Grillen zirpen und die Wellen gehoert. Echt geil!!!! Die Leute von dem Hostel waren auch eine Klasse fuer sich. Alles Iren oder Englaender, die ab und an arbeiten, die Betonung liegt auf ab und an. Das heisst sie haben sich um die Gaeste gekuemmert oder gekocht. Den Rest der Zeit haben sie aber in der Bar (ein Haus ohne Waende mit ein paar Tischen und einer Bartheke) Fernseh geschaut, getrunken oderes sich sonst einfach nur gut gehen lassen. Achja, und Fruehstueck und Abendessen gekocht haben sie. Das war aber richtig gut!

Am naechsten Morgen sind wir dann schon in aller Fruehe um 7 Uhr los, um auch sicher wieder vor Einbruch der Dunkelheit zuruec zu sein, um den Vulkan Maderas hinter dem Haus zu besteigen. Maderas ist der kleinere Vulkan der beiden Vulkane und ist auch inaktiv, waehrend der andere, Concepcion, sich immer mal wieder zu Wort meldet... Als wir losgingen nieselte es zwar schon ein bisschen, aber es hoerte kurz darauf auch wieder auf und wir dachten uns noch, dass wir den Tag vielleicht mehr oder weniger trocken ueberstehen koennten. Ich hatte mich natuerlich auch furchtbar geaergert, dass ich ausgerechnet meine Trekkinghose in San Agustin vergessen hatte. Es ging ueber Privatgrundstuecke, Platano- und Kaffeeplantagen  und kurz nac dem Regenwals erreichten wir auch endlich den Regenwald. Schon fing es wieder zu Regnen an, aber es war eigentlich gar nicht so schlimm, weil der meiste Regen von den Blaettern zurueckgehalten wurde. Mittlerweile wurde es steiler und steiler und einen grossen Rest des letzten Streckenabschnittes mussten wir dann auch noch klettern, wo es dann schon anfing interessanter zu werden, hihi ;) Am Gipfel angekommen, war es etwas ernuechternd, weil man weder eine Aussicht, noch sonst irgendwas hatte und wir sind dann zu der Lagune runtergelaufen, wo wir kurz Mittaggegessen haben und dann auch schon wieder weiter sind, weil man kaum 5 Meter weit gesehen hatte, wir von oben bis unten (im wahrsten Sinne des Wortes!!!) mit Schlamm verdreckt waren und es auch sonst ziemlich kalt war. Der Weg runter war dann auch sehr spektakulaer, vor allem deswegen, weil die Pfade, auf denen wir vorher gegangen sind, quasi verschwunden waren - Da es jetzt einfach nur zum Schuetten angefangen hatte,so dass wir innerhalb von 2 Mintuen bis auf die Unterwaesche durchnaesst waren, waren hier mittlerweile kleine (Sturz-)baeche und Wasserfaelle entstanden... Es war einfach nur saugefaehrlich, diese Strecke runterzugehen und waehrend wir am Anfang noch aufpassten, wo wir hintraten, war es uns dann letztendlich nur noch egal, wo wir hintraten, manchmal traten wir eben absichtlich in Wasesrpfuetzen, einfach nur deshalb, weil man dann einen sichereren Tritt hatte und es ja schliesslich eh schon wurscht war. Nass und dreckig war man schon, da spielte das restliche auch keine Rolle mehr!!! Also ich hab ja teilweise nur gehofft, dass da nichts passiert, die Strecke war wirklich super gefaehrlich. Ich war noch nie so froh wieder unten zu sein, wo mittlerweile auch schon die Sonne aus den Wolken spitzte. Die Strecke nochmal gehen wuerde ich jetzt auch nicht... Klar, der Regenwald war schon ganz nett, und Teresa war auch total begeistert, ich fands auch super schoen, aber das brauche ich nun wirklich nicht. Wirklich empfehlen kann man das jetzt auch nicht so ganz... Klar, wir haben ein paar Affen gesehen und unser guide hat uns viel ueber die Pflanzen und so erklaert, aber wenn was passiert waere, waere es die Strecke einfach nicht wert gewesen. Vielleicht bin ich natuerlich auch schon ein bisschen reisemuede, da ich schon laenger in Kolumbien unterwegs war und auch schon in ein paar Waeldern unterwegs war. Ich kann mich noch an meinen ersten Ausflug nach Minca an der Kueste erinnern, ein kleines Bergdofe in der Naehe der Kueste. Da war ich auch so begeistert von dem ganzen Regenwald, aber jetzt fand ich das zwar schon schoen, nicht falsch verstehen, aber jetzt nicht so spektakulaer. Wenigstens wars ein gutes Ausdauertraining und der Muskelkater am naechsten Tag war natuerlich nicht ohne... meine Wunde aus Samara war natuerlich wieder total offen und hat geeitert und den Schmutz unter unseren Zehennaegeln (obwohl wir ja Turnschuhe anhatten!!!) bringen wir bis heute nur kaerglich raus..., hihi ;)

Am naechsten Tag, an Silvester, haben wir uns trotz siemlichem (!!!!) Muskelkater eingebildet, die Insel mit dem Mountainbike unsicher zu machen. . Die erste Zeit war ja noch ok, wir mussten uns nur in der Mittagshitze auf gerade Strecke durch schotterstrassen saemtlicher Art, Schlagloecker und sandige Abschnitte kaempfen, bis wir dann auf die gepflasterte Strasse kamen. Nach einiger Zeit haben wir es uns dann erst mal bei dem ojo de agua bequem gemacht, das ist im Prinzip ein grosser natuerlicher Swimmingpool, der vor allem bei Einheimischen total beliebt ist. Irgendwann sind wir dann wieder losgefahren, um noch einen anderen Teil der Insel auszukundschaften. Wir sind dann die Strasse zurueck und wollten auf die andere Seite der Insel, nur das war auch nicht wirklich ungefaehrlich. Teresa wollte unbedingt weiterfahren, nur ic die Strassen waren so schlecht und ich fand das wirklich super gefaehrlich, ohne Helm, auf super schlechten Strassen und mit quasi nicht funktionierenden Bremsen den Berg RUNTER zu duesen... Ich haette ja nichts gesagt, wenn wenigstens die Bremsen funktioniert haetten, aber so war das nix...! Die Insel selbst ist allerdings einfach super schoen, einfach noch richtig urspruenglich nicaraguanisch!

Am Abend sind wir zu Feier des Tages dann auch in eine Biopizzeria gegangen die dort um die Ecke war. Gluecklicherweise sind wir dort mit einem anderen Hostelbewohner hin der schon mal dort war sonst hätten wir es nie gefunden. So haben wir uns zu dritt mit zwei Taschenlampen bewaffnet auf den Weg zu unserer Pizzeria gemacht. Zuerst mussten wir nur die Strasse runter und die Abzweigung dort fand man auch leicht weil sie sogar mal beleuchtet war. Nach der Abzweigung mussten wir dann aber eine Trampelpfad hinauf vorbei an verschiedenen Hütten in der Ferne ohne jegliche Schilder und alles. Und das alles im Dunkeln nur mit zwei Taschenlampen. Ich bewundere jeden der diese Pizzeria/Hostel ohne "Ortskundigen" findet. Oben meinten auch ein paar andere Gäste das sie an sämtlichen  Hütten auf dem Weg geklopft haetten, um herauszufinden, wo sie hin muessten. Die Pizzeria selbst war aber super gut, mit richtigen echten selbstgemachten Pizzas aus dem hauseigenen Steinofen! Sie wird von ein paar Hippies zusammen mit einem Oekohostel betrieben und es war dort richtig gemuetlich!

Spaeter am Abend sind wir dann zurueck zum Hostel, wo wir mit den Hostelbesitzern und den anderen Hostelgaesten einen gemuetlichen Abend hatten. Ich hab dann einen Nica kennengelernt, der hier als Nachtwaechte angestellt ist und hab mich mit dem unterhalten, dass ich ja echt gerne mal sehen moechte, wie diese lebensgrossen Puppen, die hier ueberall rumstehen verbrannt werden. Das ist in Kolumbien und offensichtlich auch hier ein ueblicher Brauch zu Silvester. Die Puppe aus Stroh ist, wie schon gesagt, lebensgross und man zieht ihr alte Kleidung an, steckt Feuerknaller rein, die dann beim Anzuenden explodieren, und leere Rum- und Alkoholflaschen. Mit dem Verbrennen der Puppe symbolisiert man eben, das alte Jahr zu "verbrennen", also das alte Jahr hinter sich zu lassen und ein neues zu beginnen. Kurzerhand haben wir dann beschlossen, dass wir ja dort raufgehen koennten, uns das schnell angucken koennten und dann wieder zurueck kommen. Gesagt, getan. Es war dann auch sehr interessant zu sehen, wie sie die Puppe verbrannten. An einigen Stellen steckten eben Knaller mit dabei, sodass die Puppe immer wieder laute Knalle beim Abbrennen von sich gab.

Der aber bei weitem interessanteste Teil des Abends war aber fast der, wie wir uns bettfertig gemacht haben. Als wir beim Zähneputzen waren hat sich plötzlich ein Teil des Baumstammes an dem der Spiegel befestigt ist bewegt. Da hatte sich doch tatsächlich eine Schlange um den Stamm gewickelt. Wir waren zuerst schon etwas erschrocken. Es kam aber dann aber zufällig ziemlich schnell ein Nica vorbei der meinte das die Schlange nicht giftig ist. Anscheinend war es eine Baby Redtail Boa (so klein fand ich sie aber nicht, die war bestimmt mindestens 1 Meter) und der Nica trug sie dann zur Bar zurück weil Jack, der eine Hostelmitarbeiter, ein totaler Schlangenfreak und sein Bruder anscheinend auch ziemlich bekannt ist fuer seine Artikel ueber Schlangen in den anscheinend renommiertesten Wildlifezeitschriften, ist. Der war auch sofort begeistert und  hat sie sofort auf die Hand genommen. Das war wie sein kleines Baby, echt krass! Teresa hat sie dann auch mal auf die Hand genommen, ich hab sie eher aus sicherer Distanz betrachtet. ;)

Tja, und so klang das Jahr 2010 aus bzw. begann fuer uns in Nicaragua das Jahr 2011!

Da ich jetzt in 2 Minuten von meinem Computer vertrieben werde, da es hier sowas wie Nachtruhe ab 11 Uhr gibt (!!) und ich jetzt eh schon viel zu viel geschrieben habe und das auch noch ohne Bilde, bezweifle ich eh, dass das jemand lesen wird, bis ich meinen naechsten Eintrag veroeffentliche, hihi ;) Wir sind uebrigens jetzt in Granada in Nicaragua, werden uns morgen aber Richtung Masaya aufmachen, ein kleineres Staedtchen, bis wir uns dann naechste Woche wieder Richtung Costa Rica und Panama aufmachen. Bis dahin sollte es aber ein neueres Update fuer euch geben ;)

Bis dahin, machts gut, auf bald und ein GUTES NEUES wuensch ich euch allen noch :-)

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Mittwoch, 05.01.2011 Von Busfahrten und Krokodilen - Einmal quer durch Costa Rica

Ja, meine Lieben, so, hier bin ich wieder, diesmal bin ich richtig flott mit updaten, was?!? Jaja, da staunt ihr ;)

Am 23. Dezember bin ich dann in aller herrgottsfrueh um 4 Uhr morgens aufgestanden, nur um den Bus um halb 6 Uhr zu erwischen, damit ich rechtzeitig meinen Flug nach San Jose erwische... Also die am Flughafen stressen ja mehr rum, als bei uns daheim... da hatte ich eine Cremedose, in der (wie ich jetzt unbedingt noch erwaehnen muss) gerade nochmal was fuer 2 mal drin war, dann hat er die aufgemacht, wieder zugemacht, wieder aufgemacht, dran gerochen, wieder zugemacht und dann gemeint, ich muesse die Dose wegschmeissen, weil da 50 ml drin waeren. Dann hab ich mit ihm rumdebattiert, dass es erstens mal keine 50 ml mehr sind und zweitens mal. duerfe ich in einem Zipperbeutel ja alles mitnehmen. Ja, dummerweise war die Creme eben nicht in dem Zipperbeutel. Dann musste ich extra nochmal rausrennen, so eine bloede Tuete kaufen und nur, aber nur ausschliesslich extra fuer diese Creme... aaahhh!!!! Ich haette ihn an die Wand batschen koennen...  Im Flugzeug hatte ich gottseidank drei Plaetze fuer mich und konnte mich so bequem ausbreiten :) von oben hat man dann auch teilweise die Ausdehnung von den ganzen Ueberschwemmungen gesehen, die Fluesse waren teilweise kilometerbreit und ganze Doerfer standen unter Wasser, war schon krass. Und ds eben mitten im Dschungel, so richtige Strassen gabs da keine, ich denke, das sind eben hunderte von Kilometern nur Schotterstrassen und Feldwege...

In San Jose in Costa Rica angekommen hat mich auch schon Teresa am Flughafen empfangen und es war so schoen, sie wiederzusehen!!! Wir sind dann erst mal nach San Jose reingefahren und haben Teresas Sachen aus dem Hostel geholt und sind dann ein paar Stunden spaeter auch mit dem Bus weiter Richtung Pazifikkueste um unser Strandweihnachten auch gebuehrend zu feiern ;) Gottseidank hatte sich Teresa schon am Tag zuvor um unser Busticket nach Samara gekuemmert. Da es aber keine Sitzplaetze mehr gab, mussten wir also stehen... 5 Stunden... wir haben uns es dann eben mit alternativen Sitzplaetzen auf dem Boden so bequem wie moeglich gemacht, uns mit ein paar Ticas (so nennen sich hier die Leute aus Costa Rica, nicht zu verwechseln mit den Nicas, den Leuten aus Nicaragua) und nach einiger Zeit wurden der Bus auch immer leerer, so dass wir dann auch irgendwann einen gscheiden Sitzplatz bekamen. Mit kurzen Einschlafpausen und unseren Unterhaltungen verging die Zeit dann auch relativ schnell und wir fragten auch noch, wie weit es denn noch zu fahren sei. "20 Minuten" hiess es dann und wir freuten uns schon auf ein Bett, schliesslich war ich schon lang unterwegs und Teresa kam am Tag zuvor auch nicht gerade frueh ins Bett. Pustekuchen. Ploetzlich bremste der Bus ziemlich scharf ab (es war noch dazu ein mehr oder weniger steiler Berg, den wir gerade herunterfuhren), so dass wir uns an den Vordersitzen abstuetzen mussten und ich wollte gerade noch zu einem "was is denn jetzt los" ansetzen, wobei ich nur bis zu dem "was" kam und schon machte es einen Knall, gleichzeitig wich der Bus leicht nach rechts aus und schon kam der zweite Knall und dann sagte Teresa auch schon "Das war ein Pferd! Wir haben ein Pferd angefahren" So wie die Knaller getan haben hatte es sich tatsaechlich eher nach einem Auto oder aehnlichem angehoert, aber nunja. Wir sind dann aufgestanden und raus und dann sahen wir schon wie die ganze rechtsseitige Frontscheibe kaputt war (gottseidank war das wenigstens Sicherheitsglas, dachte gar nicht, dass die das hier haben - naja, vielleicht auch nur, weil wir hier in Costa Rica sind...) jedenfalls war auch ein kleines Loch drin und links war das Licht und der Blinker kaputt. Wir sind dann vor und sahen das erste Pferd dort liegen, das musste beim Aufprall sofort gestorben sein. Dann gingen ein paar Leute ueber die Strasse und ploetzlich war uns auch klar, dass wir nicht nur ein, sondern gleich 2 Pferde angefahren hatten... es erzaehlten uns dann auch einige Leute im Bus, dass das zweite Pferd noch gelebt haben muss, da es noch weitergerannt ist und dann im Strassengraben umgekippt und dann erst gestorben ist. Die Sache stellte sich dann so dar, dass insgesamt drei Pferde auf der Strasse herumliefen, der Fahrer wollte dem zweiten Pferd ausweichen, dann kam das erste Pferd ihm in den Weg und so fuhr er zuerst das erste an, das gleich starb und dann erst das zweite, das dahin vegetierte und dann erst starb... Das dritte Pferd lief dann natuerlich voellig aufgescheucht und wiehernd durch die Gegend, bis es dann den Berg, auf der Strasse hinauflaufend, in der Dunkelheit verschwand. Wir mussten dann natuerlich warten, bis die Polizei kam und haben uns derweil mit ein paar Ticas unterhalten, was auch ganz nett war und so die Zeit etwas schneller verging. Wir warteten bestimmt eine halbe Stunde, bis wir denn mal fragten, wo denn die Polizei bliebe. Daraufhin meinte einer der Ticas nur, das die Polizei erst mit dem Roller kaeme und das koenne schon eine Weile dauern. Ganz abgesehen davon, dass die wahrscheinlich jetzt erst losfuhren. Wir dachten zuerst noch, dass dies ein Scherz sei und haben noch fleissig mitgescherzt, von wegen, sie muesse wahrscheinlich zuerst noch das Abendessen fertig essen. Nach sage und schreibe einer weiteren vollen Stunde, also nach 1 1/2 Stunden kam dann auch irgendwann mal die Polizei - mit dem Roller!!!! Ja, war wohl kein Scherz... Irgendwann ist dann auch ein Polizist mit einem und mitsamt dessen Gepaeck weggefahren und der andere Polizist blieb derweil auch da. Zurueck kam der mit seinem Roller dann erst nach ca 20 min. Wir haben uns derweil weiter mit den paar Ticas unterhalten (eine bunt gemischte Truppe im Alter von 16 - 50 Jahren, hihi!), bis einer dann meinte, wir haetten doch einen Taxifahrer unter uns (der Freund des einen Maedels hatte ein Auto dabei, da sie ihn angerufen hatte, ihn abzuholen) und wir koennten uns doch somit ein Taxi leisten, er wuerde uns auch sogar vorm Hostel abliefern. Wir liessen uns nicht lange bitte und die umgerechnet 1.50 Euro waren es uns dann auch wert...! Teresa fand das dann komisch, wieso sich jemand zunaechst so lange mit einem unterhielt, und dann ploetzlich auf die Idee kommt, wir koennten uns ja ein Taxi nehmen. Ich fand das jetzt nicht so komisch, aber mir faellt eh immer oefter auf, was fuer mich schon so normal scheint, aber fuer Teresa vollkommenes Neuland. Krass, dass ich vor einem halben Jahr auch alles so neu fuer mich war, mittlerweile kommen mir solche Sachen einfach so vertraut vor, wie wenn ich sie nie anders gekannt haette. Jedenfalls stiegen wir dann zu sechst -vor den Augen des Polizisten, der uns sogar noch dabei beobachtet hatte- in das Auto ein und fuhren Richtung Samara. Endlich am Hostel angekommen, hat uns dann ein anderer Hostelbewohner das Tor aufgesperrt und gemeint, ob wir hier heute Nacht wohnen. Wir natuerlich so nur Ja klar, wir haetten hier reserviert. Da meinte er nur so, "Achso, stimmt, Bambi wollte euch ja abholen"  Wir haben im Prinzip nur Bahnhof verstanden, vor allem ich, da Teresa auch alles organisiert hatte. Ich dachte dann schon, die wird sich schon auskennen, aber wie sich spaeter herausstellte, hatte sie auch keine AHnung, was los war. Jedenfalls haette Bambi vor einer halben Stunde angerufen und gemeint, er ist jetzt daheim, weil wir an der besagten Bushaltestelle, an der er uns eigentlich abholen wollte, nie ein Bus vorbeigefahren ist. Ja, war ja auch klar, der Bus stand schliesslich immer noch, aber davon wussten die ja nichts. Schliesslich kamen noch ein paar andere dazu, die hier regelmaessig ihre Weihnachtsferien verbringen und suchten vergebens Telefonnummern, die funktionierten, gab es irgendwie aber auch nicht wirklich. Dann kamen sie drauf, wie Bambi uns eigentlich abholen wollte, denn Bambi hatte weder ein Auto, noch konnte er Autofahren... Naja, da es mittlerweile halb 1 Uhr nachts war, haben sie uns einfach ein paar Bettbezuege in die Hand gedrueckt und wir sind einfach nur todmuede ins Bett gefallen...

 Am naechsten Tag sind wir dann aufgestanden und haben erst mal gefruehstueckt. Das Hostel, "Casa Brian" war einfach nur super gemuetlich. Der Besitzer, Brian, ist eigentlich ein Kanadier, der hier aber schon seit mehreren Jahren hier lebt und das Hostel betreibt. Fruehstueck gibt´s jeden Tag und am Wochenende und Feiertags gibts leckere Bananenpancakes :) mhmmm, lecker, lecker :) Diesmal gabs allerdings normales Fruehstueck, mit Toast und selbstgemachter Marmelade und gallopinto (Reis mit Bohnen) Hier erfuhren wir dann auch, wie sich die Situation wirklich zugetragen hatte... Teresa hatte mit Bambi telefoniert und Bambi hatte Teresa eine falsche Ausstieg, aus dem Bus gesagt (das heisst, ob wir, wenn wir den Unfall nicht gehabt haetten richtig ausgestiegen waere, waere eh die andere Frage gewesen...) Brian hatte mit Bambi dann an einer anderen Bushalte gewartet und das nicht zu wenig. Bis um 1 Uhr standen sie anscheinend da, nur der Bus kam nie vorbei (zur Info: eigentlich haetten wir um 10 Uhr ankommen sollen...) und wir natuerlich auch nicht, so dass sie dann nach 3 Stunden vergebenden Wartens heimgegangen sind. Wir haben uns tausend mal entschuldigt aber Brian meinte es wäre nicht unsere Schuld sondern läge eher daran dass Bambi uns die falsche Haltestelle zum Austeigen gesagt hätte. Ansonsten wäre das sowieso alles kein Problem gewesen. Bambi hätte uns auch am Telefon sagen sollen dass es nur zwei Betten für drei Nächte gebe. Nachdem  er das aber nicht gemacht hat sollen wir uns in Ruhe überlegen wie lange wir bleiben wollen und im Notfall könnten wir auch in seinem Haus auf der anderen Strassenecke bleiben so lange im Hostel nichts frei ist. Hallooo, wie cool ist das denn bitteschoen???

Nach dem Fruehstueck sind wir dann ersteinmal über den Strand, wo wir zunaechst natuerlich noch Weihnachtsphotoshooting gemacht hatten, zum "Dorfzentrum" und haben dort ein Internetcafe gesucht um zu Hause anzurufen und frohe Weihnachten zu wünschen. Es war ja Heiligabend und auch wenn es in Costa Rica später Vormittag war und um die 30 Grad hatte waren doch unserer Familien zu Hause schon mit der Bescherung beschäftigt ;)

Danach haben wir uns aufgemacht den Strand zu suchen, von dem alle so geschwaermt haben, dass er so schoen sei, jedoch etwas abgelegen und somit begingen wir uns auf die Suche. Zuerst mal liefen wir den ganzen Strand runter und runter und dann hiess es links den Feldweg, dann die Strasse etx etc. Eventually kamen wir dort auch an, nur der Strand war uebersaeht von Krabben, die natuerlich normalerweise nichts machen, nur so nahe kommen mag ich ihnen jetzt auch nicht... Anyway. Wir hatten dann den Weg zurueck unterschaetzt, dass es doch etwas lang ist und kamen natuerlich nicht vor Einbruch der Dunkelheit zurueck, sondern gingen mitten IN der Dunkelheit zurueck. Das war dann auch recht abenteuerlich. Nachdem ich mir den kompletten rechten kleinen Zeh aufgerissen hatte und Teresa in der Dunkelheit ihren FlipFlop verloren hatte, weil die Welle zu schnell kam und den Schuh dann ins Meer spuelte. Natuerlich hatten wir auch kein Licht dabei, war klar... Jedenfalls war auch das kleine Baechlein, den wir vorher knoecheltief ueberquert hatten aufgrund der Flut ziemlich angestiegen, so dass wir uns erst mal bis auf unsere Badesachen mal wieder auszogen und dann einen Durchgang suchten. Den fanden wir dann auch, das Wasser ging uns dann nur bis zur Brust... Ich meinte noch so im Scherz, was machen wir denn jetzt, wenn ploetzlich ein Hai oder sowas aehnliches kommt, das in seichten Gewaessern ist. Wir ueberstanden aber alles gut und fanden dann irgendwie, irgendwann (hihi) auch den Weg zum Hostel und der Weg am Strand war etwas beschwerlich, da zu viele grobe Steine rumlagen. Naja, quasi eine Fussreflexzonenmassage, nur etwas grob eben... ;)

Am Abend haben wir dann auch endlich mal den besagten Bambi getroffen, der uns gleich kurzerhand zu sich und seinen Freunden zum Weihnachtsessen einlud. Wir sind dann ein paar Strassen weiter und da waren die meisten seiner Freunde schon fleissig am BBQ grillen und essen. Als ticanische Spezialitaet gab es Iguana. Gut, dass wir vorher nicht wussten, was das ist, sonst haetten wir es wahrscheinlich nicht gegessen. Es war aber gut, sehr zart, ein bisschen so wie Huehnchen. Iguana ist uebrigens hier eine Art Rieseneidechse. und diese Riesentierchen sind nicht mal dumm. Und eigentlich auch super niedlich!!!! Naja. Bei der Gelegenheit haben wir auch erfahren dass es in Sámara anscheinend Krokodile gibt. Zuerst dachten wir ja dass das ein typischer Touristenscherz ist, dann wurde uns aber glaubhaft versichert das die in den zwei kleinen Fluessen hier leben (genaur gesagt 11 Stueck) und natürlich auch in dem den wir im Dunkeln überquert haben, haha :-) Brian hat das später bestätigt, meinte aber auch das er noch nie gehört hatte das irgendjemand was passiert wäre, aber "angreifen" sprich ihnen ungebührlich näher kommen sollten man ihnen natürlich nicht. Da ist uns dann rueckblickend doch etwas mulmig geworden mit unser Flussueberquerung. Nach dem BBQ haben wir unseren Heiligabend dann noch am am Strand mit anderen Hostelbesuchern bei Lagerfeuer und ein paar Weihnachtsliedern ausklingen lassen. Trotz unserer einen Strophe Stille Nacht, die wir dann als kroenenden Schluss gesungen haben, hat es sich nicht wirklich wie Weihnachten angefuehlt, im Prinzip wars aber trotzdem einfach super schoen!

Die naechsten zwei Tage vergingen wie im Flug, hauptsaechlich waren wir am oertlichen Strand in der Sonne bzw. im Schatten gelegen und abends waren wir auch mal aus. Das Weggehen hier fand ich aber nicht so schoen wie in Kolumbien, wo es einfach viel lebhafter ist und keiner wirklich still sitzen kann, wenn Musik laeuft. In Costa Rica merkt man einfach eben doch den Gringoeinfluss (sprich, den Einfluss der Nordamerikaner, die hier in Scharen rumlaufen... ;) Ich sag dann schon immer, wenn zu mir jemand "gringa" sagt "No, no, soy alemana" (Nein, nein, ich bin Deutsche), dann lachen sie meistens nur und unterhalten sich mit dir und wenn sie dann merken, dass man Spanisch kann, ist man eh der Held, hihi, das ist schon lustig! Jedenfalls, hatten Teresa und ich beschlossen nach Nicaragua weiterzufahren, um dort auch SIlverster zu verbringen. Ausserdem ist zwar das Hostel superschoen, leider uebersteigt das auch ein bisschen unser Reisebudget... Am letzten Abend, am 26. Dezember, gab es auch noch ein gemeinsames Dinner, zu dem alle Hostelbewohner und Freunde von Brian eingeladen wurden. So gab es eine bunte Mischung aller Altersgruppen von 5 bis 75 Jahren, und zu spaeterer Stunde bekam dann auch jeder irgendein Musikinstrument in die Hand gedrueckt, die im Prinzip aus umfunktionierten Kuechengeraeten bestanden. Es gab auch drei Gitarristen, von denen einer so RICHTIG, richtig gut Gitarre spielen konnte und dazu konnte er einfach super singen, einfahc nur Hammer!!! Und die Auswahl an Liedern, die er zur Hand hatte, war beeindruckend...!!!

Der Abend verging natuerlich leider fiel zu schnell und schon fanden wir uns am naechsten Morgen wieder beim fruehstuecken wieder, um uns von Brian den Grenzuebergang nach Nicaragua erklaeren zu lassen.

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Dienstag, 04.01.2011 Reise-Vorweihnachts(?)-Zeit und andere Erlebnisse - final part :)

So, jetzt folgt Teil 3 meiner Reise in Kolumbien... bin gerade in Granada/nicaragua in einem Hostel wo es umsonst Internetanschluss gibt und 10 min kostenlos anrufen - jeden Tag, ausser nach Daenemark und den Rest von Mittelamerika... wieso eigentlich Daenemark nicht, weiss hier auch keiner, haha! :)

 

Ja, also, wie gesagt, diese hospedaje war schon ziemlich cool! Ich hab mich dann gleich auf den Weg gemacht um die Gegend zu erkunden. Ich glaube, ich habe ja schon gesagt, dass Tierradentro (sehr) bekannt ist fuer seine archaeologischen indigenen Gruften. In diesen Gruften haben damals die Menschen vor ewigen Jahrhunderten vor Christus ihre Toten beerdigt. Gefunden hat man das erst vor ca 70 Jahren, und das dazu noch von einem deutschen Archaeologen!! :) In den Gruften sieht man jetzt nicht mehr so viel, ausser die teilweise buntbemalten Waenden und Gravuren, das war schon irgendwie cool! Hat mich auch sehr an die Steinmalereien von den Maoris in Neuseeland erinnert. Krass fand ich auch, dass die nicht nur ihre Toten beerdigt haben, sondern -da sie den Tod nicht wirklich fuerchteten- haben sie sich auch lebendig begraben lassen. Das hat man an den mumifizierten Menschen erkannt, die man in den Gruften gefunden hat und die in den verschiedensten Koerperhaltungen (also Angsthaltungen, oder wie man das auch immer sagt) zu finden waren. Naja, jedenfalls, musste ich mich ja erst mal registrieren in diesem National Park, damit ich ueberhaupt rein durfte und da sah ich, dass ich an diesem Tag die einzige Touristin war (ok, zwei Kolumbianer waren anscheinend noch unterwegs) und auch am Tag zovor war kein Tourist eingetragen, was hiess, dass ich in diesem 300 seelen-oertchen die einzige Touristin weit und breit und wahrscheinich auch die einzige im Umkreis von 200 km war :D schon sehr geil! Ich hab dann auch gleich die Wanderung zu den gruften gemacht, die auf den Bergen lagen. Da ich nur noch 1 1/2 Stunden Zeit hatte bis der Nationalpark zumachte, bin ich ziemlich schnell gegangen und als ich dann oben an der ersten Station ankam meinten sie nur so, sie haetten mich nicht vor einer halben Stunde erwartet, aber sie werden gleich alles aufsperren, damit ich mir alles ansehen kann - hahaha, soo genial :D naja, ich hab mir dann dort alles angeschaut, bin dann zur naechsten Station rauf, wo der schon mehr vorbereitet war und nebenbei mit seinem Kumpel telefoniert hat. Puenktlich, wo ich natuerlich weitergehen wollte hat er dann aufgelegt und wir haben uns dann noch ein bisschen unterhalten, wo ich mir dann einen Pferdetrek fuer den naechsten Morgen hab aufschwatzen lassen - hihi! :) Dann hat´s natuerlich mal wieder zum regnen angefangen und bin dann noch zur naechsten Station weiter, dann durch das kleine Dorf zurueck zu meiner hospedaje wo natuerlich schon der naechste Saft auf mich gewartet hat - um nicht krank zu werden, weil ich triefend nass zurueck kam, einfach total putzig!! Da es dort nicht wirklich viel zu tun gab, und ich ja ausserdem schon am naechsten Tag wieder weiter wollte, aber am morgen dann noch die Trekkingtour machen wollte, bin ich glaub ich schon um halb 7 uhr ins Bett - hahaha :D Naja, bin ja auch schon frueh aufgestanden, um halb 6 Uhr in der frueh :)

Am naechsten Morgen bin ich dann abgeholt worden und wir sind mit den Pferden auf knapp 2000 meter Hoehe gegangen :) Wow, das war schon ziemlich cool! Gut, Tierradentro liegt natuerlich auch hoch, aber dann das Gefuehl, mit dem Pferd auf dem Grat ganz oben entlang zu gehen und links und rechts neben dir geht es einfach nur steil runter - das war schon geil! Mit dem Kopf in den Wolken - woow! Leider war es auf der einen Seite ziemlich bewoelkt so dass man da eher nichts gesehen hat, aber dafuer war die Sicht auf der anderen Seite besser ;) Die Gruften da oben waren eigentlich nicht so interessant, vor allem, weil die meisten durch ein Erdbeben vor einigen Jahren verschuettet bzw. eingestuerzt waren. Eigentlich sehr schade, aber nun ja, leider ist das so.

Am Mittag bin ich dann auch weiter Richtung San Agustin. Das war auch wieder eine Busfahrt... Gottseidank war die Strasse nicht mehr allzu schlecht wie am Tag zuvor, allerdings waren auf der Strecke viele Bauarbeiten, weil sie die Strasse teilweise befestigen wollten. Dafuer hatten sie aber ganz schoen viel links und rechts weggesprengt, was zur Folge hatte, dass es teilweise ziemlich viele Ueberhange zur Strasse hin gab, und da wir oefter mal stehen und warten mussten, damit die Baugeraete von der Strasse geraeumt werden, damit die Autos wieder vorbeifahren konnten, da dachte ich mir manchmal schon, also wenn da jetzt was runterkommt...

Nach zwei Mal umsteigen sass ich dann auch letztendlich endlich in dem Bus nach San Agustin und der letzte Teil der Busfahrt war auch ziemlich lustig, da zwei kleine Maedels mich dann unterhalten haben und saemtliche Sachen ueber mich und ueber Deutschland wissen wollten! Mensch, die waren so suess, so aufgeweckt und so neugierig, und einfach so putzig!!! :) Ich find´s cool, wenn Kinder einfach so unvoreingenommen sind und wer weiss, vielleicht hab ich ja irgendwas bewirkt, dass sie Auslaendern bzw. Deutschen mal nie skeptisch gegenueber stehen ;) aber das sind die Kolumbianer eigentlich ja sowieso nie, insofern ;) aber das war echt cool und wieviel die auch geredet haben, hihi! und dann haben sie wieder gekichert und getuschelt und mich wieder irgendwas gefragt, etc. so ging das dann die letzten 2 Stunden, da war die Busfahrt schon gleich nicht mehr so langweilig, hihi ;)

Mitten in der Nacht bin ich dann auch endlich in San Agustin angekommen und hab mir ein Taxi zum Hostel genommen, wo ich hin wollte - auch auf Empfehlung von einem, den ich auf meiner Reise getroffen habe. Laege etwas ausserhalb von San Agustin, ich solle unbedingt ein Taxi nehmen, hat er gesagt, da es in letzter Zeit auf dem Weg dorthin einige Ueberfaelle gegeben haette. Manche Taxis wuerden nicht den ganzen Weg rauffahren, weil die Auffahrt so schlecht sei, deswegen wuerden mich manche unten rauslassen, aber das solle ich auf keinen Fall machen und mich vorher erkundigen, ob die Taxis rauffahren oder nicht. Gesagt, getan. Ich frag vorher noch schoen, ob der Taxifahrer die Auffahrt rauffahren wolle, und er meinte zu mir noch, jaja, klar, das schaffe man ja locker mit dem Auto, etc. Nunja, als ich dann die Auffahrt gesehen habe, war mir auch klar, warum einige Autos nicht rauffahren, einfach deswegen, weil die es gar nicht raufschaffen, mit ihren Autos, weil die Auffahrt einfach super steil ist... Der Taxifahrer hat vorher sogar noch aufs Gas gedrueckt, dass er raufkommt, aber mitten im Berg sind wir dann stehengeblieben... Ich meinte dann, wir koennten ja nochmal rueckwaerts runterrollen, nochmals Anlauf nehmen und nochmal einen Versuch starten, aber der hat´s Autofahren glaub ich auch nie gelernt... irgendwann standen wir dann schraeg da, mit dem einen Reifen knapp am Abgrund, wo er dann gemeint hatte, ich solle doch mal aussteigen und das Auto anschieben...Ja gut, das hat auch nicht wirklich funktioniert, so dass ich ihm dann angeboten habe, ich koennte ja mal versuchen, ob ich das Auto rueckwaerts den Berg runterrollen lassen koenne, da er sich nicht getraut hatte, woraufhin er irgendeinen Kommentar gemurmelt hat, den ich aber nicht verstanden hatte, vielleicht auch ganz gut so, somit habe ich mich wenigstens nicht weiter geaergert... ;) Nach 10 minuten hatte er es dann immer noch nicht geschafft das Auto nach unten zu bringen, aber wenigstens standen wir nicht mehr mit dem Hinterreifen am Abgrund... nach weiteren 5 Minuten meinte er dann, ich solle jetzt halt den Berg hochlaufen, waere ja nicht mehr so weit, es wuerde mich jemand oben abholen. Da oben, ob ich nicht die Lichter sehe? Ich hab NICHTS gesehen, nur Dunkelheit. Ich hab mich dann geweigert und gemeint, er solle jetzt wenigstens mitkommen, wo er meinte, er koenne das Taxi nicht so lange alleine lassen. Aber anstattdessen, dass er es abgesperrt haette und mit ganz rauf gekommen waere, hat er meinen Rucksack rausgeholt und ihn mir ein Stueck weit mit hochgetragen. dann hat er mich wieder gefragt, ob ich nicht die Lichter sehe. Ich hab immer noch nichts gesehen. Ja, er muesse jetzt umdrehen, er koenne sein Taxi nicht so lange allein lassen. Ich hab dann darauf bestanden, dass er wenigstens da stehen bleiben solle und mir so lange nachsehen solle, bis ich oben bin. Hat er gemeint, macht er. Ja, ich bin dann raufmarschiert und als ich mich dann auf der Einfahrt umgedreht hatte, stand da natuerlich niemand mehr und auch am Eingang der Einfahrt stand niemand und es waren bestimmt noch 200 meter bis zum Haus... na super, da stand ich nun, alleine in halber Wildniss und ich muss sagen, mir war schon etwas mulmig, vor allem, da ich eben auch von vielen gehoert hatte, dass es in der letzten Zeit eben viele Ueberfaelle gegeben hatte... letzten Endes kam ich dann aber gottseidank unversehrt zum Haus und ausser den Travellern war da auch niemand vom Hostel, der dort auf mich haette warten koennen, na super... Irgendwann kam ich dann gottseidank endlich an, war auf meinem Zimmer und ueberraschenderweise hab ich dann auch einen anderen Deutschen getroffen, der schon in Medellin im gleichen Hostel war! Hihi, war das witzig!!!

Am naechsten Tag hab ich mir auch gleich mal eine Pferdetour aufschwatzen lassen und ich muss sagen, das war super!!!!!!! Nur ich und der guide und natuerlich die Pferde, das war super! Viele gehen in einer Gruppe von 7 oder 8 Leuten, zahlen natuerlich nur die Haelfte, aber das ist natuerlich dann nur halb so spassig! Und die Umgebung und die Landschaft ist natuerlich phantastisch - gelegen in den zwei Gebirgszuegen (dem mittleren und dem oestlichen) der Anden, getrennt vom Rio Magdalena, dem wichtigsten Fluss Kolumbiens, da dieser durch ganz Kolumbien laeuft und viele departamentos durchquert - einfach super! (Wer es noch nicht wusste: Die Anden laufen in Kolumbien in 3 Gebirgszuegen aus, dem westlichen, mittleren und dem oestlichen) Da San Agustin auch fuer seine archaeologischen Funde bekannt ist, gibt´s natuerlich einiges zu sehen. Dort ist es aber nicht so wie in Tierradentro, wo man eher die Gruften ansehen kann, sondern eher die Statuen, die die Menschen damals fuer ihre "hochrangigen Personen" gemacht hatten. Die Statuen sind teilweise ziemlich skurril und man weiss nicht, wie die Leute damals auf sowas kamen, zum Beispiel zeigt eine Statue einen Elefanten, nur komischerweise gab und gibt es keine Elefanten in Kolumbien... oder Gorillas, nur gibt es die auch nicht. Auch vermutet man, dass bis jetzt nur 10% dieser Statuen gefunden wurden und die restlichen 90% weiter unendeckt oder wahrscheinlich auch teilweise von Grabraeubern, den sog. guaqueros, zerstoert wurden. Wie gesagt, um diese damalige alte Kultur weiss man nicht wirklich viel, womit es das Ganze eigentlich ziemlich spannend macht, selbst fuer archaelogische Laien wie mich ;) Der Ritt mit dem Pferden und gleichzeitig die "Erkundung" von den Statuen war einfach nur super und mein Pferd war einfach phantastisch!! Das wollte immer galoppieren, auch wenn es nicht mehr konnte, zwei Schritte Schritt und los gings wieder im Galopp - gekonnt hat´s nicht mehr, aber galoppieren wollte er, hihi ;) Das war schon lustig, mein kleiner El Paso ;) Ich hab uebrigens erfahren, dass es immer wieder Leute gibt, die sich in San Agustin Pferde kaufen und dann per Pferd die Grenze nach Ecuador ueberqueren - das waer definitiv was fuer mich :) nur leider fehlt mir dazu die Zeit... ;) Am Nachmittag hat er mich dann bei dem archaeologischen Park und Museum abgeliefert, wo es dann so zum Schuetten angefangen hat, dass ich dazu eigentlich auch keinen Bock hatte... stattdessen hab ich mich draussen hingehockt und schon kam einer her, der wollte mir gleich eine Motorradtour fuer den naechsten Tag andrehen. Ich meinte dann, dazu haette ich eigentlich keine Lust, aber ich wuerde darueber nachdenken (was ich natuerlich nicht tun wollte!) Am Abend hab ich dann ein paar Deutsche getroffen, mit denen ich mich dann ewigst lang unterhalten hatte, das war echt super. Die sind dann irgendwann ins Bett und das Maedel und ich, wir haben noch ewig lang weiter geratscht. Sie war auch fuer ein Jahr in Kolumbien, mit dem sog. Weltwaertsprogramm. Eigentlich ist sie ja Physiotherapeutin, aber hat sich jetzt ein Jahr eine Auszeit genommen. Wir haben uns einfach super gut verstanden und ich konnte mich seit langem mal wieder bzw. eigentlich zum ersten Mal richtig mit jemandem ueber unsere Erfahrungen in Kolumbien unterhalten. Das war einfach echt schoen! Und unser Salsaausgehtermin in Muenchen und/oder Regensburg steht auch schon, hihi ;)

Ich bin dann zwei Tage spaeter nochmal ausgeritten und zwar kam das so, dass ich dann am naechsten Tag in den archaeologischen Park bin und am Ausgang wieder den Kolumbianer vom Vortrag getroffen hatte, den mit der Motorradtour. Er meinte dann, ob ich jetzt morgen mitkommen wollte, auf die Motorradtour, woraufhin ich nur meinte, dass ich lieber nochmal ausreiten wollte. Kein Problem, meinte er nur, er hat Pferde, lass uns doch ausreiten. Ich hab mich natuerlich nicht lange bitten lassen und der Ausritt war wirklich suuuper schoen! Mein Pferd war zwar etwas faul, aber wenn das andere Pferd losgaloppiert ist, ist er ploetzlich auch abgegangen nur allein vorgaloppieren -neeee, das wollte er nicht so wirklich, hihi ;) Es war dann so cool, wir sind auf eine kleine Finca von einem Freund von ihm geritten und auf dem riesen Grundstueck von ihm gab´s einen kleinen Wasserfall, zu dem wir dann runter sind. Leider war das Wasser zum Baden einfach nur furchtbar kalt ;) Das coolste war dann wohl, dass er mich dann noch zum Schluss zu seiner Familie mitgenommen hatte. Das war ja sooo suess!!!! Die fanden das alle so toll, dass ich da als Deutsche sie besuchen komm, haben dann gleich Saft und was zum Essen vorbereitet und mir vorgesetzt, hihi, mei, war das suess!! ;)

Wieder zurueck in San Agustin wollte ich dann meine Busfahrkarte kaufen, aber wenn das so einfach gewesen waere... bis die gecheckt hat, was ich gewollt habe, war´s auch schon Mitternacht... also die Schnellsten sind die hier auch nicht... ich wollte naemlich noch Freunde in Girardot besuchen, die dort mittlerweile in ihrem Internado, also in ihrem praktischen Jahr sind und da es quasi auf meinem Weg nach Medellin liegt, von wo aus ich ja am 23. Dezember nach Costa Rica fliege. Da hat sie aber gemeint, dass es nicht gehe, da der Bus ja da gar nicht durchgehe, etc. etc. etc., obwohl es nur die eine Strecke gab, die durch Girardot nach Bogota ging... ich habs dann anders versucht, dann meinte sie, dass sei dann aber teurer, woraufhin ich meinte, kann ja wohl nicht sein, dass es teurer ist wie der Bus nach Bogota, obwohl die Strecke ja kuerzer ist, ausserdem haette der andere Auslaender, den ich vom Hostel her kenne, fuer die Strecke nach Bogota ja auch weniger gezahlt. Daraufhin meinte sie nur so, jaja, der Bus um die Uhrzeit ist ja auch billiger, als um die Uhrzeit, wann ich den nehmen wollte, woraufhin ich nur meinte, ob sie glaube, dass ich wirklich so bloed bin, vor allem, da sie gerade eben einem kolumbianischen Paerchen die Busfahrt nach Bogota um die gleiche Uhrzeit wie ich es wollte fuer nochmal billiger verkauft hat. Irgendwie hat sie dann gecheckt, dass das dann doch wohl ein bisschen sehr bloed von ihr war und letzten Endes hat sie mir dann die Busfahrt nach Neiva verkauft. Neiva liegt auf halber Strecke nach Bogota und von dort wollte ich einen Bus nach Girardot nehmen.

Die ganze Nacht war dann eine ziemlich Odyssee... Ich bin dann abends mit einem Deutschen, Christian, (den ich zufaellig auch von der Uni her kenne, der zwar nicht mit mir Medizin studiert hatte, aber mit mir im Austauschprogram war und zufaellig zur gleichen Zeit in San Agustin war) mit dem Bus zunaechst in Pitalito und dann nach Neiva gefahren. Auf der Fahrt nach Pitalito ist mir dann eingefallen, dass ich meine Trekkinghose in San Agustin vergessen hatte und wollte dann einfach mit dem naechsten Bus, der in ein paar stunden gekommen waere, Richtung Neiva weiterfahren. Ich bin dann ausgestiegen und hab gemeint, ob sie mal schauen koennten, ob da noch ein Platz frei ist, aber der hat einfach nur Nein gesagt. Ich meinte dann so, das koenne er doch gar nicht so einfach wissen, ob er nicht mal nochmal nachschauen koennte. Dann hat er nur bloed rumgelabert und ich hab gemeint, ob er mir nicht ein bisschen entgegenkommen koenne, hab ihm angeboten ich zahl einen Aufpreis, etc. Nichts, der war so unkooperativ und ich war einfach nur noch sauer. Zum Schluss ist er dann einfach weggegangen und das wars dann. Ich hab mich so geaergert, echt!! Meistens sind die Kolumbianer so nett und hilfsbereit, nur der war einfach so ein Depp, echt! ich hab dann im Hostel angerufen und die meinten dann, sie koennten sie ja irgendwohin schicken, nur das Problem war halt, dass ich  nur noch ein paar Tage im Land war, bevor es ab nach Costa Rica ging... Das Ende vom Lied war dann, dass ich mir dachte, dass ich eh nochmal mit Teresa herwollte und somit die Hose dann dort abholen koennte. Dumm nur, dass Teresa und ich eben vorhatten Vulkantrekking zu machen und wo koennte man die Hose besser brauchen als dort... Naja, wird´s eben wieder die Jeans... Im Bus ging´s dann weiter mit der Stresserei, weil sie meinten, ich saesse auf dem falschen Platz. Die Sache war naemlich die, dass Christian und ich uns zusammen gehockt hatten, um noch ein bisschen zu ratschen. Da sich auf den Platz neben Christian eben niemand gehockt hatte, hab ich mich halt vorgehockt neben ihn. Dann kam so eine Tussi vom Busunternehmen und meinte, ich solle doch jetzt kooperieren und mich auf meinen Platz hocken, das ginge ja gar nicht, dass ich hier sitze. Da ich meine Kaputze von meinem Pulli weit ins Gesicht gezogen hatte, weil die Klimaanlage mal wieder so kalt eingestellt war, hat sie wahrscheinlich gemeint, ich schlafe, oder so. JEdenfalls hat sich dann Christian umgedreht und gemeint, auf meinem Platz saesse doch eh niemand und den Platz hat bis jetzt ja noch niemand in Anspruch genommen, dann sei es doch egal, wo ich sitze. Nein, meinte sie dann, das waere nicht egal und ich solle doch jetzt endlich mich umsetzen. Christian meinte dann, solange niemand kommt koenne ich ja hier weiterschlafen und wenn jemand kommt, kann ich mich ja immer noch umsetzen. Recht war ihr das nicht, aber irgendwann ist sie dann doch abgedampft. Bloede Tussi, echt! Da sind die Kolumbianer immer so unkompliziert und alles geht irgendwie nur da ist es dann komischerweise nicht mehr egal... also echt schlimm...!!! Und bis ich in Neiva ausgestiegen bin kam natuerlich auch keiner mehr...

Ich bin dann bis Neiva gefahren, wo ich um Mitternacht im Terminal angekommen bin und dann mit dem Bus um 5 Uhr weitergefahren bin bis nach El Espinal, wo ich dann nochmal in den Bus nach Girardot umsteigen musste... Die Nacht im Terminal war dann echt scheisse, man kann nicht schlafen, weil man ja staendig auf sein Zeug aufpassen muss, aber gleichzeitig ist man super muede und... ploetzlich kraeht ein Hahn! WHAT??? Ja, ihr habt schon richtig gelesen! Um 4 Uhr in der Frueh kraehte ploetzlich ein Hahn neben mir. Zuerst dachte ich mir, ich hab mir das eingebildet, bis ich nochmal hingehoert habe und da war doch tatsaechlich in einem Kartoffelsack neben mir ein Hahn, der eben gemaess seiner inneren Uhr um 4 oder halb 5 uhr gekraeht hatte...! hahaha, echt krass!!! :)

Irgendwann kam ich dann endlich auch in Girardot an, wo´s zum ersten mal seit langem auch mal wieder so richtig schoen heiss war! Am Abend habe ich mich dann mit ein paar Freunden getroffen und das war einfach richtig cool! Ich bin zum Krankenhaus gefahren, um sie dort abzuholen und dann kam Julian zufaellig vorbei, hat mich gesehen und dann gleich mit reingenommen, so cool! Der war in der Paediatrie und wir haben abends dor tmit den Kindern die Novenas gefeiert - war das schoooeeen!!!!! Die Novenas sind eine Tradition hier. 9 Tage vor Weihnachten feiert, singt und isst man mit Freunden und Verwandten. Man singt Lieder, liest religioese Texte, isst "buñuelos mit natillas" und feiert ;) Mit den kleinen Kindern war das dann natuerlich echt suess!!! Spaeter hatte ich dann auch meine anderen Freunde getroffen und sind dann zu ihrer Unterkunft gefahren, wo alle internos, die in dem Krankenhaus sind, untergebracht sind. Alle haben es sich natuerlich nicht nehmen lassen, mich zu ueberreden, mich ins Hotel zu schmuggeln und mit ihnen dann am Abend wegzugehen. Sonst haette ich naemlich nur noch eine Stunde gehabt bis der an dem Abend letzte Bus nach Medellin ging. Also haben wir meine Sachen von der Gepaeckaufbewahrung am Busterminal abgeholt und haben mich ins Hotel reingeschmuggelt. Cool war ja, dass der Hotelier dann auch gefragt hat, wer ich denn bin (es war einfach so offensichtlich, dass ich keine Kolumbianerin bin...;) und Oscar murmelte dann so zu mir "Kristina, geh einfach weiter, sag kein Wort, ich regle das!" Na gut... Keine 5 Minuten kam er dann schon zurueck und meinte dann, "Also, Kristina, ich hab dich jetzt als meine Schwester vorgestellt, der Grund, wieso du nicht akzentfrei redest ist der, dass du bei unserer Mutter in Deutschland aufgewachsen bist, waehrend ich mit unserem Vater nach Kolumbien bin und wir nie wirklich Kontakt hatten. Dann bist du wegen deinem Medizinstudium nach Kolumbien gekommen fuer ein Semester, um quasi auch deine zweite Heimat kennenzulernen, wo du dann mit uns studiert hast und jetzt reist du eben rum und wolltest vor deiner Heimreise eben nochmal hier vorbeischauen" Hahahahaha, wir haben uns alle in Grund und Boden gelacht, so witzig war das!!!!! :D Das war dann natuerlich auch der Brueller fuer den ganzen Abend, hihiihiihi ;) Wenigstens hatte ich somit ein eigenes Bett, denn ich glaube, wenn ich nochmal eine Nacht im Bus oder im Busterminal verbracht haette, haette ich wohl 24 Stunden durchgeschlafen und meinen Flug nach Costa Rica verpasst ;) Somit sind wir dann am Abend ein bisschen weggegangen, vorher noch kurz in den hoteleigenen Pool gegangen und am naechsten Morgen bin ich dann mit denen aufgestanden und zurueck zum Terminal, wo ich dann den Bus Richtung Medellin genommen hatte.

Auf halber Strecke, in Ibague, musste ich dann nochmal umsteigen, um dann den Bus nach Medellin zu nehmen. Ich wollte mich zuerst nach den Preisen erkundigen und dann kamen sie natuerlich schon alle her. Ich hab gefragt, wann sie abfahren und wieviel es kostet. Eigentlich hat mir ja jeder gesagt 50.000 pesos, also wahrscheinlich Auslaenderpreis und ich wusste, das koennte ich noch fuer 40.000 bekommen. Also bin ich abgedampft und gemeint, ich komme evtl zurueck. Dann lief mir einer hinterher und meinte, 45.000. da dachte ich mir, mensch, mit dem kann man verhandeln. ich meinte dann 40.000 wo er kurz ueberlegt hat und meinte, ok, dann muesste er aber kurz anrufen. Das kam mir schon komisch vor, normalerweise muessen die nie iregndwo anrufen. Wir sind dann aus dem Terminal raus, was mir noch spanischer vorkam. Dann kam er vom telefonieren zurueck und meinte, es ginge klar, wir muessen nur kurz ein Taxi nehmen. Spaetestens da haette ich wieder reingehen sollen und sagen sollen Nein. Ich haette es besser wissen sollen... Ausserdem hat mir der beharrende Ton von dem Typen schon gar nicht gefallen. Naja, ich bin dann eingestiegen und wir sind dann zu diesem Busabfahrdingens ausserhalb der Stadt gefahren. Da sind wir dann ausgestiegen und er hat zu dem anderen gesagt "Jaja, fuer 50.000" Dann meinte er, ich solle doch das Taxi bezahlen. Dann hab ich gemeint, fuer wie bloed er mich denn eigentlich haelt, ich wollte das Taxi nie und jetzt sollte ich auch noch 50.000 bezahlen. Ich hab mich dann geweigert und dann hat er das doch bezahlt, aber der Busfahrer hat trotzdem 50.000 verlangt. Im Nachhinein, also jetzt, bin ich mir auch sicher, selbst wenn ich das Taxi bezahlt haette, haette ich auch 50.000 zahlen muessen. Aber einfach aus Prinzip haette ich schon wieder fahren muessen, auch wenn es mir dann insgesamt teurer oder gleich teuer gekommen waere, wenn ich dann wieder zum Terminal gefahren waere, aber hier geht´s einfach nur um´s Prinzip!!!!! So geht´s einfach nicht! Depp echt! Andererseits, ich haette es wissen muessen, sowas war natuerlich auch einfach bescheuert von mir. Aber mei, so ist es eben...

Nach zwei Stunden musste ich dann auch noch umsteigen, wo dann im naechsten Bus eine Kolumbianerin sass, die zwar leicht durchgeknallt war, aber echt lustig, hihi! ;) Hat mich die ganze Zeit ueber zugelabert, so dass ich manchmal einfach schon nur gesagt hatte, ich sei ja so muede (was eigentlich auch stimmte...) und wuerde jetzt versuchen ein bisschen zu schlafen, einfach nur, um 5 Minuten Ruhe zu haben, hihi ;) Wie gesagt, die war wirklich super nett, aber einfach ein bisschen anstrengend ;)

Zurueck in Medellin nach knapp zwei Wochen war dann doch auch schoen ;) Ich hab mich dann am naechsten Tag noch mit einer Freundin bzw. Mitstudentin getroffen und das war echt soo cool! Haben den Tag in der Stadt verbracht und sind dann am Abend direkt auf das Pueblito Paisa gegangen, wo ich schon erzaehlt habe, dass dort quasi die beleuchtete Krippe oben auf dem Berg steht und haben abends noch zusammen gekocht. Es war echt einfach super!!!

 

Am naechsten Morgen, am 23. Dezember, ging´s dann um 4 Uhr auf die Reise Richtung Costa Rica... Aber das schreibe ich im naechsten Blogeintrag :D

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Mittwoch, 29.12.2010 Reise-Vorweihnachts(?)-Zeit und andere Erlebnisse -Teil dos :) (wegen Computerproblemen gibt´s jetzt auch noch Teil 3 - sorry!)

So, nachdem es mir jetzt alles geloescht hat, was ich grade geschrieben habe, weil in diesem scheissinternetcafe der Strom ausgefallen ist, hats mir jetzt alles geloescht, was ich bis jetzt geschrieben habe... ganz toll... mein verzweifelter Fluch F U ... na, ihr wisst schon, hat den Typen im Internet cafe nun ziemlich verzweifeln lassen... Jetzt lacht er - idiot.

 

Ja, zu Medellin wollte ich nochmal was sagen, ja, also, nochmal von vorne...

In Medellin haben wir noch die Pablo Escobar Tour mitgemacht, was ja schon eigentlich eine Art Muss ist, wenn man nach Medellin kommt ;) Ih hoffe ihr wisst, wer Pablo Escobar war? Der beruehmt beruechtigte Drogenboss in den 80ern? Das war ziemlich interessant! Vor allem, weil es nicht nur um die (Drogen-)Geschichte Medellins oder Kolumbiens ging, sondern der Typ hat auch einfach wahnsinnig viel ueber den bewaffneten Konflikt geredet, die ganze guerilla-paramilitares, etc. Geschichte. Einfach wahnsinnig interessant!

 

Na, am Abend fiel dann der endgueltige Abschied aus Medellin und auf gings Richtung Cali, in die Hauptstadt des Salsas, mal wieder mit dem Nachtbus. Das war mal wieder super anstrengend, vor allem weil es geregnet hat und die Erdrutsche und Verkehrsstaus somit nicht lange auf sich warten liessen... In der Frueh dann endlich angekommen bin ich erst mal ins Hostel und die Frau war gleich so nett, hat mir gleich mit den Worten "Du bist bestimmt total erschoepft" eine grosse Tasse Kaffee hingestellt - voll suess!!! :) Cali ist uebrigens vor allem beruehmt fuer ihre Feria de Cali, die jedes Jahr zwischen Weihnachten und Silvester stattfindet, aber da bin ich ja in Costa Rica und Nicaragua :) Ich muss sagen, ich hab mich noch in keiner Stadt in Kolumbien wirklich unsicher gefuehlt, aber das Klima, also die Atmosphaere in der Stadt, war einfach irgendwie komisch, keine Ahnung. Das einzig richtig gute war das "agua de coco", also Kokosfruchtwasser - mhmmmm, lecker!!! Richtig erfrischend, voll super!! Und noch der "cholao", also Obst und Fruechte, Eis und geraspelte Eiswuerfel! Mensch, das war vielleicht lecker!!! Witzig war auch, dass ich mich nebenbei mit zwei Polizisten unterhalten hab, denen schien es in dem Park auch ziemlich langweilig zu sein, hihi! Weggeangen bin ich in Cali leider nicht, ich war einfach viel zu fertig von dem langen reisen...! Aber ich habe mich ja fuer eine Famulatur in Cali beworben, und hoffe, dass ich dort die Zusage bekomme, wenn nicht, dann habe ich ei Problem! Also, drueckt mir die Daumen! Und wenn man dort erst mal ist, lernt man ja eine Stadt eh ganz anders kennen wie ein Tourist, insofern... vielleicht lerne ich ja Cali noch lieben, wer weiss ;)

 

Da ich ja ziemlich lange in Medellin war, musste ich den Rest meiner Reise ja etwas straffen ;) Am naechsten Tag bin ich dann nach Popayan weiter, einer kleinen Stadt, etwa 3 Autostunden suedlich von Cali. Die Stadt selbst ist recht schoen, also in der Innenstadt sieht man viele weiss angemalten Haeuser im Kolonialstil gebaut, das ist dann schon echt schoen. Wenn man allerdings schon Guane, Barichara oder Villa de Leyva gesehen hat, ist das nichts sooo besonderes mehr. War aber trotzdem schoen :) Das coole war auch, dass ich mich im Parque central oder bolivar oder so aehnlich (JEDE Stadt oder Dorf hat einen parque central, der sich plaza bolivar nennt...) bestimmt 2 Stunden mit 2 Kolumbianern unterhalten hab und es in der Nacht in dem Parque echt schoen war, mit den ganzen Beleuchtungen, den sog. alumbrados, und so. Die Kolumbianer gehen hier an Weihnachten ziemlich ab, ueberall haengen Lichterketten und es blinkt und leuchtet von allen Ecken und Enden! Also eigentlich ist das ja kitschiger wie in den USA... Der Park war aber fuer kolumbianische Verhaeltnisse echt stilvoll und die Lichter waren nicht grell-gruen-pink leuchtend sondern schoen gelb (also normales Licht halt) und es gab artesanias verkaeufer im Park, die meisten waren Studenten, die sich dadurch ihren Lebensunterhalt finanzieren und es gab Bands fuer musica andina, der traditionell kolumbianisch-indigena musik. Das ganze Ambiene hat dann echt schoen zusammengepasst! Schon herrlich!

 

Am naechsten Tag bin ich dann schon in aller Frueh Richtung Tierradentro aufgebrochen. Tierradentro ist eine archaeologische Indigenastaette, aehnlich wie San Agustin, das manche von euch vielleicht evtl. kennen koennten. Die Busfahrt dorthin war sehr abenteuerlich, nicht nur, weil es 6 Stunden auf purer Schotterstrasse war (die man so in Europa gar nicht mehr sehen wuerde...), sondern auch, dass es links steil runter ging und rechts ein Ueberhang-Berg war, und nachdem es weiterhin geregnet hatte, waren Erdrutsche da auch weiterhin nichts besonderes... Wir mussten auch immer wieder ausweichen, weil Felsbrocken oder ganze Erdmassen auf der halben Strasse lagen... Irgendwann bin ich dann auch gottseidank angekommen. Das war so skurril, irgendwie. Der Busfahrer hat mich an einer Art Kreuzung im Nirgendwo rausgelassen... Ich hab mich gefuehlt wie in einem Hollywoodfilm, wo ein Auto kommt, einer steigt mit seinem ganzen Gepaeck aus und dann sieht man, wie das Auto langsam wegfaehrt, nur der eine steht dann mit seinem Rucksack allein und verlassen da, hat keine Ahnung, wo er hingeht und ja... Haha, so hab ich mich ungefaehr auch gefuehlt, hihi, schon irgendwie witzig. Aber das war echt so, mein Gepaeck kam oben vom Bus heruntergeschleudert, lag auf der Strasse und dann musste ich sehen, was ich anstellte! Hihi! War schon echt kurios! Ich bin dann die Strasse gegangen, die der Busfahrer mir genannt hatte und bin dann gefuehlte 45 minuten mit meinem 20kg schweren Gepaeck die Strasse raufmaschiert - im Nirgendwo... ;) In Tierradentro angekommen bin ich dann erst mal in eine Hospedaje gegangen, Hostels gabs da keine. Hospedajes sind sowas aehnliches wie Homestays, also so eine Art Ferienwohnung, oder wie man immer will. Man bleibt dort bei einer Familie, die eben ein oder zwei Zimmer mehr hat. Die kochen dort auch fuer einen (Kueche zum selber kochen gibts nicht) und da ich eh weder was mitgebracht hatte noch ausserhalb essen wollte, hab ich dort dann auch zu abend gegessen, gefruehstueckt, etc Und da ich am Anfang gesagt habe, mir ist das hier von einem Freund empfohlen worden (was ja auch echt stimmt!!!) war ich dann eine so eine Art von queen ;) Jedes Mal, wenn ich gekommen bin gabs frisch gemachten Saft, ob Mango-Papaya oder Lulo, oder etc. Im Prinzip musste ich nur einmal aus dem Haus gehen und dann wieder reingehen und dann schon stand wieder ein Saft da :D war schon sehr lecker :)

 

FORTSETZUNG FOLGT... wie gesagt, der Computer war ja kaputt und alles war weg und da ich jetzt nochmal alles schreiben musste, bin ich jetzt nur leider so weit wie vorher gekommen... Update gibts in den naechsten Tagen und mittlerweile bin ich ja schon mit Teresa in NIcaragua angekommen, wo ich jetzt auch Silvester feiern werde :)

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Montag, 20.12.2010 Reise-Vorweihnachts(?)-Zeit und andere Erlebnisse - Teil uno :)

Hallo meine Lieben!

Jetzt ist es mal wieder soweit, eine weitere Ausgabe meines Auslandsblogs - anscheinend steigere ich mich ja noch. Schliesslich sind erst knappe vier Wochen vergangen :) Mittlerweile bin ich schon wieder durch die halb Kolumbien gereist, um genauer zu sein die suedliche Haelfte. Eigentlich wollte ich ja von Bogotá ueber die Wueste nach San Agustin und dann auf der anderen Seite der westlichen Seite der Anden wieder hoch und dann nach Medellin. Ja, wie so haeufig kommt es beim reisen ja doch immer wieder anders...

Da es super geschuettet hat in Bogotá und auch im Rest von Kolumbien nicht viel besser war, vor allem nicht im Sueden, dachte ich mir, fahr ich eben zuerst in die Zona Cafetera, die sog. Kaffezone. Im Prinzip war das echt ne gute Entscheidung - halt nur nicht so ganz die Sinnvollste, aber was soll´s... ;) Reisen lebt ja schliesslich auch von den Personen, die man trifft! So war´s dann auch.

 

Los ging´s ja schon mal damit, dass ich am Nachmittag gefahren bin. Das haette ich mal besser bleiben lassen sollen. Nachtfahrten sind zwar irgendwie anstrengend, aber einfach sinnvoll. Man ist zwar am naechsten Morgen voellig fertig, aber es geht meistens schneller und man hat sooo viel weniger Stress... Ich bin um 2 Uhr nachmittags los und es hiess, der Bus sei um 11 Uhr in Manizales, einem kleinen Staedtchen in der Kaffeezone. Ja, soweit zur Theorie. Auf der Busfahrt sass ich neben einem Anwalt, der mich kontinuierlich zugelabert hat und einen Stuss verzaehlt hat, der Wahnsinn!!! Und er nahm sich schon sehr wichtig, ausserdem sei er ja schon soooo viel gereist. Ja. Zwischen Armenia und Bogotá, wahnsinnig weit. Und er kenne ja schon sooo viel von Kolumbien. Die Strecke zwischen Armenia und Bogotá. Und er hat ja auch schon in soooo vielen Staedten in Kolumbien gelebt. In Armenia und Bogotá. Ok, Geschaeftsreisen hat er einige gehabt, abe ganz ehrlich, der Typ hat mich wahnsinnig gemacht...!!! Leider hatten wir wegen des vielen Regens (wie ihr ja wahrscheinlich alle die dramatischen SChilderungen aus Deutschland kennt...) einige Erdrutsche, mussten wieder warten, dann war ein Unfall, wo wir ewig warten mussten, dann war wieder die Strasse gesperrt, usw usw. Unser einziges Glueck war, dass wir wenigstens noch ueber die Bruecke gekommen sind. Die wird naemlich um 7 Uhr abends gesperrt, wenn man dann nicht drueber ist, darf man bis um 5 Uhr am naechsten Morgen warten... Der Busfahrer hat nach guter alter traditioneller kolumbianischer Sitte einfach mal alle - trotz doppelt durchgezogener Mittellinien und trotz NULL Sicht wegen erstens Nebel und zweitens den 180 Grad Kurven -  ueberholt. Aber da passiert schon ncihts. Schoen laut hupen, dann fahren schon alle auf die Seite - hoffentlich... Ehrlich gesagt moechte ich nicht in einem Bus sitzen, wenndas mal nicht funktioniert. Aber bis jetzt scheint es immer funktioniert zu haben, toi toi toi...! In der Nacht um 3 Uhr bin ich dann auch endlich in Manizales angekommen. Ich war noch nie so froh... schlecht war´s mir allerdings noch die naechsten zwei Tage...

 

Leider hat´s natuerlich auch in Manizales die naechsten Tage viel geregnet, so dass man die schoene Landschaft (die echt schoen ist!!) ncht wirklich gesehen hatte. Nichtsdestotrotz hab ich mir ein wenig die Stadt angeschaut und zusammen mit Sabrina, einer Bayerin (lustigerweise aus dem Chiemgau, ca. 5 km von dem Ort entfernt, wo ich diesen Fruehjahr ueber bei dem Landarzt mein Praktikum gemacht hatte), war ich dann auch noch im "recinto del pensamiento", einer Art Naturpark mit gaaaanz vielen bunten Schmetterlingen, voll suess!!! Da es zum Schluss natuerlich wieder zum regnen angefangen hatte, bin ich noch zu heissen Naturthermen gefahren und hab mich dort wieder aufgewaermt! Voll cool war´s! Ich bin dann noch in ein kleines Dorf in der Naehe von Manizales gefahren und ich glaube, die haben da dort noch nie Auslaender gesehen... das ist wirklich so in der Zeit stehen geblieben! Cowboys reiten durch die Gegend, Autos gibt es selten, nur diese Jeeps und eben sonst nur diese Pferdekarren, Fruechte und co waren billig wie nie und die Kinder waren auch neugierig wie nie zuvor!!! Zufaellig hab ich dort auch die Schweizerin getroffen und wir sind zusammen dann noch ein wenig rumgegangen. Da haben wir dann die Kiddies getroffen, die mit einem Inlineskate den Berg um die Wette runtergefahren sind! Aber halt im Sitzen! Das hatten wir auch noch nie gesehen. Wir haben dann ein paar Photos gemacht und wollten weitergehen und dann sind uns die Kinder hinterher und wollten unbedingt, dass wir sie photografieren. Eigentlich dachten sie, dass wir nur sie photografieren und wollten gleich ihre Inliner wegstellen, bis wir gesagt haben, dass das ja das coole sei! Da haben sie sich dann auch gefreut! Die Maedels sind dann auch gleich dazugekommen und haben sich dazugestellt, echt suess! Wir haben ihnen dann halt ein bisschen GEld gegeben und gemeint, sie sollen sich halt was davon kaufen, Saft, Suessigkeiten, Brot oder Kekse, oder sonst was. ie Muetter haben das gesehen, aber die schienen nicht so begeistert zu sein, haben dann auch einen ziemlichen abfaelligen Kommentar gemacht. Aber was solls. Es war fuer die Kinder und die haben sich gefreut!

Am ersten Abend haben wir dann mit einer Schweizerin gekocht und da auch noch Michel, einen Zuericher, und Christian, einen Bayer ebenfalls aus dem Chiemgau, getroffen haben. Da die beiden darauffolgenden Abende recht lustig waren und wir uns einfach super verstanden haben, sind wir dann alle 5, incl. dem Slovenen Miha, den die anderen in Salento getroffen hatten, nach Medellin gereist. Den Busfahrer haben wir uebrigens alle vergoettert. Noch nie wurde so ruhig und gesittet auf kolumbianischen Strassen gefahren!!!!!

In Medellin sind wir in ein richtig schones Hostel gegangen, das super ruhig lag, aber auch direkt neben dem Weggehviertel lag, was heisst, das wir natuerlich immer richtig schoen gefeiert haben. Naja, nicht jeden Tag. Eigentlich wollte ich ja von Manizales aus Richtung Sueden weiter. Ja, wie immer, Plaene sind eben dazu gemacht, geaendert zu werden. Ich hatte ja dann nach langem hin und her beschlossen mit nach Medellin zu fahren um dort das fiesta de la luz zu feiern. Da werden in der ganzen Stadt Kerzen angezuendet und es ist heller als je. Naja, so hell wars jetzt auch nicht, war aber trotzdem eine schoene Atmosphaere mit den ganzen Lichtern! Dann dachte ich ja, ich fahr nach dem fiesta de la luz am darauffolgenden Tag ab. Ja. Nicht ganz. Insgesamt hab ich eine Woche lang jeden Tag verlaengert... Aber das war´s wert, wir waren einfach eine super Truppe, haben echt nette Leute kennengelernt, haben viel miteinander unternommen - schee war´s einfach! Naja, bis auf das, das sie Michel, dem Schweizer, den Foto und das Geld mit Pistolen abegnommen haben. Wir waren unterwegs nach Guatape, einem kleinen Ort in der Naehe von Medellin und er wollte noch Photos machen und ist ein Stueck die Strasse entlang gegangen. Er meint ja jetzt selbst, das war ein bisschen bloed. Ja, war´s auch, aber nachher hat man auch immer gut reden. Es waren vier Jugendliche und er meinte, es waren Spielzeugpistolen, aber in der Situation waere es mir wurscht gewesen ob spielzeugpistolen oder nicht. Bei sowas ist es am besten einfach alles abzugeben, obwohl natuerlich der Verlust der ganzen coolen Photos am meisten schmerzt... das andere ist zwar aergerlich, aber im Prinzip nicht schlimm, wenn sonst alles gut ausgeht. Naja, so ist das eben. Scheisse, aber ist so.

 

Mir ist´s dann schon ein bisschen schwer gefallen Medellin dann zu verlassen, am meisten, wegen den coolen Leuten und dem taeglichen Brunch mit dem frisch gepressten Orangensaft, den wir jeden Tag hatten. Ja, aber auf ging´s, nach Cali, in die Hauptstadt des Salsa... :)

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Donnerstag, 02.12.2010 Mein Leben als Austauschstudentin

Hallihallo hier bin ich wieder :) Ja, leider hat’s ein bißchen gedauert… naja, etwas länger halt… aber dafür kommt jetzt wieder ein Eintrag, ich hoffe nicht so lange wie der letzte, aber versprechen kann ich euch das nicht :) Eigentlich wollte ich ja jetzt mal so wöchentlich ein Update machen, aber das ist einfach immer so schwierig… man hat doch immer was zu tun oder es gibt wieder was aufregendes und spannendes zu erleben :)

 

Das Letzte, was ihr ja wisst, war ja, dass ich auf meiner Reise unterwegs war, mittlerweile sind 2 Monate vergangen und ich kann euch sagen, dass ich eigentlich jeden Tag gut beschäftigt war, mit meinem Unipensum… manche haben halt 2 oder 3 oder 4 Kurse, ich hatte einen – den allerdings richtig! Als ich den ersten Tag wieder in Bogotá war, dachte ich mir zuerst – ohje, jetzt heißt’s wieder frieren bei 18 grad… aber als ich dann meine Freunde von der Uni wieder getroffen hab, das war schon echt schön!! Komisch, ich hatte zwar bis dato nur 3 Wochen mit ihnen verbracht, aber irgendwie haben sie mir dann doch gefehlt! Man merkt das gar nicht so, wenn man reist, ist man beschäftigt, erlebt neue Sachen, aber sobald man wieder in „vertrautes Umfeld“ kommt, sucht man doch immer wieder zuerst nach dem, was einem vorher so normal und selbstverständlich erschien… Jaja, so ist das. Wir sind dann weggegangen, haben Billard gespielt, getanzt, gelacht, ich hab meine Stories von meiner Reise erzählt und die anderen haben mir erzählt, was sie so in Rechtsmedizin und Psychiatrie gemacht haben – oh gott bin ich froh, dass ich die zwei Fächer nicht genommen hab…! Ich glaub so wirklich viel natürliche Tode gab’s da jetzt nicht…

 

Naja, als ich von meiner Reise von der Küste wiedergekommen bin, war ich gerade mal 2 Tage daheim, dann war ich schon wieder eingeladen. Diesmal in Sasaima, das ist ein kleines Dorf, ca. 2 Stunden nordwestlich von Bogotá. Sergio, den Deutschlehrer und Bekannter von Claudia, den ich in Cartagena kennengelernt hatte, kam nach Bogotá, da er sich die Schrauben aus seinem Knöchel hat rausoperieren lassen (ohje, das ist auch eine Geschichte…). Und da ich ja seine Mum und eine seiner vierzehntausend Schwestern kenne (er hat insgesamt 11 Geschwister…) und de dann auch gemeint haben, dass ich unbedingt mitkommen muss, hab ich kurzerhand beschlossen dorthin mitzufahren. Das Problem war am Anfang eher, dass ich mich mal zuerst verfahren habe… Wir wollten uns am „terminal“ treffen und ich bin natürlich kurzerhand zum „portal del norte“ gefahren, weil ich wusste, dass es dort ein Busterminal gibt… Ja, allerdings halt für die Busse, die nach Norden fahren… und wir wollten ja eher in den Westen… ich hab gewartet und gewartet, noch eine Mitstudentin getroffen, mich mit der unterhalten, und auch erzählt, dass ich jetzt schon eine Stunde warte, und ich das komisch finde, anrufen konnte ich sergio auch nicht, weil er natürlich den Tag davor sein Handy verloren hatte… Aber die Kolumbianer sind halt auch so geil – da unterhält man sich noch, ja, man will zum „Terminal de transporte“ weil man nach Sasaima will, und man geht ja irgendwie davon aus, dass man es jemanden sagt, wenn man ganz falsch ist. Naja, die Kolumbianer wollen einen halt nicht verletzen, indem man sagt, „da bist du hier aber nicht richtig“, sondern die sagen halt einfach gar nix… da muss man dann schon extra nachfragen „und – bin ich hier richtig???“ und dann sagen es die einem schon, aber zuerst mal… Auch wenn sie es gar nicht wissen, sagen sie einfach „Jaja, das stimmt schon“ anstatt dass sie zugeben, dass sie keine Ahnung haben. Oh man, jaja, aber mei, so ist das halt. Irgendwann hat dann sergio gottseidank angerufen und gefragt, wo ich denn bin – gerade in dem moment hab ich mich gerade mit einem polizisten unterhalten, der mir dann gesagt hat, dass ich hier komplett falsch bin und das terminal, das ich suche, nicht im Norden, sondern gaaaaaanz weit im Westen liegt… Es blieb mir dann nichts anderes über als ein Taxi zu nehmen und dorthin zu düsen. Insgesamt war ich dann nach guter kolumbianischer Tugend 1 ½ stunden zu spät… Hihi ;) Naja, irgendwann in der Nach um 9 Uhr sind wir dann auch endlich mal in Sasaima angekommen!

 

Die Mutter hat mich gleich ganz überschwenglich begrüßt, seiner Schwester und seinem Bruder wurde ich gleich vorgestellt, war schon echt süß!!! Die Tage in Sasaima vergingen dann viel zu schnell! Am nächsten Tag sind wir ein bißchen in den Bergen gewandert – der Ausblick war einfach phantastisch von dort aus! Leider hatte ich meinen Photo vergessen, insofern hab ich nur noch Erinnerungen… ich wurde noch ein paar von seinen Schwestern und Brüdern vorgestellt, einen Tag waren wir dann auch bei Doris, die, die ich auch in Cartagena kennengelernt hatte. Wow, also selbst für deutsche Verhältnisse war das Haus der Hammer!!! Einfach nur riiieeesig!! Man muss allerdings auch dazu sagen, die leben seit 17 Jahren auf einer Baustelle, ob ich das möchte, sei dahingestellt… Jeder hat sein eigenes Zimmer (ok, die haben auch nur einen Sohn) 2 Gästezimmer, einen riesen Garten, eine riesen Küche, sogar eine richtige Wasserstraße mitten im Haus!! Also selbst in Deutschland ist das einfach nur Luxus! Achja, und sie überlegen sich einen Audi Q5 (?) zu kaufen… der Mann von Doris ist Arzt – man sieht also mal wieder, wenn man sich hier in Kolumbien ordentlich spezialisiert, verdient man schon echt was… allerdings zahlen die auch einen hohen Preis dafür... Das Grundstück ist mit einer bestimmt fast 3 Meter hohen Mauer versehen (gut, da das Haus auf einem Hügel liegt, hat man trotzdem noch eine super Aussicht), es gibt keine echten Schlüssel, sondern so Spezialschlüssel mit Karte, Alarmanlagen, Kameraüberwachung – den ganzen Schnickschnack, den man eben braucht, wenn man in Kolumbien so ein Haus hat… und ständig leben die in Panik, dass irgendwas ist, selbst wenn nur die Tür auf ist, die eigentlich zu sein sollte, schieben sie Panik. Ob ich das wiederum möchte… nein, ich glaube, das wäre es mir nicht wert! Jedenfalls war das recht cool dort mal für einen Tag :) Auch die Verwandtschaft hat in dem Haus gewohnt, und zwar war das die cousine und die Tante von dem Ehemann von Doris, wohnten in dem Haus, und das nicht erst seit gestern… Die Cousine war schwanger und da sie ihre ganzen Vorsorgeuntersuchungen etc. in einem Krankenhaus in der Nähe hat machen lassen und nicht in Cali (da wo sie eigentlich her sind), wohnt sie jetzt einfach mal insgesamt 9 Monate dort… Und ihr Ehemann arbeitet ganz normal in Cali. Also ich fand das schon echt komisch… Sergio meinte zu mir, das ist hier eben so, die Familie spielt eben hier eine große Rolle. Ja, kann schon sein, aber mal ganz ehrlich – ich geh doch nicht extra 7 Monate von meinem Zuhause weg, nur weil das Krankenhaus so viel besser ist???? Da bleib ich doch lieber bei meinem Mann??? Naja, vielleicht muss ich einfach nicht alles verstehen…

 

Eigentlich wollte ich dann mit Sergio nach Facatativa zurückfahren (dort wo das Krankenhaus war), ihn dort abliefern und ich wollte weiter nach Bogotá fahren. Da der Ehemann von Doris ja in dem Krankenhaus arbeitet und er ja auch wusste, dass ich Medizin studiere, hat er gefragt, ob ich nicht die OP sehen will, naja, dann hab ich da halt zugesagt! Und es war schon echt mal interessant zu sehen, wie es in der Chirurgie so zugeht (bis dato hatte ich ja damals noch kein Gyn). Da liegt einer mit einem seit gestern offenen (!!!) Bruch rum, eine hat einen akute Cholezystitis, die andere einen durchgebrochenen Blinddarm – und dann kommt jemand, der Connections zu irgendeinem Arzt hat und der sich nur die Schrauben aus dem Knöchel rausoperieren lassen will, und zack – da kommt er als erstes dran! Der offene Bruch und der durchgebrochene Blinddarm müssen eben warten… Auch machen die das so ineffektiv, das ist der wahnsinn! Die leiten im OP-Saal ein, der Anesthesist frägt weder nach Namen noch OP des Patienten, von wegen vorher aufoxygenieren oder sonst was – pah, für was denn das bitteschön?? Beim Ausleiten frägt der Anästhesist dann mich, wie denn der Patient heißt, und von wegen Einmalkittel für Operateur und co… da gibt’s diese dicken grünen Stoffmäntel dafür und was desinfizieren auf kolumbianisch heißt, sag ich jetzt mal besser nicht. Oh mein Gott, also sowas würd’s bei uns auch nicht geben. Eigentlich wundert’s mich gar nicht, dass Sergios Fuß bis heute angeschwollen ist – und das 2 Monate nach der OP… Naja, all das hab ich natürlich nicht gesagt, als mich dann alle gefragt haben, was ich denn davon halte – war natürlich total begeistert von allen, das hat dann alle gefreut und ich hab mich gefreut, weil die sich so gefreut haben :D Sergios Neffe, Mateo, hat dann Sergio abgeholt und die beiden haben mich dann überredet, doch noch eine Nacht in Sasaima zu bleiben. Tja, hab mich dann breit schlagen lassen und bin dann, anstatt nach Bogotá zurückzufahren, zurück nach Sasaima. Naja, ist ja auch schöner dort – und wärmer!!!!

 

Am nächsten Tag bin ich dann mit dem Bruder von Sergio, Alex, zum Fluss runter. Das Grundstück hört direkt an einem Fluß auf, und es war echt cool dort!!!! Alex hat mir alles von sämtlichen Fruchtbäumen erklärt und auch Kaffee- und Kakaopflanzen gab’s dort!!! Mhmmmm, lecker!!! Alex hat dann darauf bestanden, dass er für mich Mandarinen pflückt und nicht nur ein oder zwei! Mit einem ganzen Sack voll Mandarinen bin ich zurück nach Bogotá gefahren!!!! Das dumme war nur, dass ich zuvor, bei der Flußüberquerung ins eiskalte Wasser gefallen bin und ich pitschnaß war – und dann zu warten, bis er endlich fertig gepflückt hatte… Naja, wir sind dann wieder rauf zum Haus und Alex und ich hatten dann vor, dass wir dann am Nachmittag dann auch nach Bogotá zurückfahren. Dumm nur, dass meine einzige Hose, die ich dabei hatte, total nass vom Fluss war… Mit Rock und einem rieesen Sack voll Mandarinen sind dann Alex und ich zurück nach Bogotá! Jaja, die leute haben uns angeschaut, als wären wir verrückt!!! Ich mit Rock in Bogotá und Alex mit einem riesen Sack voll Mandarinen, hihihihi!!! Muss schon ein lustiges Bild gewesen sein!

 

Tja, und kaum ein paar Tage später hat dann auch die Uni schon wieder angefangen! War schon ein bißchen komisch wieder, viele leute, von denen ich keinen Peil hatte und ich mir bei einigen sicher war, dass ich sie noch NIE gesehen hatte, haben mich mit „hola Kristina“ begrüßt und mich gefragt, wie es mir in meiner Reise ergangen ist… ich glaub ich muss ein paar Mal schon sehr dumm geschaut haben, hihi!! Aber ich mein, mal ehrlich, da ist man schon etwas verdutzt, wenn einer frägt und man aber eigentlich keine Ahnung hat, woher der andere das jetzt weiß!!! Hihi! Die ersten zwei Wochen hatten wir wieder nur Theorie. Wie in Deutschland gibt’s einfach gute und schlecht Vorlesungen, von männlichen Feministen über monoton-sprechenden Professoren bis hin zu richtig coolen Profes war alles dabei!! Was mich nur genervt hat, war, dass alles so unstrukturiert war… Da reden sie in der einen Vorlesung von Infektiologie in der Gyn über Geschlechtskrankheiten, die nächste Stunde ist dann Geburtshilfe und die nächste dann Gebärmutterhalskrebs… wenn ich nicht schon ein bißchen Vorwissen aus Deutschland gehabt hätte, wäre ich schon etwas verloren gewesen… Wir hatten auch einen Geburtshilfesimulatorkurs und eine Stunde über Episiotomie und Nähen von Dammrissen. Ich hab jede Geburt, die ich geleitet hatte, gebetet, dass mein Dammschutz hält… aber dazu später.

 

Tja und nach den zwei Theoriewochen ging’s dann ab in die Praxis! Zuerst ins Krankenhaus Carlos Lleras, wo übrigens die kolumbianische Fernsehserie „Greys Anatomy“ gedreht wird, und das übrigens früher ein Krankenhaus für Tbc-Kranke war. Ja, ihr habt schon richtig gehört! Hier haben die Greys Anatomy auf kolumbianisch! Die gleiche Handlung, sehr, sehr ähnliche Texte, sogar die Schauspieler sind ähnlich! (also für Dr. Burke ein Schwarzer, für Meredith eine Mona, etc. etc. etc.). Das Krankenhaus selbst war schon ok, allerdings fand ich den Prof nicht wirklich toll, den wir da hatten, den Prof. Mercado… Allerdings waren die residentes relativ cool und ich durfte sogar meine ersten gynäkologischen Untersuchungen machen, war schon irgendwie cool! Hier dürfen wir in den Practicas sowieso alles machen, bimanuelle Unterscuhungen, Spekulas, alles! Vor allem in Geburtshilfe dürfen wir hier alles machen! Wir machen die Aufnahme, die Untersuchungen, etc. und stellen es dann dem Arzt vor, dann dürfen wir Behandlungsvorschläge bringen und dann schreiben wir die Patientengeschichte, sog. Evolucion. Es ist zwar echt anstrengend und heraussfordernd, aber macht einfach auch super Spaß!!!

 

In der zweiten Woche fingen wir dann im IMI, Instituto Materno-Infantil, an. Das IMI ist ein reines Geburtshilfekrankenhaus, wo außerdem nur Risikoschwangerschaften betreut werden. Ich glaub ich hab noch nie soviele Gestationsdiabetes, Preeklampsien, HELLP und vorzeitige Membranrupturen gesehen wie dort. Übrigens haben die hier in dem IMI das „kangorooing“ erfunden Auch noch nie so viele Kinderschwangerschaften, wie sie doch so schön heißen. Dass Mädchen mit 13 oder 14 ihr erstes Kind haben ist hier völlig normal, auch muss man aufpassen, wenn man eine 20 jährige fragt, ob das ihr erstes Kind ist, dass sie dann sagt „Ne, mein Drittes“, darf man nicht überrascht sein… Viele sind natürlich nicht vom gleichen Vater, versteht sich… auch muss man immer fragen, ob das gewollt war, oder nicht aufgrund anderer Verhältnisse, durch Mißhandlung oder dergleichen entstanden ist. War manchmal schon ein bißchen unangenehm das Ganze… Einen Tag im IMI, da hatten wir auch schon unser erstes „parcial“ in Gyn… Puh, ich hab echt gedacht ich fall da durch…!!! Gottseidank war das viel Geburtshilfe und so ging’s mir dann im Endeffekt gar nicht so schlecht, wie ich dachte. Wie auch immer, bestanden ist bestanden!

Im IMI hatte ich dann übrigens auch meinen ersten „turno“, also meine erste Nachtschicht, meiner Medizinerlaufbahn – und meine ersten drei Geburten, die ich leiten durfte…!!! Die ganze Nacht war so spannend, neu und aufregend für mich, dass ich gar nicht geschlafen habe! Wir sind in den „trabajo de parto“-Saal gekommen und dort haben schon drei Schwangere auf uns „gewartet“. Naja, um ehrlich zu sein, war’s denen glaub ich ziemlich wurscht. Meine Patientin wurde dann zuerst in den Kreissaal geschoben. Dann hieß es chirurgische Händewäsche (wie gut, dass uns das am Tag zuvor nochmal gezeigt wurde!!!) und steril anziehen, und dann die Geburt leiten! Bei meiner ersten hat mir die „interna“, also die PJ-lerin ziemlich geholfen, der Gynäkologe stand übrigens daneben und hat zugeschaut und uns Anweisungen gegeben, wenn wir etwas falsch gemacht haben. Die Nachgeburt durfte ich dann ganz alleine machen! War schon echt sehr cool! Meine erste Kleine war übrigens die kleine Sarah, 3225 g, 50 cm groß :) war da schon so ein bißchen stolz, obwohl die Mutter ja die Hauptarbeit geleistet hatte. Trotzdem, war eben meine erste Geburt, die ich mitleiten durfte :) In der gleichen Nacht kamen auch noch zwei weitere und die dritte Geburt von den dreien war wahrscheinlich die coolste: die Ärztin hat mich ALLES alleine machen lassen, das war schon ziemlich geil!!! Und sie hat mir assistiert! Stellt euch das mal in Deutschland vor, da würde sich doch ein Arzt nicht hinunterlassen, um einem Studenten zu assistieren und Klammer und Schere zu reichen, weil gerade keine OP- oder Krankenschwester da ist… War schon echt cool! Allerdings müssen wir natürlich davor und danach den ganzen Papierkram erledigen, evoluciones schreiben, Überwachung nach der Geburt, Untersuchungen machen, Anordnungen schreiben, Medikamente verschreiben (das Schwierigste ist die Dosis und die Zeitabstände zu wissen…) etc. Tja, und die Ärzte besprechen das dann nachher mit uns, und müssen das Ganze natürlich noch absegnen, eh klar!! Tja, und so kam’s, dass ich in der ersten Nacht einfach mal überhaupt nicht geschlafen hatte… aber so richtig müde war ich da eh nicht, insofern hätte ich eh nicht schlafen können! Das IMI war vom postturno (also der auf den turno darauffolgende Tag) her ziemlich cool, da wir dann um 6 Uhr schon gehen durften. Naja, um 6 Uhr noch nicht, da ist es ja noch sooooo gefährlich draußen… Naja, das Krankenhaus war schon in einer Gegend, die echt häßlich war (Theresia war dort im Samaritana als PJlerin und meinte schon, dass es echt viele mit präordialen (jaaa, hier gibt’s eine Einteilung!!!) Stich- und Schussverletzungen kommen… aber trotzdem, um 6 Uhr ist es halt dann auch hell, der Bus geht direkt von der Straße weg, aber alleine fahren wollen sie auch nicht. Ich musste einmal mit einer Komilitonin woanders hinfahren, sonst wäre die mir nicht in den Bus eingestiegen, oder evtl. vorher psychisch gestorben oder so… Ja, sie will nicht „alleine“ fahren, andererseits, wenn ich dabei bin, mit meinen blonden Haaren und blauen Augen, ist es eher wahrscheiniich, dass man ausgeraubt ist, wenn man mit mir ist… aber das checken die irgendwie nicht – naja, auch egal :)

 

Während unserer Praktika mussten wir natürlich auch Samstag und Sonntag kommen… Im IMI war das echt stressig, da hatten wir bis zu 7 Patienten – und hier wieder das gleiche Procedere – Anamnese, Untersuchung, Evolucion. Wir waren den ganzen Tag dort… das war schon echt anstrengend!!! Vor allem, weil ich von meinen Austauschmitstudenten nur weiß, dass die irgendwie ständig am Wochenende frei haben… Aber ich hab’s mir so ausgesucht und ich bereuch wirklich nichts!!! Das war schon echt sehr cool! Viel gelernt, halt auch einfach was dafür gearbeitet!

 

Meine letzten Rotationen waren in Engativá. Einmal Infektologie und drei Wochen Geburtshilfe. Wir hatten mal wieder jeden vierten Tag turno, wie im IMI, d.h. eigentlich jeden 8. Tag, aber da ich ein Wochenende geschwänzt habe, naja, sagen wir es so, ich hab für turnos getauscht, wer das freiwillig macht… naja, egal, jedenfalls war ich dort ein Wochenende in Villavicencio, kurz Villavo, und in den Los Llanos. Aber dazu später. In Engativa waren wir in Consultas externas, also quasi in der Ambulanz, in der chirurgie (im November wurden allerdings alle gynäkologischen OP’s gecancelt, weil das Krankenhaus kein Geld hatte – ich will ja nicht sagen, dass ich froh bin, dass wir keine Chirurgie hatten… *g*), im sala de partos, also im Kreissaal, und in der Aufnahme und auf Station (evoluciones en el piso) eingeteilt. Mit Abstand das coolste und natürlich interessanteste war natürlich der Kreissaal *g* Leider wurden da nicht so viel Babys geboren wie im IMI, wo teilweise 10 in einer Nacht auf die Welt kommen… Und auch hier waren wir die Ärzte, wir bekamen unsere Patienten, wir durften entscheiden, wir machen die Diagnose – natürlich immer im Rücksprache mit den residentes, aber es war schon so gedacht, dass wir uns alles überlegen sollten. Wenn es natürlich ein komplizierterer Fall war, dann natürlich noch Profs, etc. Das Komische ist auch, dass einen alle mit doctora anreden… das ist schon ECHT komisch!!! Auch die Krankenschwestern sind alle echt total cool drauf, da gibt’s kein „Wääh, ihr seid nur Studenten, schleicht euch mal“, sondern da heißt’s „Doctora, hier gibt’s ein Problem, wir brauchen mal kurz einen Arzt“ Also am Anfang war das schon ein echt komisches Gefühl, die kolumbianischen Studenten sind das halt so gewöhnt, aber bei uns Deutschen läuft das ja ein bißchen anders, und ich denke ihr wisst alle, wie… mhmm... Man ist hier einfach total akzeptiert, darf alles machen – schon echt cool!! Auch hier durften wir natürlich wieder partos, also Geburten, assistieren, bzw. leiten! Bei meiner vorletzten Geburt muss ich wohl zu wenig gebetete haben, oder es war, weil das Baby (ein Mädchen) 3600 g schwer (also ein riesen Baby) war, jedenfalls hatte die Mama einen Dammriss II Grades... tja, und ich durfte die Naht machen. Ich meine, klar, wir haben die Technik mal gelernt (ich finde es super kompliziert…), aber das war erstens vor zwei Monaten und zweitens dachte ich mir halt auch, dass das dann vielleicht doch die residentes machen… nix da! G’macht wird’s, der residente steht daneben und gibt Anweisungen, wenn es dann ein etwas trickreicherer Stich war, hat er dann aber gottseidank übernommen!! Meine letzte Geburt, war dann sowas wie eine sturzgeburt… gottseidank hatte die Frau schon 5 Kinder und somit war das alles ja schon mal vorgedehnt, aber – pflupp – und schon war der Kopf rausen, so schnell konnten wir gar nicht schauen, die Geburt musste auch die Krankenschwester machen, wir konnten sie gar nicht mehr so schnell in den Kreissaal schieben, hihi! Auch eine atone Blutung und einen „Codigo rojo“, hab ich mal gesehen. Ich meine, für die Frau natürlich nicht so toll, aber schon super spannend! Der Codigo rojo wird aktiviert, wenn es eben nach eine Geburt eine Blutung gibt, die nicht zu stoppen ist. Da geht’s dann rund – huuii! Gottseidank blieb mein residente aber total ruhig und so lief das alles recht gesittet ab ;)

 

Tja, und letzte Woche war es dann auch soweit. Meine letzten zwei Prüfungen standen an, eine schriftlich und eine mündlich. Und während der schriftlichen habe ich echt gedacht, mich haut’s da durch… ich saß nur drin und hab einfach nur geraten… oft konnte ich nicht mal was ausschließen!! Oh man, echt! Tja, irgendwie ging’s dann doch, und ich hab die Klausur genauso gut bestanden, sogar besser als die erste, obwohl’s mir da gefühlt ungefähr 100% besser ging!! Die Mündliche war dann gleich im Anschluss und die Profs haben uns 2 Stunden lang warten lassen…!!! Oh maaaann!!! Erst mal kamen sie eine Stunde zu spät (naja, halt pünktlich für kolumbianische Verhältnisse) und dann haben sie unserer Gruppe nochmal aufgeteilt und dann „durften“ wir nochmal 1 Stunde warten… naja, ihr wisst ja selbst, wie das ist mit mündlichen Prüfungen…! Aber ich hatte zwei coole Prüfer, es gab zwei klinische Fälle, die wir lösen sollten und dann noch zwei „schnelle“ Runden, also Frage, Antwort, Frage, Antwort, etc. Ich hatte natürlich mal wieder einen Begriff „Cystocele“ – Ja, sch… ich hab dann irgendwas gefaselt und sie meinten dann zu mir „Kristina, wahrscheinlich hast du die Frage sprachlich nicht ganz verstanden, ich stelle eine Neue“ – Hahaahahaha, ich hab natürlich nicht gesagt, dass ich die Frage sehr wohl, sehr gut verstanden habe..hihii ;-) Wir hatten dann am Ende alle bestanden, und stellt euch vor, ich war nicht mal die Schlechteste :-)

 

Fazit von meinem Praktikum und meinem Studium hier: Super Erfahrung!!! Es ist einfach so schön, wenn man richtig was „machen“ kann und es auch einfach so ist, dass man als Student gewollt ist! Ich hab das Gefühl, die Studenten lernen hier schon echt viel und wissen auch viel, ich kam mir immer schlecht vor, wenn ich gesagt habe, ich mach heute abend nichts mehr, oder so. Ständig dann noch irgendwelche Präsentationen, etc. Naja, gut, andererseits, wir deutschen wissen halt wiederum, welche Behandlung bei welchen Krebsvorstufen oder sonst was… die wissen halt eher so die Basics. Aber mal ganz ehrlich, die Basics sind doch auch das, was man eigentlich braucht, oder?!? Naja, find ich zumindest! Die Profs haben richtiges Engagement, dass die Studenten was lernen, da dauern die Visiten (Visiten waren immer, wenn wir posturno waren, also der darauffolgende Vormittag auf den turno) halt schon mal 3 oder 4 Stunden für 10 Patienten. Da wird alles bis ins kleinste Detail besprochen, Telefonanrufe werden da vielleicht kurz angenommen, aber da heißt’s dann, ich hab grad Kollegen hier, ich rufe nachher zurück..!! stellt euch das mal in Deutschland vor… pfff… mir kommt das Schmunzeln, wenn die am RDI überlegen „Studentenvisiten mit nachfolgender Besprechung der Casus clinica“ einzuführen – das ist hier Alltag!!! Jaja, so ist das… Allerdings muss man auch sagen, ein bißchen mehr Struktur würde denen hier auch nicht schaden… da besprechen wir fünfmal die „monitoria fetal“ und das „nur“ in Studentenpräsentationen, und ich hab das Gefühl, dass die nie eine Ahnung haben, was kurz und wichtig ist… die machen einfach AAALLES und das nervt einfach furchtbar. Wenn die Präsentation dann 1 ½ Stunden dauert… na, ich weiß nicht… Da mach ich halt lieber ein Seminar, mit 4 Stunden, vergib als Prof eine Präsentation und danach Besprechung. Aber nein, da wird die Präsentation gehalten und danach noch eine andere und in der nächsten Woche wieder das gleiche… Ja, da mach ich’s halt einfach gscheid, mensch!! Aber das ist generell so diese Ineffektivität, die mich hier so nervt. Klar, für die Studenten oder bzw., für mich ist es eine super Übung, wenn ich lerne, wie ich Arztbriefe schreibe, aber ihr müsst euch vorstellen, die schreiben jeden Tag zu jedem Patienten so eine Art Arztbrief… Auch in den turnos ist meiner Meinung nach totale Überbesetzung von Ärzten und Studenten… Naja, aber mei, so ist halt… Die turnos in der Gyn waren natürlich super cool, viele Geburten, und meist wurde es einem auch nicht langweilig! In Engativa vielleicht schon eher, weil es da nicht so viele Geburten gab, aber war schon cool! Es war halt nur immer so kalt in der Nacht im Krankenhaus, das war etwas blöd, aber mei… von 11 bis um 3 oder von 3 bis um 7 Uhr durften wir dann auch immer schlafen, abwechselnd. Achja, apropos Ineffektivität. Ich hab ja schon bei Sergios Operation erzählt, dass es einfach ewig dauert, bis Patienten operiert werden, wo bei uns das so zack, zack geht. Hier gibt’s zwar zum Beispiel im IMI 2 OP-Säle, aber den einen kann man  nicht hernehmen, weil er „mit Pilzen verseucht“ ist, allerdings frage ich mich dann, wieso man den nicht einfach einmal g´scheid desinfiziert und reinigt, anstatt einmal so halb, dann bleibt er erst mal 1 Monat leer, wo dann auch die Tür weit offen steht, wo ich mich dann auch frage, ob das dann so hygienisch ist, wenn er doch verseucht ist, dann nochmal so bißl desinfiziert, joa. Achja, und nicht dass ihr meint, wir kriegen diese grünen Uniformen und Kittel vom Krankenhaus… da heißt’s eigene Uniform mitbringen, die aseptisch sein muss. Also was aseptisch hier so genau heißt, möchte ich ja auch mal wissen… Ob meine uniform so aseptisch ist, wenn ich sie mit kaltem Wasser in der Waschmaschine wasche?!? Naja, manchmal heißt’s besser nicht fragen, einfach akzeptieren... Auch werden nachts total viele OP’s gemacht, wo ich mir denke, wieso macht man die nicht am Tag?? Zum Beispiel Wunschkaiserschnitte, Ausschabung oder Konisationen, etc. Naja, wie gesagt, nicht fragen...

Jedenfalls hab ich hier echt viel gelernt, ich würd’s sofort wieder machen. Zur Zeit bewerbe ich mich um Famulaturen und ich sag’s euch, so viel Bürokratie wie hier hab ich noch nirgendwo gesehen, nicht mal in Deutschland… ein Aufwand ist das… Letzten Montag wollte ich dann ein Zertifikat für meine Praktika beantragen… ahje, ich hätte es lieber lassen sollen, dachte, das wäre eine Sache von 5 minuten… pustekuchen, 2 Stunden war ich drin und das offizielle Teil, für das ich sogar zahlen(!!) musste, hab ich immer noch nicht. Und heute fahre ich – na toll! Echt bescheuert! Und die Sekretärin war auch nicht die hellste… aaaah! Ich, als Nicht-Muttersprachler musste ihr diktieren, was sie schreiben sollte…von der Formatierung ganz zu schweigen, das schaut aus wie Kraut und Rüben… naja, ich hab die Unterschrift (zwar nicht die andere offizielle Unterschrift, für die ich bezahlt habe, aber die vom Lehrstuhl und mehr wollte ich ja eigentlich gar nicht), und damit passt’s… aber aufregen tu ich mich halt schon, nur weil diese dumme Tusse es nicht checkt… Egal. Ich hoffe, ich bekomme irgendwo jetzt einen Famulaturplatz, mal schaun, ob’s klappt!

 

Ein Wochenende war ich dann auch in Villavicencio und den Los Llanos mit Theresia, der deutschen Pjlerin, und Nicolas, einem kolumbianischen Freund von Theresia. War schon echt witzig, und wir waren sogar in der geographischen Mitte Kolumbiens :) Ein Erlebnis war auch die Busfahrt mit dem Betrunkenen, der neben mir saß… ach du meine Güte… naja, wenigstens hab ich ihn gut verarscht und jetzt ist das Ganze der Brüller, wenn Nicolas die Geschichte immer erzählt, hihi ;) Der kann so gut Geschichten nacherzählen, hihi! Auch gibt’s noch eine andere lustige Geschichten, die Panne mit dem Bus, dann die mit dem Taxi, wo sie nicht wissen, in welcher Straße sie wohnen, die Geschichte mit dem „Import aus den USA“, hihi, jaja, lustige Geschichten, aber die erzähl ich euch, wenn ich wieder daheim bin oder in einem extra Eintrag. Ich schreib hier schon wieder zu viel und ich werde immer geschimpft, wenn ich zu viel schreibe…

 

Photos gibt’s diesmal keine, dauert jetzt zu lange die hochzuladen, aber ich mach’s bei Gelegenheit mal :-)

 

So, ich mach mich jetzt heute auf meine Reise Richtung Süden und Kaffeezone bis zum 23. Dezember, dann flieg ich aus nach Costa Rica, treff‘ mich dort mit Teresa und gemeinsam geht’s dann durch Costa Rica, Panama und zurück nach Kolumbien. Der Abschied von meinen Mitstudenten und Freunden hier ist schon passiert und war alles andere als einfach! Die sind jetzt auch alle verstreut in Kolumbien für ihr PJ und einige werde ich nicht mehr sehen, voll schade, aber mei, so is halt!

 

Ich mach mich jetzt auf, mein Backpack ist gepackt und los geht’s :)

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Sonntag, 03.10.2010 Meine Reise durch's nördliche Kolumbien - Teil 2 :)

Fortsetzung....

 

Am nächsten Tag bin ich dann weiter nach San Gil. San Gil ist hier die Stadt der Extremsportarten, sowas wie Queenstown in Neuseeland. Ich hab die ersten zwei Tage erst mal relaxt, bin nach Barichara gefahren, ein kleines Dörfchen in der Nähe von San Gil (für die Insider: Barichara kann man quasi mit Glenorchy in Neuseeland vergleichen, was heißen soll, mehr Landschaft, ruhiger, weniger Touristen, ursprünglicher, etc. ;) und definitiv mein Favorit unter den „Kolonialdörfern“. Echt super! Ich hatte Glück, dass eigentlich nichts los war, als ich da war. Ich finde, das hat einfach mehr Charme und mehr von seiner Ursprünglichkeit wenn nicht so viele Touristen da sind! Das lustige war, ein Pärchen hab ich immer wieder getroffen, egal ob in B/manga, San Gil in diversen Locations, egal ob Park oder Bus etc, oder in Barichara – hihi! War schon echt lustig! Barichara ist sehr steil hügelig gebaut, was aber auch heißt, dass es von oben eine phantastische Aussicht gibt! Leider komm das auf den Bildern überhaupt nicht rüber, aber für einen Eindruck reicht‘s, man muss halt genau hinschauen ;) Barichara ist übrigens auch berühmt für seinen Tabak, es gibt sogar eine kleine Manufaktur dort! War echt interessant, die Mädels dort haben mir alles erklärt und gezeigt und so, echt cool! Die exportieren auch nach USA, sämtliche Zigarrenformate, von Churchill bis Torpedo, war echt interessant, selbst für mich als überzeugten Nichtraucher ;)

http://picasaweb.google.com/kristina.mosburger/SanGilUndBarichara?authkey=Gv1sRgCOjvwMzRnfjPSA&feat=directlink

(Sorry, auch diese Photos konnte ich nicht auf der Webpage hochladen...deswegen nochmal ein externer Link)

 

Am Abend bin ich dann mit zwei Israelis, Itzik und Dolev, aus meinem Hostel weggegangen, was super lustig war!!! Eigentlich wollten sie sich noch mit drei Leuten treffen, die sie bei ihrem Fallschirmsprung getroffen hatten, aber die sind dann ewig nicht gekommen, weswegen wir dann erst mal was gegessen haben (überteuerte Pizza, die die allerdings vom Pizzaservice haben kommen lassen…!!!) und „shithead“, ein Kartenspiel, gespielt haben! Hahaha, war echt lustig!!! Die zwei haben mich dann sogar eingeladen, echt sehr nett! Mit denen wollte ich mich auch noch in Bogotá treffen, aber es hatte sich kurzfristig ergeben, dass ich in Sasaima war, ein kleines Dorf in der Nähe von Bogotá, ca. 2 Stunden  mit dem Bus von hier. Die drei Bekannten von den beiden sind dann sogar auch noch gekommen. Zwei Polinen, Monika und Kasha, und der kolumbianische Freund von Monika, Andrés. Ich hab mich dann gleich für den nächsten Tag mit denen zum „Caving“ verabredet! Zuerst dachte ich mir, ohje, lieber nicht, aber das war wirklich sehr witzig!! Und unser Guide war auch super cool drauf! Dreckig waren wir bis obenhin und pitschnass, weil wir zum Schluss durch hüfttiefes Wasser durchsteigen mussten und der Ausstieg war durch einen Wasserfall – hihi, war das lustig!!! Und es war ja auch super warm, insofern hat’s gepasst! Leider habe ich überhaupt keine Photos davon. Andrés wollte sie mir eigentlich schicken, aber da muss ich wohl noch ein bißchen warten! Eigentlich wollten wir uns ja in Bogotá nochmal treffen, aber es war das Gleiche wie mit Itzik und Dolev, dass ich an dem Wochenende in Sasaima eingeladen war, aber das erzähl ich wann anders. Naja, ich hoffe, ich bekomme die Photos noch irgendwann... mal schaun!

Am späten Nachmittag sind wir dann zum Parque Chicamocha gefahren, ein Nationalpark in der Nähe von San Gil, ca. 1 Stunde mit dem Auto. Auf der Autofahrt dorthin haben wir auch eine santanderianische Spezialität gegessen – gegrillte Riesenmeisen! Kasha und Monika wollten natürlich unbedingt zwei Packungen haben. Naja, ich sag dazu nur, dass Kasha fast aus dem Fenster gespuckt hätte… ;) Sie meinte dann, den Rest bringt sie ihren Arbeitskollegen mit… na, wem’s schmeckt ;) Ich hab auch eine probiert, irgendwie haben die nicht viel Geschmack (oder ich hab versucht den Geschmack auszuschalten, keine Ahnung ;) aber eklig ist es schon ein bißchen. Na, wenn man’s nicht gewöhnt ist. Für die Leute dort ist es eine Spezialität, Knabberei für zwischendurch, etc. Am Parque Chicamocha angekommen waren wir die letzten Touristen und wir durften gerade noch so in die Seilbahn, um dort in den Canyon ganz runter zu fahren und anschließend wieder hoch auf die andere Seite. Das war schon cool und der Canyon ist wirklich beeindruckend!! Als wir dann wieder auf der richtigen Seite angekommen sind, waren wir noch bei einem Monument, dass die Freiheitskämpfe symbolisieren soll. Der Polizist, der dort war, hat sich glaub ich ziemlich gelangweilt, jedenfalls meinte er die ganze Zeit, er macht ein paar Photos von uns und wenn wir wollen, dann erzählt er auch noch die Geschichte des Monuments. Wir so, ja klar, und dann, obwohl wir uns schon vorher bestimmt 20 Minuten mit ihm unterhalten haben, fängt er so ganz förmlich an „Guten Abend, meine lieben Besucher, ich darf Ihnen jetzt etwas über dieses Monument erzählen, in welcher Sprache soll ich sprechen, Spanisch, Französisch oder Englisch?“ Und das, obwohl wir vorher die ganze Zeit Spanisch gesprochen hatten – hahahaha, sooo cool! Ach, der war echt nett! Das Problem war zum Schluss nur das zurückkommen… die Busse wollten einfach nicht anhalten! Die drei sind nämlich weiter nach B/manga und ich wollte ja zurück nach San Gil, um am nächsten Tag weiter nach Villa de Leyva zu fahren! Wir haben bestimmt 45 Minuten gewartet und irgendwann hat’s doch geklappt… ich war schon nah dran, irgendeinen Laster oder so anzuhalten und dann da mitzufahren! Aber die drei waren ja so besorgt, das war ja sooo süß! „Nein Kristina, alleine lassen wir dich jetzt erst mal nicht fahren!“ ;) Echt niedlich! Echt schade, dass wir uns in Bogotá nicht mehr getroffen haben!

http://picasaweb.google.com/kristina.mosburger/ParqueChicamocha?authkey=Gv1sRgCK6Bxu3p7-L4hgE&feat=directlink

 

Am nächsten Tag bin ich dann abgereist Richtung Villa de Leyva, meine letzte Station auf meiner Reise. Das Dumme war nur, dass ich in Tunja nun nochmal eine kniehohe Stufe gestürzt bin, incl. 20 kg Gepäck auf meinem Rücken… Ich hab’s dann Knacksen gehört und dachte schon, Ohje, jetzt ist alles kaputt… Und die Leute dort waren ja so aufmerksam, echt süß! Haben sofort angeboten zu helfen, ich konnte mich vor Angeboten kaum retten!! Einer wollte dann gleich einen Arzt holen und meinte, bestimmt hätte ich mir was gebrochen, müsste ins Krankenhaus, Operation, etc. und ich nur so „ohohoh, nenenene!!!“ Also das letzte was ich hier brauche ist eine OP oder sonstiges! Vor allem, nachdem ich ja vorletzte Woche bei einer Ortho-OP zugeschaut habe… Naja, ich bin dann weiter nach Villa de Leyva, dort in ein Hostel, das Coole war, dass ich im Bus nach Villa de Leyva den Vater von dem Besitzer des Hostels getroffen habe, wo ich hin wollte und er mich gleich mitgenommen hat, Taxi bezahlt hat, etc! Echt süß!

Villa de Leyva ist auch ein kleines Kolonialdörfchen und vor allem auch die Umgebung ist super schön! Mein Plan war eigentlich, mir für einen Tag ein Pferd zu mieten und auszureiten, aber Pustekuchen! Mit dem Fuß konnte ich das vergessen, vor allem, da ich in keinen Schuh mehr gepasst habe – und das ohne Verband… Ich hab dann am nächsten Tag beschlossen nach Bogotá zu fahren und am Tag drauf dann einen Arzt aufzusuchen… Naja, im Endeffekt habe ich’s dann doch nicht gemacht… Jaja, die Medizinstudenten und ihr Vertrauen in die eigene Zunft, hehe ;) Von Villa de Leyva hab ich nicht viel gesehen, außer die Landschaft, die phantastisch war und ich unbedingt nochmal her muss!!! Ein Grund mehr zurückzukehren ;)

 

Tja, das war meine Reise – 3 ½ Wochen, herrlich!!! Nach Cartagena will ich unbedingt nochmal, da hat’s mir so gut gefallen! Vielleicht kann ich dort im Februar eine Famulatur machen, das wär schon super!! Ich hoffe, das klappt…! Jetzt hatte ich ja letzte Woche Semana universitaria, war in Sasaima eingeladen und diese Woche hatte ich schon meine erste Uniwoche. Aber das folgt nächstes Wochenende ;)

 

Bis dahin lest erst mal diese 10 Seiten, die ich geschrieben habe, schaut euch die Bilder an – und ich erwarte natürlich fleißig Kommentare ;)

 

Machts gut, bis bald :)

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Sonntag, 03.10.2010 Meine Reise durchs nördliche Kolumbien - Teil 1 :)

Hallo meine Lieben!

 

Tja, ich hab mir schon sämtliche Kommentare anhören müssen, aber jetzt update ich endlich mal wieder meinen Blog! Wahrscheinlich wird das wieder ein sehr langer Eintrag, mit übrigens sehr vielen Photos (130 Photos hab ich hochgeladen, mal schaun, wieviele ich hernehme, aber lasst euch mal überraschen) Wahrscheinlich werdet ihr sowieso nur die Photos angucken, weil mein Eintrag mal wieder zu lang wird. Ach herrje, ich erwisch mich schon, dass ich wie die Kolumbianer erst mal eine halbe Stunde rede, bis ich mal zum Thema komme. Das ist übrigens eigentlich sehr nervig. Das hätte ich mal vor 7 Jahren gebraucht, als noch meine Deutschaufsätze schreiben musste… ;)

 

Ich hab ja gesagt ich melde mich von der Karibikküste – tja, Leute, ich hatte einfach so viel zu tun, bin gar nicht dazugekommen viel zu schreiben. Obwohl das Internetcafe immer noch der Ort war, in dem es auszuhalten war ;) Die Hitze war echt krass, vor allem die Umstellung von Bogotá – Karibik! Huiii! Aber ich will mich nicht beschweren – schee war’s ;-) Nur die Mückenstiche, auf die hätte ich verzichten können! In der ersten Nach war ich total überrascht, dass ich gar nix hatte, da hat mich die Engländerin, die mit mir im Zimmer war, noch gefragt, „haben die dich heute Nacht auch so zerstochen?“, und ich noch so „nee, gar nix!“ Tja, die nächste Nacht hab ich fast bereut, dass ich das gesagt hatte… ;-) 25 Stiche allein an den Füßen… und da ich mal wieder nicht zum kratzen hab aufhören können, müssen meine Narben jetzt erst mal wieder verheilen. So häßlich soll das jetzt nicht bleiben… Naja, aber die Hitze, die teilweise wirklich heftig war, und die Mückenstiche waren wirklich die einzigen Schattenseiten von dem ganzen Urlaub – achja, und dass ich mit meinem Fuß 3 mal umgeschnackelt bin, das letzte mal von einer knapp kniehohen Stufe mit 20 kg Gepäck. Seitdem, und das sind jetzt auch schon wieder 3 Wochen, trage ich tag und nachts nen straffen Verband. Tja, das wird schon wieder ;) Ja, wie gesagt, auf die drei Sachen hätte ich verzichten können ;)

 

In Cartagena angekommen bin ich erst mal per Taxi ins Hostel gefahren. Der Taxifahrer wollte mir dann nicht den genauen Betrag rausgeben und ich Dummerle hab’s natürlich akzeptiert… Jaja, da war ich noch das „nicht verhandeln“ von Bogotá gewöhnt! Hier an der Küste ist es einfach ein Muss erst mal weniger als die Hälfte des Preises vorzuschlagen, dass sie dir anbieten… Egal. So viel Geld war’s jetzt natürlich nicht, aber es geht ums Prinzip, wenn man das jedes Mal macht – das geht einfach nicht! Naja, im Hostel angekommen hab ich mich erst mal umgezogen von der ganzen Hitze, puh! Und ich war noch in meinem „Flugzeug-bogotá-Dress“, also Jeans, Pulli, etc… Hihi! Die Duschen in der Karibik sind übrigens phantastisch! Ich hätte jeden Tag mindestens 5 mal duschen können – schön kühl und erfrischend! Ich meine, selbst das Meer ist hier nicht so wirklich kalt – logischerweise, deswegen heißts ja auch Karibik… ;) Bin dann erst mal ein bißchen durch Cartagena gegangen und mir einen Überblick verschafft. Naja, so gut wie`s ging – typisch ich halt! Geh gleich mal in ein Viertel, wo’s jetzt nicht so gut ist, als Ausländerin hinzugehen, bzw. als „mona“ (blond, blauäugig, hellhäutig), so wie ich! Jaja, ich mein, unterm Tag kann jetzt eh nicht so viel passieren. Klar, sicher sein kann man nicht, ob sie dich nicht ausrauben oder so, aber das Risiko muss man halt immer im Hinterkopf haben, aber ständig, nicht nur in so Vierteln. Aber ich fand da eigentlich ganz schön, in so „barrios“ zu gehen, die eben nicht völlig vom Tourismus überlastet sind, da ist einfach alles noch ein bißchen schöner, ursprünglicher, kolumbianischer! Und Cartagena (vollständiger Name eigentlich: „Cartagena de Indias“) ist übrigens sehr touristisch. In der Zeit, in der ich da war, ging’s eigentlich, weil Nebensaison war, aber im Dezember und Januar, wenn die ganzen Kolumbianer Urlaub machen ist hier alles dicht! Cartagena, bzw. einige Barrios von Cartagena, u.a. das historische Zentrum mit alten Kolonialbauten, und Getsemani (in dem Viertel war mein Hostel) gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und auch das einzige, in Kolumbien, soweit ich weiß.

 

Am ersten Abend habe ich mich dann mit Sergio getroffen. Jetzt werdet ihr euch erst mal denken, ja wer ist denn das schon wieder? Also: Ich weiß nicht, ob ich euch von Claudia schon mal erzählt habe? Claudia ist Deutschprofessorin hier an der Nacho und ich kenne sie über die HSS. Wir haben uns hier schon öfter getroffen und was zusammen unternommen, u.a. eben auch kurz vor meiner Abreise aus Bogotá. Ich hab ihr erzählt, dass ich nach Cartagena fahre, dann an der Küste entlang, dann über die departamentos Boyaca und Santander wieder zurück nach Bogotá. Da meinte sie „mensch, kristina, ich hab Bekannte in Cartagena, ich schreib die mal an, die machen bestimmt was mit dir!“ und ich so „ja, cool, klaro!“ Ja, und die Bekannten waren eben Sergio und Gabriela, Deutschlehrer im Casa colombo-alemana, eine Art Goethe-Institut. Sergio kannte sie noch vom Studium und Gabriela hat sie bei einem Deutschlehrerkongress kennengelernt. Ich hab dann Sergio einfach mal angeschrieben und es war dann voll süß, hat mir gleich gesagt, wo ich wohin gehen soll, mit Hostel, wie das so ist, mit Taxifahren, etc.! Jaja, die Kolumbianer sind einfach so hilfsbereit! Wir haben uns dann abends auf ein paar Bier getroffen. Zuerst war noch ein „Zimmermitbewohner“ von mir im Hostel dabei, Andrew, ein Australier (hier ist übrigens alles voll von Australier und Israelis!) und wir waren dann auf einem kleinen Plaza irgendwo mitten in Cartagena gesessen, haben Bier getrunken und uns unterhalten! Rund um uns herum nur Einheimische – echt voll cool!! Das ist hier sehr typisch, dass man sich einfach irgendwo hinsetzt, was trinkt und sich unterhält. Danach geht man üblicherweise tanzen – was wir dann auch gemacht haben! Andrew wollte am nächsten Tag abreisen, deswegen ist er dann gegangen, Sergio und ich sind dann weiter in die nächste Salsabar und haben den ganzen Abend Salsa getanzt :-) Es ist soooo cool! Einfach deswegen, weil’s das bei uns einfach nicht gibt! Der Plan war ja eigentlich, dass wir danach noch zu seinen Freunde gehen, die einen Auftritt in einer anderen Bar hatten. Wie so oft ändern sich Pläne in Kolumbien schnell, vor allem wenn’s regnet. Und mit regnen meine ich, dass die Straßen Flüsse sind – ich übertreibe nicht!!! Das Wasser stand uns bis zu den Knien! Ich hab versucht ein Photo zu machen, aber leider kommt das alles gar nicht rüber! In der Zeit hat es übrigens sehr viel geregnet, es gab teilweise krasse Erdrutsche (zwar jetzt nicht in Cartagena, aber zum Beispiel im Park Tayrona, wo ich ja auch hingefahren bin, oder Barranquilla die Gegend). Nachdem dann das Wasser einigermaßen wieder weg war, konnten wir auch zu der Bar gehen, nur zu dumm, dass der Auftritt natürlich schon längst aus war ;)

 

Am nächsten Tag bin ich dann erst mal durch das historische Zentrum geschlendert, und es ist wirklich schön!! Schöne alte Kolonialbauten und eben, wie man es sich vorstellt, so karibisch einfach! Wie man es sich aus dem Film Fluch der Karibik so vorstellt, überall blättert die Farbe von der Wand ab, weil es einfach zu feucht-heiß ist, Ventilatoren, überall stehen die Türen offen, weil man es sonst gar nicht aushält… aber cool! Am Nachmittag hab ich mich dann wieder mit Sergio getroffen und wir sind zu den Stränden von Marbella in Cartagena gegangen – juhuuu, mein erstes Mal Baden in der Karibik :) Das Dumme und gleichzeitig Schöne ist: das Wasser ist einfach Badewanne! Was einerseits ja voll schön ist, nur wünscht man sich einfach eine Abkühlung!! ;-) Und Fischreiher gibt’s hier, hui! Das Witzige ist dann, wenn ein Boot richtig viel Fisch dabei hat – oh Gott, die armen Fischer können sich vor dem Ansturm der Fischreiher kaum mehr retten!!

http://picasaweb.google.com/kristina.mosburger/Cartagena?authkey=Gv1sRgCJiIqeKpuP-gEg&feat=directlink

 

Am Tag drauf kam dann David, ein Mit-Austauschstudent aus München, fürs Wochenende an die Küste. Er meinte, es gab billige Flüge und er wollte auch mal ein bißchen Urlaub machen – schließlich sei ja der erste Monat Studium vorbei :) (Ich möchte hier aber mal anmerken, dass David tatsächlich mal „Austauschstudent“ ist, also knappe 10 Stunden Uni die Woche, wenn überhaupt… ;-) War jedenfalls super lustig! Wir sind dann mit den Bus nach Bocagrande, DEM Zentrum von Cartagena. Sieht aus wie auf Hawaii, oder so, wie man sich Hawaii vorstellt – Hochhäuser eins neben dem anderen und der Strand eher mittelmäßig. Ja, so war’s da auch! Aber wir haben’s uns richtig gut gehen lassen!! Fisch gegessen (ja, ihr habt schon richtig gehört – ich hab Fisch gegessen!!! War aber wirklich sehr lecker!) Ist einfach was anderes, ob man das an der Küste ist oder bei uns… Danach sind wir an den Strand und haben leckeren Coco loco getrunken. Ich sag nur, schaut euch die Bilder an :) Eigentlich wollte David ja nur für einen Tag nach Cartagena kommen, aber wie so oft, kam das bestellte Taxi nicht und für Busse war’s dann schon zu spät ;) Wir sind dann gemütlich in die Stadt gegangen, haben uns auf die Stadtmauer gehockt, was getrunken und so den Tag schön ausklingen lassen! Herrlich – links war das Meer und rechts die schönen alten Kolonialhäuser und die kolumbianische Musik darf natürlich nicht fehlen :) Jaja, so lässt sich’s schon aushalten!

 

David ist dann am nächsten Tag wieder zurück nach Barranquilla, um dort noch einen Bekannten zu treffen und ich, hihi, ja, eine andere Geschichte. Sergio hat mich am Abend noch angerufen, ob ich nicht morgen mit seiner Schwester, Doris, und seiner Mutter, Aura, die fürs Wochenende zu Besuch aus Bogotá in Cartagena gekommen sind (und weil Aura am Sonntag Geburtstag hatte), zu den Islas del Rosario fahren will. Islas del Rosario ist ein Meeresnationalpark nähe Cartagena. Gesagt, getan! Am Anfang war’s schon ein bißchen komisch, weil ich sie ja nicht kannte und so, aber wenn die Kolumbianer dich erst mal ein bißchen kennen, dann ist das echt soo cool! Der Ausflug selbst war eigentlich recht touristisch, aber mei, trotzdem schön ;) Wir sind dann auch in so eine Art „Freimeeresaquarium“ gefahren, mit Meeresschildkröten, Haien und Delfinen und noch sämtlichen anderen Fisch- und Korallenarten :) War schon recht schön :)

http://picasaweb.google.com/kristina.mosburger/Cartagena1?authkey=Gv1sRgCPiq7P-QmbbfvwE&feat=directlink

 

Doris, Aura und Sergio schienen mich anscheinend irgendwie zu mögen, jedenfalls haben sie mich dann auch gleich eingeladen, mit ihnen zum Playa Blanca zu fahren, ein Strand wie im Bilderbuch – weißer Sandstrand, warmes Wasser, kleinere Korallenriffe gleich direkt ab der Küste… Die Fahrt dorthin war übrigens spektakulär, hihi! Typisch kolumbianisch! Zuerst haben wir mal einen Bus gesucht, der zu irgendeinem Punkt hinfuhr, von dort ab wir ein Colectivo (ein Taxi, das erst losfährt, wenn es voll ist) nehmen konnten. Wir haben’s dann sogar dorthin geschafft (alleine hätte ich nicht mal gewusst, dass die da losfahren…), sind ins Colectivo eingestiegen und wie jedes Mal, wenn ich in irgendwas Fahrbares einsteige, schicke ich kurz ein Stoßgebet los… So Autos stehen halt bei uns auf dem Schrottplatz rum, geschweige denn, dass irgendjemand die auch nur fahren würde. Ja, hier ist alles ein bißchen anders und wenn ich jetzt so darüber nachdenke, finde ich es fast komisch, dass mich das jemals so erstaunt hat, eigentlich bin ich auf meiner späteren Reise mit schlechteren Autos oder sonstigem Fahrbaren gefahren… Jaja… Der Fahrer hat uns dann irgendwo hingefahren, wo wir die Fähre nehmen konnten, die über den Rio Magdalena (glaube ich… irgendein Fluss halt) übersetzt. Ich wusste übrigens auch nicht, wieviele Strategien es tatsächlich gibt, um zu verhandeln! Diesmal war Sergios Strategie: 2000 COP für alle, mehr gibt’s nicht. Joa, akzeptiert. Ich hab das übrigens wann anders später selbst mal probiert – das funktioniert tatsächlich!!! Na, wieder was gelernt ;) Am anderen Ufer (sicher) angekommen, wollten wir von dort ab eigentlich einen Bus nehmen. Zumindest war es das, was Sergio mir so erzählt hat „Klar, da geht ein Bus“. Ja, nur zu dumm, dass die Busse bzw. colectivos nur bis 11 Uhr, oder so ähnlich, fahren. Die einzige Möglichkeit war dann mit „mototaxis“, also Taxi per Motorrad! Hihi, das war wohl das lustigste, was ich gemacht hatte – auf meiner späteren Reise bin ich dann noch ein paar Mal öfter mit Mototaxis gefahren, aber auch einfach deswegen, weil es oft die einzige Möglichkeit ist, wie eben hier auch!! Die Straße war ein einziges Chaos – wegen der vielen Regenfälle war die Straße (sofern man es als Straße bezeichnen konnte ;) ein einziges Schlammloch! Doris‘ Fahrer ist da voll durchgeheizt, meiner war ein bißchen vorsichtiger, gottseidank! :) Hat aber alles nichts geholfen, denn das letzte Stück mussten wir zum Strand latschen – der Matsch stand uns wadeltief..! Haha, aber lustig war’s und gut für die Haut soll’s ja auch sein ;) Doris‘ Fahrer hat Doris sogar bis an den Strand gefahren, Aura, Sergio und ich mussten laufen! Aber der eine war so nett und meinte, er kommt für jeden zurück und fährt uns Frauen zum Strand! Jaja, die Macho-Kultur in Kolumbien live! ;-) Mir hat’s nicht wirklich ausgemacht zu laufen, also meinte ich, soll halt wenigstens Aura hingefahren werden. Sergio meinte, wir treffen uns dann vorne. Ja, nur zu dumm, dass ich die Handynummer von Doris nicht hatte, Sergio sie nicht wusste, weil sein Akku leer war und Doris keine Minuten hatte zum telefonieren (hier gibt’s, glaub ich, keine Verträge, sondern nur „Minuten“, das funktioniert so wie unsere Prepaidkarten. Nur keiner läd sein Handy auf, sondern geht zu einem Stand auf der Straße wo steht „Llamadas“ oder „minutos todo operador“, sagt, in welches Netz man rufen will (Comcel, Movistar oder Tigo) und zahlt dann pro Minute meist so um die 150 COP) Naja, abgesehen davon glaube ich, dass das Handy gar nicht funktioniert hat. Ich hatte zumindest dann bei unserer Unterkunft keinen Empfang mehr… Na, egal, das Ende vom Lied war, dass wir knappe 2 Stunden in der Mittagshitze rumgelaufen sind und bis wir uns gefunden hatten, hat es einfach nur ewig gedauert! :) Um 4 Uhr haben wir dann „Mittag gegessen“ hihi! Frischen Fisch! Also, wer mich kennt, der weiß, dass ich keinen Fisch esse – aber der Fisch da, war schon echt sehr gut!!! Und die Patacones mit Tomaten und Zwiebeln – mhhmmm, lecker!!!! Tja, und was wir da an den zwei Tagen gemacht haben ist wohl klar – relaxt pur :) Nur leider haben mich die Schnacken zerstochen, dass es nicht mehr feierlich war… aber ich glaube, das Schlimmste war, als wir abends/nachts noch am Strand waren. In der Hängematte hatten wir ja ein Schnackennetz, obwohl – das hatte auch viele Löcher… der Witz war ja, dass ich nicht mal wusste, dass wir 2 Tage bleiben, hihi!! Gottseidank braucht man am Strand eigentlich eh nur ‘nen Bikini und für meine Kontaktlinsen hatte ich (warum auch immer) meinen Behälter dabei :) Jaja, an was man nicht alles denken muss! ;) Am Abend sind wir dann zurückgekommen und die drei haben mich gleich noch eingeladen, mit Ihnen doch abends noch eine Stadtführung zu machen, und zwar in einer dieser Pferdekutschen! Das war schon echt sehr cool! Und wenn abends die Gebäude so schön beleuchtet sind – hach, Uuuuurllaaauuub!!! :) Nur die Pferde haben mir leid getan, wenn man die streicheln wollten, waren die voll schreckhaft, ich will gar nicht wissen, was die mit denen alles machen… arme Pferdls! Aber Pferdekutschen oder so Pferdegespanne (?) als Lastenträger sind auch in Bogotá keine Seltenheit! Ist natürlich krass, wenn auf einer vielbefahrenen Straße plötzlich so ein Pferdeanhänger auftaucht, aber man gewöhnt sich daran ;)

 

Warten auf die Fähre! v. li. n. re.: Aura, Doris, ichauf der Fähre - v. li. n. re.: Aura, Sergio, Doris, ichUnsere Unterkunft - schade, dass man die Hängematten nicht sieht :)Der Kokusnussverkäufer am Strand von Playa BlancaPlaya BlancaKariiiiiiiiiibbbiiiiiiiiik :)Sonnenuntergang am Playa Blanca

 

Tja, und so vergingen die Tage in Cartagena wie im Flug!! Einmal war ich auch in einer Deutschstunde dabei. Das war recht lustig, vor allem deswegen, weil die mich einfach nicht verstanden haben… Da merkt man einfach mal, wie schwierig es ist, sich mit einfachen Worten auszudrücken…! Ich bin dann noch für einen Tag an einen Vulkan gefahren, der Vulkan ist wahrscheinlich der kleinste seiner Art… war jedenfalls sehr witzig, denn man konnte dort drin Schlammbaden! Hihi! So cool! Man geht da rein, kann aber einfach nicht untergehen, aber andererseits auch nicht wirklich schwimmen und die Position wechseln! Hihi, das ist dann recht witzig!! :)

Vulkan de Lodo de Totumo......beim Matsch-baden

 

Nach Cartagena bin ich dann weiter nach Santa Marta. Eigentlich wollte ich ja zuerst noch einen kleinen Zwischenstop in Barranquilla machen, allerdings hat mir jeder gesagt, das sei eh nicht so schön. Nun gut, in Santa Marta angekommen, bin ich dann zum zweiten Mal mit meinem Fuß umgeknickt… Das erste Hostel, in dem ich war, war der Horror. Nicht umsonst stand im Lonely Planet, dass die Zimmer nur fast über „Gefängnisniveau“ sind… am nächsten Tag bin ich dann auch ausgezogen und ich muss sagen, das war eine sehr gute Entscheidung!! Bin ins nächste Hostel nebenan und mein Zimmermitbewohner war Luke, ein Australier, der z. Z. eigentlich in Canada lebt und arbeitet, aber bis zur nächsten Skisaison erst mal durch Südamerika reist! Wir haben uns dann recht gut verstanden und haben dann beschlossen, gleich mal zusammen abend zu kochen. War zwar nur Pasta, aber gut wars :) Luke hat mir dann auch erzählt, dass es recht billig hier ist zu tauchen – gesagt, getan bin ich natürlich gleich noch runter und hatte meinen Tauchgang für morgen gebucht :) Luke hatte noch keine Lizenz und da ich schon seit Griechenland vor zwei Jahren nicht mehr getaucht bin, hab ich gefragt, ob ich so einen Refresher-Kurs brauche. Der Tauchlehrer am Telefon meinte dann, ich solle halt mit Luke mitkommen, dann könnten wir zusammen den Film anschauen und auf dem Boot gibt’s nochmal eine kleine Wiederholung. Und ich so – OK! Leider war das Tauchen nicht so toll! Die Korallen waren super!! Nur leider war die Sicht relativ schlecht, weil es in letzter Zeit viel geregnet hatte, so auch in der Nacht zuvor (naja, war ja auch irgendwie gerade Regenzeit…) und ich hatte mich am Tag zuvor anscheinend im Bus verkühlt. Kein Wunder, bei den Klimaanlagen!!! Es ist einfach immer super heiß und der Bus ist ein Kühlschrank…!! Angeblich kann man das auch nicht ausstellen bzw. wärmer stellen, weil das voreingestellt ist, naja, ich weiß ja nicht... jedenfalls war ich im Bus mit meinem Rock und T-shirt… tja, und obwohl’s nur 4 Stunden waren hat’s halt gereicht! Ich dachte mir noch, ach, wird schon nicht so schlimm – ich hatte noch nie so Ohrenschmerzen unter Wasser!!!! Und dann hat mein Ohr nicht geploppt und die anderen sind immer tiefer und ich konnte nicht, ich dachte, mir zerreißt es gleich das Trommelfell… der Tauchlehrer hat’s dann bemerkt und da meine Ohren immer schlimmer wurden, mussten wir relativ schnell nach oben. Oben ging’s dann wieder, aber so richtig geploppt haben die auch dann nicht. Nach ein paar Minuten hab ich’s dann geschafft und wir sind nochmal runter, halt nicht mehr so tief, logischerweise. Der zweite Tauchgang war dann besser, allerdings bin ich dann mit Luke und dem anderen Tauchlehrer mit, da sind wir nur auf 15 Meter runter, aber ganz ehrlich, das reicht mir eigentlich und gesehen hat man auch viel, insofern…! Und meine Ohren waren mir in dem Fall wichtiger…! Die anderen waren auf 22 Meter unten, aber was soll’s! Die Korallen waren so genauso schön :)

Nach dem Tauchen –die haben uns gleich in Santa Marta rausgelassen, so dass wir vom Nachbarort „El Rodadero“ nicht zurückfahren mussten– sind Luke und ich dann noch ein bißchen durch die Stadt geschlendert – und auf den Photos seht ihr ein paar Resultate ;)

 

Santa Marta ist eigentlich relativ groß mit 500.000 Einwohnern. Nur, wie auch in Cartagena, gibt es eben reichere Viertel und nicht so tolle Viertel. Das Viertel, in dem mein Hostel war, war, direkt neben dem Touristenviertel, bzw. dem Viertel, in dem eben die schöneren Gebäude stehen… Der Strand war jetzt nicht der Hit, aber dafür gibt’s ja Taganga und Parque Tayrona nebenan ;) Es gibt verdammt viele Straßenverkäufer, wo man super einkaufen und handeln kann! Und die Leute waren immer sehr erstaunt, wenn man nicht gleich den erstbesten Preis akzeptiert hat, hihi! Und wenn man dazu noch Spanisch konnte, war man ja schon fast der Hit! Eine „mona“ spricht Spanisch UND handelt! Also sowas gibt’s ja gar nicht! Und das auch noch ohne Begleitung – also sowas! Aber ich war immer recht zufrieden mit meinen ausgehandelten Preisen – dementsprechend viel hab ich auch eingekauft ;)

Unser Tauchplatz im Parque Nacional de TayronaSanta MartaKramer???Pico y Placa - welche Autos dürfen heute nicht fahren??? Die Strafe, wenn einen die Polizei erwischt, wenn man nicht fahren darf, ist übrigens nicht mal für Deutsche billig...Luke und das MilitärMhhmmmm - frisch gemachte Im Hafen von Santa Marta - wie geil!!!Die Cocada-Verkäuferin am Strand von Santa Marta :)

 

Einen Tag bin ich dann auch nach Minca gefahren, ein kleines Dörfchen unweit von Santa Marta. Um zu den Colectivos (in diesem Fall wieder das Taxi, das erst losfährt, wenn 4 Leute da sind) zu gelangen, die nach Minca abfahren, musste ich durch ein nicht so schönes Viertel laufen, das war mir dann teilweise nicht so ganz geheuer… die Fahrt nach Minca war noch abenteuerlicher wie die Fahrt mit den Mototaxis nach Playa Blanca – huui, und die Kupplung hat vielleicht gestunken… uiuiui, die armen Autos ;) In Minca angekommen bin ich dann erst mal ein bißchen rumgegangen und habe dort ein kleines Mädchen getroffen, die auf dem Spielplatz war. Mensch, die war vielleicht süß!!! Hat so zu mir gemeint „du bist aber nicht aus Kolumbien!“ und ich „Nein, ich bin aus Deutschland. Weißt du wo das liegt?“ Da hat sie nur den Kopf geschüttelt. Ich hab’s ihr dann erklärt und die war einfach so niedlich! Hat dann immer wieder nachgefragt, was ich hier mache, etc. etc. So wief, die Kleine! Meine Kette hat sie dann so toll gefunden und als ich sie dann gefragt habe, ob sie keine hat, hat sie nur gemeint, dass sie noch 8 Geschwister hat. Ich hab ihr dann die Kette geschenkt, weil ich die einfach so süß fand! Da bin ich mal wieder nachdenklich geworden, wieviel Glück ich mal wieder habe. Ich meine, die wird wahrscheinlich nie studieren, einfach schon deswegen, weil die aus ihrem Dorf nie rauskommen wird, ihre Eltern sie nie dazu bewegen werden, dass sie studieren soll oder sonst irgendwas. Die wird irgendwann Taschen verkaufen oder im „Restaurant“ arbeiten… Eigentlich voll schade, die Kleine war nämlich echt nicht dumm. Naja, leider ist das so...

Ich bin dann weiter, wo mir die Frau im Hostel erzählt hat, dass ich hingehen soll, und zwar, um zu dem Fluss in Minca zu gelangen, muss man durch ein Cafe/Restaurant durchgehen und von dort aus zum Fluss absteigen. Das Wasser ist übrigens eiskalt, aber eigentlich die Erfrischung, die man sich immer gewünscht hat, hihi! :) Alfredo, der Kolumbianer, dem das Cafe gehört, ist dann runter zum Fluß gekommen und hat dann Photos gemacht, etc. Hihi, ich glaube, dem hat das richtig Spaß gemacht! Den Photo hat er fast nicht mehr hergegeben, leider war er nicht so der begabteste Photograph, so dass auch die Bilder später im Pozo Azul nicht so toll sind… ;) Bin dann natürlich auch mal mit der Liane (oder wie nennt man das??) geschwungen – hihi, war das lustig!!! Alfredo hat mir dann vorgeschlagen, ob ich nicht auch noch an den „Pozo Azul“ will, das liegt etwas weiter oben und das Wasser speist quasi den Fluß hier unten. Ohne lang zu zögern sind wir dann mit seinem Mototaxi dorthin gefahren – mal wieder über Stock und Stein, Berge und Abhänge und Schlammpfützen, hihi! Wenn man in dem Wasser badet, muss man sich was wünschen und der Wunsch geht dann in Erfüllung. Schade, dass ich meinen Bikini nicht anhatte, deswegen konnte ich leider nicht dort schwimmen gehen. Aber da Minca etwas weiter oben liegt und daher etwas kühler ist, un ich ja vom Bus noch etwas verkühlt war, war es vielleicht auch besser so ;) Wir haben dann einen kleinen Spaziergang gemacht zu den Wasserfällen weiter oben. Ob das allerdings immer ein Weg war, bin ich mir nicht so sicher, genauso wenig, wie wahrscheinlich die Flußüberquerung teil des Weges war, hihi! Ach, egal, aber lustig war’s!! Ich häng die Bilder an, dann könnt ihr selbst entscheiden, ob das ein Weg war ;) Alfredo hat mir dann total viel über die Pflanzen, Bäume und Tierwelt erzählt. Minca ist auch ein idealer Ort für Kaffeepflanzen, was heißt, hier stehen überall (auch in der freien Wildnis) Kaffeepflanzen rum, echt cool! Wir sind dann wieder zurück nach Minca und auf dem Weg zurück haben wir einige Tukane gesehen, voll cool!!! Ich hab noch NIE welche gesehen!! Ihr wisst schon, der Vogel, der auf der Haribo-Packung auch immer drauf ist. Echt wahnsinn!

In Minca - auch im Rest vom ländlichen Kolumbien ein typisches MotivLianenschwingen im eiskalten Fluss von MincaAch, das ist ein Weg???...naja, wird ja schon besser......oder?!? ;)Rio in MincaTukan!!!!!

 

Am Tag drauf bin ich dann in den Parque Tayrona gefahren, ein Nationalpark hier in der Karibik. Vor der Abfahrt habe ich noch eine Österreicherin getroffen, mit der ich mich recht gut verstanden habe – nicht zuletzt wegen des Dialekts ;) Wir haben dann beschlossen zusammen dorthin zu gehen. Im Bus war dann auch noch ein Deutsch-kolumbianisches Pärchen mit ihren 2 Söhnen. Die waren lustig, weil die meinte, hier versteht sie ja keiner, wenn sie Deutsch reden. Hihi, jaja, falsch gedacht! Vor allem der Kleine war ziemlich überrascht, dass ihn hier jemand versteht ;) Aus dem Bus ausgestiegen hieß es erst mal: Laufen, laufen, laufen. Was insofern nicht so schlimm wäre, wenn es nicht gerade halb 1 uhr nachmittags und die Mücken nicht allzu schlimm und der Weg nicht ganz so matschig gewesen wäre… ;-) aber wenigstens konnte man den Strand nachher umso mehr genießen, wo man wusste, was man sich da „erkämpft“ hatte, hihi! In Arrecifes sind wir dann übernachtet – in einer Hängematte (mit Moskitonetz!!), mit Blick aufs Meer und Meeresrauschen inklusive :) Sehr geil! In Tayrona gibt’s auch keine gscheiden Duschen, nur Flußwasser, das sie quasi raufpumpen, hihi! Und die Pferde und Esel laufen hier auch frei rum – hihi, der Esel hat die ganze Nacht gewiehert (heißt das so??), naja, ich übertreibe, nur am morgen und irgendwann mal nachts (also abends). Wenn ich übrigens von Nacht spreche, dann meine ich ab 6 uhr abends. Um 6 Uhr wird’s hier dunkel, dann ist hier für mich nacht ;) Tja, trotz Moskitonetz bin ich mal wieder völlig zerstochen aufgewacht! Na, vielleicht war’s auch, weil wir am Abend noch draußen gesessen waren. Wahrscheinlich sogar. Am nächsten Tag sind wir dann weiter nach Cabo San Juan de la Guia, einem Strand wie im Bilderbuch! Leider hatten wir etwas Pech mit dem Wetter, und zwar insofern, dass das Wasser wegen der vielen Regenfälle und Erdrutsche in der Gegend etwas dreckig war. Die Österreicherin hat sich dann irgendwie über jeden Scheiß aufgeregt, wieso der Bus nicht pünktlich kommt (es hieß der Bus kommt um 10 Uhr am Hostel an, um uns abzuholen, aber 10 Uhr in Kolumbien heißt halt mal mind. 10.30 Uhr…) und wie man denn da ohne Guide die Touristen hier in den Park lassen könnte, schließlich zahlt sie ja so viel dafür, etc. Hui, das hat mich schon etwas aufgeregt, muss ich sagen, aber mei. Im Großen und Ganzen war sie schon in Ordnung ;-) Eigentlich wollte ich noch eine Nacht bleiben, aber da ich zu meinen 30 Stichen aus Cartagena noch 20 mehr dazubekommen habe, habe ich beschlossen dann doch zu gehen… ;) Die Rückfahrt per Boot nach Taganga, einem kleinen Fischerdorf, war dann wesentlich bequemer ;)

Tayrona - der Karibiktraum beginnt...aber bevor wir an diesen Strand gekommen sind mussten wir......über Stock und Stein laufen (hier mit Bettina)......begegneten Riesenspinnen und Brücken, wo wir nicht wussten, ob die halten...und natürlich wadeltiefe Schlammwege (so sah übrigens 90% unseres Weges aus...)......und ungefähr so sahen wir 90% des Weges aus... ;)...oder so......ein paar nette Wege waren auch dabei - allerdings mit viiiieeeelen Krabben, die sich im Sand versteckt eingebuddelt haben......aber immerhin gibt's ja auch ein Ende - mit Traumstrand :)...und so lange man sich danach auf einer Palme entspannen kann - was will man mehr???Das war übrigens der Esel, der uns in der Nacht öfter mal aufgeweckt hatte, hihi ;)Die nächsten Bilder zeigen ein paar Eindrücke aus Parque nacional de Tayrona...Karibikfeeeeeeeeeeeeeeling :)Wenn jemand weiß, was das für ein Tier ist: bitte bei mir melden!Ranger im Parque TayronaAdios, Tayrona!

 

Taganga ist, wie schon gesagt, ein kleines Fischerdorf, das normalerweise überfüllt ist mit Touristen, v.a. Amis und Israelis, aber um die Jahreszeit ist es etwas ruhiger, was echt schön war, da ist einfach mehr Flair da! Im Hostel hab ich dann einen Iren getroffen, mit dem bin ich dann Fischessen gegangen und er meinte, er wollte ein paar Freunde im anderen Hostel besuchen, ob ich nicht mitkommen will. Wir haben uns dann ein paar Bier gekauft und sind zu dem Hostel (das übrigens sooo cool war!). Tja, die Freunde haben wir irgendwie nicht getroffen, also haben wir uns oben auf die Terrasse gesetzt und geratscht! Es war dann schon 2 Uhr in der Nacht, als wir dann wieder raus wollten. Hmm, ja, das war das Problem. Reingelassen hat uns nämlich einer aus dem Hostel, aber zum rauskommen hätten wir auch einen Schlüssel gebraucht, um das Tor aufzusperren… Wir haben dann zuerst versucht das Schloss irgendwie zu knacken. Tja, dann versucht über das Tor zu klettern. Dann versucht irgendwie durch die Büsche drüber zu kommen, nur war es dann zu tief um zu springen. Im Endeffekt sind wir dann ganz nahe am Tor über die Büsche drüber und am Tor runtergeklettert – hahaha, ich sag’s euch, das war eine Gaudi!!! Ich hab aber in dem Augenblick gehofft, dass es da keine Überwachungskameras oder sowas gibt, das Erklären ist ja dann nicht immer so einfach! ;) Aber lustig war’s!!! Hahaha :)

Yeahyyy - Hängematte!!!!!!! :)Essen auf Kolumbianisch: wie üblich als Vorspeise, die Suppe darf hier nicht fehlen!Patacones (also zerdatschte Platanos) mit Reis, Fleisch (ich glaub, das war Pute) und Salat mit Tomaten und Zwiebelmhhmmm, leckere Arepas :)

 

Am nächsten Tag bin ich dann nach Playa Grande, einem Strand hinter dem Hügel von Taganga. Den Weg musste ich, wie üblich, erst mal finden ;) Glücklicherweise hab ich einen getroffen, der dort auch hin musste und er meint, er nimmt mich mit. Der Weg nach Playa Grande ist anscheinend nicht so ganz sicher. Es gibt anscheinend nicht so wenige Fälle, in denen Touristen ausgeraubt werden, allerdings nicht von den Leuten aus dem Dorf (na, die wären auch schön blöd, die leben ja vom Tourismus – naja, und Fischfang), sondern eben von weiter weg bzw. Santa Marta, etc. Na, aber manchmal übertreiben die Kolumbianer einfach auch. Es gibt viele Situationen, wo ich mir überhaupt nix dabei denke und die die Hände über dem Kopf zusammen schlagen… Man merkt einfach schon noch, dass es viel Mißtrauen gegenüber den eigenen Landsleuten gibt, was eigentlich sehr schade ist, denn ich traue mich zu behaupten, dass der Großteil eigentlich einem freundlich gesinnt ist. Auch als Frau alleine reisen, also das ist ja der Wahnsinn, oh mein Gott, wie kann ich nur…! Aber eigentlich glaube ich, dass das Risiko, als Frau ausgeraupt zu werden, geringer ist, als bei Männern. Die sind einfach teilweise so Macho, dass die eher sagen „oh, die arme kleine Frau, die kann sich ja nicht wehren“ und in Männern eher sowas wie Gleichgesinnte sehen und eher so „Mann gegen Mann“. Naja, das ist mein Eindruck, ich weiß ja nicht, wahrscheinlich, weil ich genau das jetzt gesagt habe, werde ich wahrscheinlich morgen ausgeraubt… hoffentlich nicht, toi, toi, toi – klopf auf Holz ;) Klar gibt’s einige Dinge, die darf man halt nicht machen, das sollte einem natürlich schon immer klar sein…! Nicht unbedingt alleine nach 7 oder 8 Uhr rausgehen, keinen super auffälligen Modeschmuck oder Kleidung tragen, Handy und Geldbörse (sofern überhaupt vorhanden) immer am Körper oder Hostentasche tragen und zur Sicherheit immer ein paar lose Scheine in der Hosentasche, etc. etc. etc.

 

In Playa Grande habe ich dann einen Deutschen getroffen, der seit 2 Wochen mit einer Kolumbianerin verheiratet ist, und hier auf Urlaub sind bzw. hier auch geheiratet haben. Das war echt lustig mit dem!! Einer ist auch die ganze Zeit rumgelaufen und wollte uns die ganze Zeit die Massagen andrehen und weil wir ja so weiß sind, da hat er ein Öl, mit dem massiert er uns und am Ende vom Tag sind wir so braun wie er. Hihi! Der war lustig drauf! Heiner hat sich dann breit schlagen lassen und sich mal eine Massage gegönnt! Ich hatte mir damals schon in Cartagena mal eine gegönnt – aah, herrlich, Massagen am Strand!! Als es dann zum Regnen angefangen hat, hat der Masseur-Typ seinen Kumpel vom Meer hergerufen und der hat uns dann mit zurück nach Taganga genommen. Dort haben wir uns dann zum Mittag-/Abendessen einen frischen Fisch gegönnt (frisch vom Meer…! Hier ist das nichts Besonderes, man kann quasi zuschauen, wie die den Fisch vom Meer holen und zubereiten! Einmal hab ich mal zugeschaut, wie die Fische da so verhandelt wurden – echt lustig! Da meint der eine, die Waage geht nicht, und zum Schluss nimmt er doch den anderen Fisch… hihi, einfach lustig!!) Abends sind wir dann noch am Meer gesessen, bißchen was getrunken und danach in eine Bar, leckere Cocktails trinken :) Mein Fazit von der Karibikküste war, das es echt wunderschön dort ist, aber es kommt eben drauf an, was man schon gesehen hat. Und das klingt jetzt vielleicht blöd, aber wenn man schon mal in Neuseeland war, dann ist man von Stränden und Landschaft schon sehr verwöhnt – wenn andere dann sagen „Ja, wo gibt’s denn das schon?!?“ traue ich mir immer gar nichts zu sagen… Ich mein, es ist schon echt schön, aber verwöhnt ist man halt trotzdem… ;)

Tagangaaaaaaaa :)Taganga, ein kleines, verschlafenes Fischerdörfchen - zumindest zu der Zeit, wo ich da war, im Dezember/Januar sieht das schon wieder anders aus...Der Weg nach Playa Grande...könnt ihr den Weg erkennen?aah, da is er ja wieder ;)Auf dem Weg nach Playa Grande - Kakteen, ein übliches Bild hierWooohhhoooooo - Karibik! Relaxen, während andere studieren :)Der lustige Masseur und HeinerAbendstimmung in der Bucht von Taganga

 

Am nächsten Tag bin ich dann abgereist, zuerst zurück nach Santa Marta, wo ich dann meinen australischen Pasta-Koch-Tauch-und-Zimmergefährten getroffen habe, was echt überraschend war, weil ich dachte, er sei schon weg! Wir haben dann nochmal zusammen gekocht, wie zuletzt, war echt lustig! In Santa Marta haben wir jeden Abend zusammen gekocht, und danach in den Hängematten relaxt – ahh, herrlich!!! Ich sag’s euch, so eine Hängematte brauche ich auf jeden Fall noch, bevor ich heimfahre! Die kommt dann bei mir ins Zimmer in München, definitiv! :) Dann noch meine Sachen gepackt (in Tayrona hatte ich ja nur das Nötigste dabei und das restliche Gepäck im Hostel gelassen) und bin dann am Abend per Übernachtbus Richtung Süden, nach Bucaramanga, gefahren.

 

Bucaramanga gehört zum Departament Santander und ist übrigens bekannt für seine Schuhe. Ich hab da natürlich nichts gefunden, mit meiner Schuhgröße – die gehen ja alle nur bis max. 37 oder 38… Bucaramanga war jetzt auch nicht so spektakulär, ganz nett, schön warm und einen schönen Park hatten die, mit gaaaanz vielen Schildkröten, echt cool! Man musste teilweise echt aufpassen, dass man nicht gleich über eine stolpert, hihi! In meinem Hostel war auch ein Pärchen aus Cúcuta. Er hat an einem Schachwettbewerb teilgenommen und Catalina hat ihn quasi begleitet. Ich bin dann mit ihr am nächsten Tag nach Girón gefahren, ein kleines Städtchen mit einem kolonialen Stadtkern, wenn man so sagen will. War echt sehr süß, und hab dort zum ersten Mal Raspado probiert. Raspado ist eigentlich nur Crushed Ice, mit verschiedenen „Säften“ in verschiedenen Geschmacksrichtungen und oben drauf kommt Honig. Das Ganze ist sehr süß, sehr kalorienhaltig, aber auch sehr erfrischend bei der Hitze :) Man muss nur aufpassen, dass die Riesenwespen nicht kommen – und glaubt mir, dass sind Killerwespen, beinahe Riesenhornissen oder so… Als wir nach B/manga zurückkamen gab es dort eine „Cabalgato“, das ist quasi ein Umzug mit Pferden. Ich hab unten Bilder reingestellt, macht euch selbst ein Bild ;) Am Abend sind wir drei dann noch in eine Salsabar zum tanzen gegangen, was echt sehr witzig war!! Der Freund von Catalina ist nebenberuflich Tanzlehrer und die beiden haben getanzt, das war echt herrlich! Ein älteres Pärchen war auch da, die sind abgegangen, cool! Das ist echt das Schöne hier: Hier tanzt einfach jeder, ob jung oder alt, ganz egal – einfach tanzen!!!

Im Departamento Santander in der Stadt BucaramangaKurioses aus Kolumbien No.1......und No. 2 ( ich übersetze: Direktverbindung nach Bogotá, und darunter steht: für das Wohlbehagen der Frau: 2 Klos) hahaha, ich hab mich halt kaputt gelacht ;)Girón - ein kleines koloniales Dörfchen in der Nähe von B/mangaGirón - der zentrale Platz mit -wie könnte es anders sein- KircheZurück in B/manga erwartete uns eine jaja, da is was los!Cabalgato, Menschen über Menschen und Straßenverkäufer, die dürfen natürlich nirgendwo fehlen!!Raspados - ein typische ...und hier die ...und

 

Fortsetzung in Teil 2...

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Mittwoch, 25.08.2010 Studieren auf kolumbianisch

So, meine Lieben, jetzt folgt wahrscheinlich ein sehr langer Eintrag, schließlich geht es um die ersten drei Wochen an der Uni… die sind auch schon wieder vorbei und ich habe jetzt übrigens bis 27. September erst mal frei :) Dachte mir, ich fahr in die karibik und kurz entschlossen habe ich letzte Woche auch meinen Flug nach Cartagena gebucht. Dort werde ich dann wahrscheinlich 3 Wochen verbringen, also nicht allein in Cartagena, sondern werde dann so an der Küste entlang reisen :) Ich freu mich jedenfalls schon auf 30 Grad, Sonne und weißen Sandstrand und vor allem natürlich auf U R L A U B :) (den ich ja laut einer Profe schon immer habe…) aber todo a su tiempo…

 

Mein zweiter Tag an der Uni fing so gut an, wie der andere aufgehört hatte… naja, um ehrlich zu sein, so schlimm war’s ja gar nicht ;) Ich hab halt nur nichts verstanden, es hatte an dem Tag geregnet und da ich ca. 30 min zu dem Hospital universitario gehen muss, war ich bzw. eher meine Füße, natürlich klatschnaß… jaja, das wäre ja gar nicht so schlimm, wenn es in diesen Räumen nicht immer so ziehen würde. Die haben hier einfach keine gscheide Isolierung und wenn es draußen kalt ist, ist es drinnen halt auch kalt. Na toll! Da hab ich mich dann zuerst mal einen abgefroren, bis ich mich mittags mit Jonas (auch einem deutschen Austauschstudenten von meiner Uni hier) getroffen habe, um zusammen zum DAS zu gehen. Ihr erinnert euch, ich musste ja noch meinen kolumbianischen Personalausweis abholen :-) Das hat dann auch soweit alles gut geklappt, na endlich mal ;) Wir sind dann noch „gemütlich“ essen gegangen und bin dann zu meiner Nachmittagsstunde wieder zum Hospital gefahren. Ich weiß nicht, ob ich es schon mal erwähnt habe, aber das Hospital ist kein Hospital, wie man sich das rechts der isar oder so vorstellt…sondern eine einzige Bruchbude. Soweit ich weiß, wird das auch abgerissen und irgendwie neu gebaut und erweitert. Warum wir dann noch Seminare drin haben, ist mir auch ein Rätsel. Aber auch hier, nicht so viel hinterfragen ;-) Am nachmittag hatten wir dann so einen abgefahrenen prof, den vom Vortag, den ich mal wieder absolut nicht verstanden habe… noch dazu hat er mich als „R“ eingetragen, also „retardo“, was so viel wie verspätet gekommen bedeutet. Na toll! Und ich konnte eigntlich gar nichts dafür (naja, vielleicht, wenn ich nicht mittagessen gegangen wäre, hätte ich es evtl auch geschafft, aber warum so stressen… ;) Jedenfalls waren die anderen (also meine Freunde Oscar, Jose und Karol) auch zu spät, und das unabgesprochen, haha!!! :) Dann hat der Typ natürlich auch nicht bis 4 uhr, sondern bis um 6 Uhr gemacht!!! AaaahH!! Meine Füße waren mittlerweile auch wieder kalt…

Die restliche Woche verlief dann so, dass wir unterschiedliche Professoren hatten, die uns was über das kolumbianische Gesundheitssystem erzählt haben, wovon ich mehr oder weniger verstand. Haha! :) Naja, wenn schon Opportunitätskosten erklärt werden… wenigstens wusste ich auf Deutsch, was es war, aber auf Spanisch erklären?? No way…! Und wenn ich es vorher nicht gewusst hätte, dann hätte ich es auch nicht kapiert. Mit der Zeit hab ich dann auch immer mehr verstanden, konnte mich auch mal länger Zeit konzentrieren, um allem auf Spanisch zu folgen. Das ist ganz schön schwierig und unglaublich nervenraubend… Es ist ja nicht so, dass man nicht zuhören will, sondern man schaltet einfach immer wieder ab, man ist einfach hochkonzentriert, das ist nicht, wie bei Deutsch oder Englisch wo man ab un zu mal zuhört und dann weiß, worum es geht… jaja, so ist das. Die Professoren waren eigentlich alle ziemlich cool drauf, einer hat nicht mal gecheckt, dass ich Austauschstudentin war, bis er es gecheckt hat, dass ich irgendwie nie wirklich auf seine Fragen antworten konnte, haha! Aber der war cool drauf. Wir hatten auch zwei Profes, ich schwör, der eine sah aus wie Mister Bean (sogar mit dem Muttermal…) und der andere hatte einen Bart wie Heiner Brandt! Haha, sehr geil, echt! Nur eine Profe schien mich irgendwie nicht leiden zu können…

Am Montag wussten wir ja schon, dass wir bis Donnerstag und Freitag je einen Aufsatz und bis Donnerstag und Freitag je noch ein Referat vorbereiten sollten. Ja, soweit so gut, schön wär’s halt gewesen, wenn sie uns nicht am Mittwoche Bescheid gegeben hätte, was denn erst mal unser Thema ist… Also, haben wir uns Mittwoch nachmittag/abends hingesetzt und diesen dummen Aufsatz geschrieben (den gottseidank einer aus unserer Gruppe, Jaime, schon vorgeschrieben hatte und wir dann nur noch gemeinschaftlich korrigieren mussten) und bis spät abends noch an der präsentation gearbeitet. Bin dann so gegen halb 10 heimgekommen und da man dann ziemlich fertig ist, wenn man den ganzen Tag in einer Sprache redet, die man nur halb versteht, hatte ich an dem Tag nicht mehr die Konzentration noch irgendwelche hochforschungsentwickelten Texte durchgelesen, um dann noch meinen Aufsatz zu schreiben…

Am nächsten Tag hieß es dann wieder von 8 bis um 5 Uhr Uni, dann noch den Vortrag für Freitag vorbereiten und dann noch den Aufsatz schreiben. Das hat dann bis 2 bzw. halb 3 uhr nachts gedauert (wenigstens habe ich am wochenende erfahren, dass es sich gelohnt hat – hab 4.3 von 5 möglichen Punkten :) und dann um 6 Uhr wieder aufgestanden. Ja, und dann hat mich die Professorin so blöd angemacht, ich hätte ihr ins Gesicht springen können. Sie meinte, ich soll doch bitte kurz und ausführlich das deutsche Gesundheitssystem erklären, aber bitte nur in 2 Sätzen. Ich meinte, das wär nicht möglich, was sie denn hören wolle (weil sie zuerst vom Gesundheitssystem gelabert hat und dann mit der Sozialversicherung über die Rentenversicherung gekommen ist). Ich meinte dann, das sei kompliziert. Und dann sie so: Ach Kristina, wenn das so ist, dann mach doch bitte gleich mal einen Vortrag für Montag über das deutsche Gesundheitssystem. Dann ist sie auf Englisch übergegangen (woraufhin ich sie kaum mehr verstanden habe, weil es so schlecht war, das Englisch von der) und meinte so: „The shine of holidays has gone away, right, kristina?“ BLÖDE TUSSE, echt! Die hat echt keine ahnung, was ich hier alles gemacht habe, nur damit ich das in der gleichen zeit fertig bekomme, wie die anderen. Eine Extrawurst hatte ich bis dato noch nicht bekommen. Die hat echt keine Ahnung, was es heißt auf einer anderen Sprache zu studieren, eine komplexe Materie versuchen zu verstehen und den ganzen Tag Spanisch versuchen zu reden. Die hat echt keine Ahnung. Ich war leider mal wieder so perplex, dass ich gar nichts drauf sagen konnte… Aber diese blöde K.. echt!! Aaarrgh, ich reg mich ja jetzt noch auf über die!! Das beste war dann noch, am Montag war sie dann natürlich gar nicht da, sondern wir hatten am Nachmittag Selbstunterricht (stellt euch das mal in Deutschland vor! Da würde doch jeder heimgehen, aber es waren tatsächlich alle da!) und da habe ich dann halt meinen Vortrag gehalten (von dem meine einzige Bibliographie die von wikipedia war und am ende ein verwirrendes Bild, bei dem ich dann gemeint habe, es sei unmöglich das deutsche Gesundheitssystem in 4 Seiten in Powerpoint zu halten... Pah, ich hab der schon gezeigt, was shine hier heißt. Also echt „shine of holidays“… echt bescheuert oder??!? Das Allerbeste kommt aber noch, denn sie meinte zu einer Komilitonin von mir (die hat sich immer so um sämtliche Kursangelegenheiten gekümmert, nicht nur bei mir, sondern generell) und meinte so, dass sie gerne noch einen Aufsatz von mir hätte, über das deutsche Gesundheitssystem, schließlich hätte sie den Vortrag ja nicht gehört…!!! Das war echt der Abschuss!! Vor allem, weil das letzten Freitag war, also der Tag des letzten Kurses!! Ne, also beim besten Willen nicht. Ich hab’s auch nicht gemacht, weil ich das ja mal überhaupt gar nicht einsehe… Zumal die Leiterin von dem Institut mir ja angeboten hatte, dass ich statt der Klausur einen Aufsatz schreiben darf, 4 Seiten, über einen Vergleich über das deutsche und kolumbianische Gesundheitssystem. Ich hatte das dann so gestaltet, dass ich das an einem Beispiel erklärt hatte. Da soll sie sich den Aufsatz durchlesen, dann weiß sie auch, wie das deutsche Gesundheitssystem funktioniert. Also echt, das war echt der Abschuss schlechthin. Und vornerum hat sie immer so nett getan… Ach, was solls. Vorbei ;)

 

Wir hatten dann auch nach eineinhalb Wochen schon Praktikum, ich war im Hospital del Sur. In diesen Praktikum sind wir in die verschiedensten Krankenhäuser eingeteilt worden, die eben nicht in den besten Vierteln der Stadt liegen… So unspektakulär wie der erste Tag war, so spektakulär war der zweite Tag. Ush!!! Hammer!! Wir waren in Corabastos, das ist der größte Markt in ganz Südamerika. Dort gibt es eben so Hallen, in denen die Leute Früchte, Fleisch, Fisch, Milchprodukte, also alles, was man sich so vorstellen kann verkaufen, Großhändler, Supermärkte aber auch normale Leute kaufen dort ein – außer man ist ein gringo, oder zumindest sowas ähnliches, zum Beispiel Europäerin ;) Dann sollte man besser da nicht alleine hingehen… Auch liegt Corabastos direkt neben einem Viertel, in dem täglich Leute erschossen werden. Ich denke mal, das sind halt eher so Bandenkriege oder so. Wir waren dort mit einer Ärztin unterwegs, die eben die Qualität des Essens überwacht hat, aber auch für medizinische Dienste zuständig ist. Die Leute hier müssen hier schon schwer arbeiten, damit verdienen die sich eben ihren Lebensunterhalt. Auch Kinderarbeit steht hier an der Tagesordnung, obwohl es verboten ist und die Kinder auch in die Schule müssen. Auch Prostitution und Vergewaltigung kommen nicht selten vor. Die Ärztin zum Beispiel kann nur mit mindestens 3 Securitymännern ihre Rundgänge machen. Die Leute sind dort einfach, nuja, es klingt hart, ist aber so, einfach sehr unintelligent und uneinsichtig. Wenn irgendwas falsch ist, sind sie sich dessen einfach nicht bewusst… Ja, schon krass.

 

In Corabastos waren wir jedenfalls zwei Tage, danach waren wir in einem anderen Abschnitt vom Hospital, in dem es hauptsächlich um Mutter und Kind Betreuung ging, also Ernährung, Vorsorgeuntersuchungen, etc. Alles rund um die Schwangerschaft, aber der Schwerpunkt lag eigentlich bei den Kindern, sind sie geimpft, richtig ernährt, entwickeln sie sich normal, werden die Kinder mißhandelt, etc. Ich war einen Tag mit den Ernährungsberatern unterwegs (ebenfalls in so Barrios, in denen man sich als weißer nicht so ohne weiteres aufhalten kann) und den anderen Tag dann mit den Krankenschwestern, die Verdachstfälle auf Röteln, Windpocken, Keuchhuste, etc. geprüft haben. Beides war sehr spannend, aber gleichzeitig eben auch sehr traurig… Fast alle Kinder waren falsch bzw. mangelernährt. Allerdings weiß ich nicht, ob das alles so schwarz-weiß ist. Die haben eben die Perzentilen gemessen (für die Nicht-Mediziner: Kopfumfang, Größe und Gewicht) und danach entschieden. Haben uns die Pädiater nicht immer eingebleut, dass es völlig normal sein kann, wenn sich ein Kind auf der unteren Perzentile entwickelt?? Noch dazu waren die perzentilenkurven für gringos, also amerikanern und europäer, und weil die Kolumbianer einfach mal im Schnitt kleiner sind, kann das durchaus normal sein. Noch dazu, wenn es nur ein Wert ist, der doch eigentlich sehr unaussagekräftig ist… hmm, naja, keine ahnung. Die Leute hier waren aber alle sehr freundlich, auch mir als Ausländerin gegenüber. Im Gegensatz zu Nelsy (einer Komilitonin von mir, die mich auch jeden Tag mitgenommen hat – ich hätte mich sonst jeden tag verlaufen, weil ich keinen peil gehabt hätte, wo ich hin musste…), die war bei den Krankenschwestern dabei, die zu den Familien gefahren sind, die ihre Kinder physisch und emotional mißhandlen… das soll ziemlich heftig gewesen sein… kann ich mir jedenfalls vorstellen…

Letzten Freitag hatten wir dann auch schon Prüfung, bzw. ich nicht, die anderen ;) ich hatte meinen blöden Aufsatz, ohne Hilfe von Oscar und Maggie (meiner Mitbewohnerin), ich es nicht geschafft hätte. Alles auf den letzten Drücker… und nochmal eine Exposicion musste ich auch vorbereiten… wie ich vorträge hasse..!! Mittlerweile bin ich ja geübt (haha..) und rede auch schon ohne Papierhilfestellung vorne vor der Klasse. Meine Grammatik stimmt wahrscheinlich nur in 25% der Fälle und mein Vokabular ist auch beschränkt, aber darauf kommt’s in dem Moment für mich gar nicht so an… ohje!! Meine Klasse ist ja auch so süß, die hilft mir bei jedem Wort, das ich  nicht weiß, so süüßßß!! :) die Leiterin, wo ich vorhin erwähnt hatte, mochte mich aber übrigens umso mehr, verglichen mit der anderen blöden Profe. Die fand das total toll, das ich mich da einfach nur davor hinstelle und rede. Hihi! :) Sie meinte, sie hat mal in Amsterdam studiert auf Englisch und sie weiß, wie schwierig das ist. Wie die allerdings die Uni bestanden hat, weiß ich auch noch nicht so ganz, zumindest war ihr Englischniveau auf 0.1%... sie wollte dann mit mir immer auf Englisch reden und ich hab ihr einfach stur auf spanisch geantwortet und gehofft, dass sie auch auf spanisch überschwenkt, weil ich sie – trotz meiner beschränkten Spanischkenntnisse- besser verstanden habe als auf Englisch… Es tut mir ja leid, aber so war es nun mal… Ich musste ihr dann auch versprechen, dass wir mal zusammen in die Stadt gehen. Ohje, eine Profe und ich, in der stadt. Olala, na, ich weiß ja nicht. Mal sehen ;) ich meinte, jetzt bin ich eh erst mal im Urlaub und ehrlich gesagt hoffe ich, dass sie es bis in drei wochen wieder vergessen hat… ;-)

 

Ja, das war so im Groben meine Uniwoche. In meiner Freizeit habe ich natürlich auch allerhand angestellt ;)

Zuallererst mal konnte ich vor zwei Wochen endlich mal in meine Wohnung einziehen… völlig überteuert, laut und kalt ist sie, mein Zimmerchen, aber nunja.

Um mein Zimmer etwas einzurichten und einzukaufen sind Theresia und ich in ein Viertel in der Stadt gegangen, in das man eigentlich nicht alleine als weißer gehen soll… Aber dort kaufen eben auch die Kolumbianer ein, und es gibt keine überteuerten Touripreise, sondern eben Normalpreise. Dort haben wir erst mal Großeinkauf gemacht. Sachen für die Küche, Klamotten, Souveniers und meine Bettwäsche haben wir dort gekauft. Wenn man viele sachen hat, sollte man sich auch schnellstmöglich vom Acker machen. Das ist wie bei Monopoly. Man steht kurz vor der Schloßallee, entweder man würfelt 2 und kommt auf die Schloßallee, wo natürlich ein Hotel gebaut ist, oder man würfelt eine andere Zahl, kommt auf die Gemeinschaftskarte, wo drauf steht „ab ins Gefängnis! Gehen sie nicht über Los und ziehen sie keine 4000 ein“ oder, wenn man’s nach Hause schafft, hat man die Zahl gewürfelt, auf der man direkt auf das Feld „Los“ kommt und damit das doppelte Gehalt bekommt… haha! Ohja, so kann man es gut vergleichen! :)

Wir sind sicher nach Hause gekommen, haben auch gleich noch Früchte gekauft., Ohje, diese Früchte heir, absolut der hammer sag ich euch… Meine Lieblingsfrucht sind zur Zeit die Granadillas :) Und als Saft vor allem Guanábana und Cucuta :) Oye, Leute, das ist vielleicht lecker!

 

Weggegangen bin ich hier natürlich auch schon. Unter „weggehen“ bezeichnet man hier übrigens nicht, sich in eine Bar zu setzen und Bier zu trinken, sondern Bier und tanzen, wobei Tanzen die größere Rolle spielt. Kein Wunder, erstens bei dem Bier (das schmeckt wie Wasser: Andi u Alex: aus dem Biertest wird hier nix, bääh! Ich bewerte hier alle grundsätzlich mit Note 6!!!) und zweitens kann man bei der Musik gar nicht ruhig sitzen bleiben! Hihi! Und als Frau muss man sowieso die ganze Zeit tanzen, ob man will, kann, oder nicht. Egal, getanzt wird! Pause?? Ahja, sowas solls geben, aber nicht während dem tanzen. Hier wird die ganze Nacht getanzt, bis um 3, bis die Lokale hier alle zumachen. (Die Isolierungen hier sind übrigens interessant: Eierschachteln, bzw. Eierlagen werden da an die Decke geklebt und angeblich soll das isolieren. Na, ich weiß noch nicht so recht…) Und hier ist es einfach ein Paradies für Frauen: Mädels, die Jungs können hier ALLE tanzen, bis auf ganz seltene Ausnahmen!! Und die können sie sogar so bewegen, ohne dass es doof aussieht und führen können sie auch noch. Hey Alex, nichts gegen dich, du toppst definitiv in den Standardtänzen :) Das richtet sich eher an die, die nicht tanzen können, also bist du natürlich ausgenommen ;) Nur Salsa könnten wir hier schon gut lernen. Also los, buch mal endlich deinen Flug und komm rüber :) Oh mein gott, ja, die Männer hier können definitiv tanzen, ohja!! Hier wird alles getanzt, aber hauptsächlich Tänze, die ich nicht kenne, also natürlich Salsa, ok, aber auch Vallenato, Reaggeaton, Merengue, Bachata, etc. Ush, unenedlich viele!! Aber das tolle ist, die Männer können führen, also ist tanzen hier überhaupt kein Problem, selbst wenn man die Tänze nicht kann, hihi! :) Letztes Wochenende war ich auch auf einem Salsafestival, dem „Salsa al Parque“ oh mein gott, war das geil!!! Das war einfach ein riesen Konzert, halt nur mit Salsamusik und alle Leute haben getanzt! War echt spektakulär! Wär würde denn in Deutschland bei einem Freilichtkonzert das Salsatanzen anfangen…??? Aber das ist hier normal, man fällt eher auf, wenn man nur im Takt etwas mitwippt! Hihi! Und eine Aufforderung zum tanzen hat man im nullkommanichts… Pause? Gibt’s hier ebenfalls nicht, ist also super anstrengend, aber einfach auch nur supercool, bacano, wie man hier zu sagen pflegt :)

 

Ein paar sights von Bogotá habe ich mir natürlich auch schon angeguckt. Der Parque de los novios, an dem Tag war gerade ein Streichelzoo und ein Paradies für Theresia und mich ;) Veranstaltungen des Festival de verano (Eiskunstlauf aber ohne Eis, sondern auf so Art Rollschuhen und eine „Ehrung an die kolumbianischen Künstler“. Das erste war cool, vor allem die Atmosphäre!! Beim zweiten, ohje, das ist ein anderes Thema. Wir dachten, das wäre so eine coole Ehrung, aber erst mal labern die ewig und dann kam Volksmusik auf Spanisch aus den 70ern oder so… Wir waren ziemlich schnell wieder weg. Das coole ist hier, diese Veranstaltungen sind alle kostenlos, echt krass!! Was kulturell anbetrifft hängen die sich schon ins Zeug… Auch die Feria de libre (ist wie bei uns die Frankfurter Buchmesse, auch ungefähr genauso groß…) war für uns Ausländer kostenlos und für erwachsene gerade mal 2 Euro. War jedenfalls auch sehr cool! Das Kloster Monserrate auf den Bergen von Bogotá (dort war gerade auch ein Gottesdienst, der definitiv anders war als in Deutschland!! Kein Wunder, dass die hier alle noch christlich sind, da würde mir in Kirche gehen auch Spaß machen..!!) und Zipaquira, eine verschlafene Kleinstadt mit einer Salzkathedrale. Diese Salzkathedrale ist übrigens nicht nur ein Gebäude, sondern quasi in den Berg gebaucht. Es gibt auch eine Salzmiene dort. War sehr cool! Wir waren insgesamt zu 5, vier Deutsche und eine kolumbianische Freundin von Theresia, die zusammen mit ihr PJ in der Klinik macht. Danach waren wir essen und haben typisch kolumbianisches Essen gegessen, das ist übrigens: Fleisch, richtig. Nein, falsch: Fleischberge ist wohl die richtige Antwort… Hihi! Das war so eine halbe Kuh, das wir da gegessen haben. War sogar ausnahmsweise richtig gut. Das „etwas andere“ kolumbianische „Buffet“, das es zum Beispiel auf Monserrate gab, finde ich, nun ja, ich stelle mal ein Bild rein, nur heute nicht mehr, bin zu müde. Jedenfalls könnt ihr euch dann mal ein Bild davon machen. Ich sag nur „Mahlzeit“ und passt auf, dass es euch nicht schlecht wird.

Was übrigens so richtig, richtig lecker ist, sind diese Platanos. Das sind so Art Kochbananen, von denen könnte ich mich, neben meinen Früchten, definitiv ernähren! Woow, wie lecker sag ich da nur!

 

So, jetzt bin ich aber super müde, mr fällt nichts mehr ein und außerdem ist es bei mir drei Uhr in der Nacht. Morgen muss ich wieder früh raus es geht schließlich in die Karibik, olala :) Nur kein Neid Leute, ich hab mir das verdient, von wegen „shine“ hier…

 

Naja, jedenfalls, ich wünsch euch was, das nächste Mal melde ich mich von der Karibikküste aus! :)  Und ich schreib dann auch mal mehr über die Uni, also so allgemein, das ist sehr cool hier, im Übrigen :)

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Montag, 16.08.2010 Mein zweiter erster Unitag ;-)

So, Update Numero 2, diesmal: meine Uniwoche bzw. jetzt erst mal der erste Tag, weiteres folgt evtl morgen, heute hab ich schon zwei Einträge geschrieben…

 Jaja, das ist so ein Thema für sich. Jeder, der hier gemeint hat, ich schieb hier eine ruhige Kugel und mir einen faulen Lenz, der hat sich aber mal deutlich geirrt… ich mich mit eingeschlossen…

 

Am Freitag zuvor hatten wir ja die Einführung. Soweit, so gut. Ich sollte mich ja um 8 Uhr bei der Gynprofe vorstellen, um irgendwas zu regeln. Fragt mich jetzt bloß nicht was. Keine Ahnung, was ich da sollte… Naja, ich, als pünktliche Deutsche war natürlich um 10 nach 8 Uhr vorm Büro gestanden und hab gewartet, gewartet, gewartet. Tja, nur kam keiner. Ich hab dann bis um halb 9 Uhr gewartet und da dann die Putzfrau irgendwas gelabert hat, von dem ich nur die Hälfte verstanden hab, bin ich dann einfach mal noch in den zweiten Stock, wo mir die Frau dann gesagt hat, naja, ist ja erst halb 9, ich solle noch ein bißchen warten. Tja, zu dumm, dass meine erste Stunde in „Administración en salud publica“ auch schon um 8 Uhr angefangen hatte, und das natürlich nicht in der Medizinfakultät, wo ich seit einer halben Stunde auf die Profe gewartet hab, sondern natürlich im Hospital universitario, ca. 20 min von dort (noch dazu wusste ich noch nicht mal so genau, wo denn das jetzt eigentlich war…

 

Tja. Ich bin dann einfach mal auf gut Glück zu einem der zig Ausgänge an der Uni und habe gehofft, dass es der richtige ist… gottseidank war ich dann auch richtig und nach zig mal fragen bin ich dann auch letzten Endes zum Hospital universitario gegangen. Also jeder, der jetzt denkt, das ist jetzt sowas wie die rechts der Isar oder Großhadern oder ähnliche Krankenhäuser, die hier bei uns so rumstehen – pustekuchen!! Soweit ich weiß, gibt`s in diesem Krankenhaus gar keine Patienten mehr, nur noch ein paar Seminare finden dort statt, Administración mit eingeschlossen. Das Haus ist einfach nur eine einzige Ruine, vielleicht finde ich ein Photo, dann stelle ich es hier rein ;) Angeblich wird es ausgebaut oder umgebaut oder abgerissen und neu gebaut. Ach, keine Ahnung, sowas ähnliches. Nachdem ich es auch durch den Security check geschafft hatte, hat mich dann ein so ein Typ oder Profe oder was auch immer, zu meiner clase gebracht. Die hatten natürlich schon angefangen, alle waren da, nur ich, natürlich aus Austauschstudentin und Deutsche, war zu spät… Die Professorin hat mich sofort wieder erkannt (sie war damals auch dabei, als ich das bei dem Oberprofe mit meinem Kurs geregelt hatte) und dann gemeint, ich solle ruhig reinkommen, in der zweiten Reihe wäre noch ein Platz frei… oh gott, war mir das peinlich. In einem Kurs von gerade mal 20 oder 25 Leuten fällt das natürlich gar nicht auf, wenn man zu spät ist… Die Profe hat eh nur was von dem Kurs erzählt, wie das abläuft, etc. Eigentlich war’s ganz gut, dass ich zu spät kam, denn da ich die eine Hälfte damals nicht verstanden und die andere Hälfte nicht mitbekommen hatte, weil ich ja zu spät war, wurde mir alles nochmal bis ins kleinste Detail erklärt :-) Schon sehr cool! :-) Allerdings musste ich mich dann natürlich gleich vor der ganzen Gruppe vorstellen (auf Spanisch…). Hier gibt’s nicht so viele deutsche Medizinstudenten, sprich gar keine, außer Stefanie, die ein Jahr vor mir da war, allerdings nicht in der Gruppe war, und jetzt ich… Aber ist eigentlich ganz gut. Dadurch, dass keine anderen Austauschstudenten da sind (so wie in spanischer Philologie und Sprachwissenschaften zum Beispiel…), und nur Kolumbianer da sind, die eigentlich kein Englisch können, muss ich einfach sehr viel Spanisch, bzw. nur Spanisch reden. Ist natürlich super anstrengend, aber dadurch lernt man es natürlich auch!!!

 

Oscar, einer meiner Komilitonen, war an dem Tag auch zu spät, und ich weiß nicht, ob es „Strafe“ war oder nicht, jedenfalls meinte die Profe nachher beim rausgehen zu Oscar, er sollte sich doch mal um mich kümmern und mir alles erklären. Vielleicht war der Witz dabei auch, dass er auch zu spät kam und auch keinen Peil hatte, wie das abläuft ;) War jedenfalls sehr witzig. Meinen Platz in der zweiten Reihe hab ich dann in der Pause „unbemerkt“ gegen einen in der letzten Reihe getauscht. Da fühl ich mich schon etwas wohler ;) Oscar war dann echt voll süß, hat mir alles erklärt und geholfen, in welches Krankenhaus für die „prácticos“ gehen soll, usw.

Falls ihr euch mit meinen Kursen noch nicht auskennt: also ich nehme jetzt für die ersten drei Wochen „Administración en salud publica“, dann hab ich ein Monat frei und Ende September geht’s weiter mit 2 Monaten Gynäkologie und Geburtshilfe. In administración haben wir zunächst 1 ½ Wochen Theorie, dann die gleiche Zeit noch Praktika in einem kleinen Krankenhaus. Dazu komme ich aber noch später. Gyn haben wir zwei Wochen Theorie, dann 6-8 Wochen (das wissen die alle selber nicht so genau…da sagt jeder was anderes…;) Praktika im Krankenhaus, auch mit turnos, etc. Turno heißt hier übrigens 30-36 Stunden Schichten… Am nächsten Tag heißt es hier ganz normal wieder arbeiten. Puh! Ich will noch gar nicht daran denken!!!

 

Naja, jedenfalls hatten wir nach der 10 Minuten Pause auch gleich nochmal die Profe, Prof. Valero. Das einzig coole war, dass sie uns alle eine riesige Thermoskanne Kaffee spendiert hat. :) ich kam gar nicht dazu zu fragen, ob ich auch was will, schon kam einer zu mir her und meinte „Hier, Kristina, für dich!“ Oooh, voll cool!!! In Deutschland würde das doch echt niemand machen!!! Kaffee hab ich ja schon mal erzählt, heißt hier Tinto, oder Tintico. Ja, genau.

 

Irgendwann waren die zwei Stunden Unterricht dann auch rum, und ich war ernsthaft noch nie so froh… Es war einfach super anstrengend den nur Spanisch zu hören und dann auch noch versuchen das Ganze zu verstehen!! Puh!! In dem Kurs geht es übrigens um das kolumbianische Gesundheitssystem und ihre Finanzierung, Umsetzung, Basis, etc… Dazu kommt noch, dass wir ständig juristische Texte lesen müssen, in denen eben das kolumbianische Gesundheitssystem verankert ist. Basieren tut es angeblich auf dem deutschen Gesundheitssystem von Bismarck. Aber wie gesagt, mit diesen ganzen wissenschaftlich-juristisch-kolumbianischen Gesetze und Resolutionen bin ich etwas überfordert und auch heute noch bin ich noch nicht ganz dahinter gestiegen… Dazu kommt außerdem noch, dass die Profes alle nur die Abkürzungen hernehmen. Die Valero hat wenigstens in der ersten Stunde noch ein paar Abkürzungen erklärt, aber die anderen halt schon nicht mehr… Tja, einfach ist was anderes. Vor der Pause gab’s natürlich gleich noch das erste Quiz, was ziemlich scheiße war, denn ich hab von der Stunde schließlich so gut wie nichts verstanden… Gottseidank saß ich ja nicht neben den totalen Strebern und die Profe ist aus dem Zimmer rausgegangen und hat uns das Ganze erst mal in Teamarbeit machen lassen :-) So kam es dann auch dazu, dass ich unerwarteterweise auch was auf meinem Blatt stehen hatte – hihi :-)

In der Pause sind wir dann gegenüber in so eine kleine kolumbianische Spelunke gegangen, wo kolumbianisches Essen verkauft wird. Das coole ist, dass hier die Polizei in der gleichen Straße ihre ganzen Verwaltungsgebäude hat (auch ein eigenes Militär-/Polizeihospital!) und ich glaube, wir waren einige der wenigen Zivilisten, die hier zu Mittag gegessen hatten…  hihihi!! War schon sehr witzig! Für mich gab’s natürlich echtes kolumbianisches Essen, sprich Lechuga, oder so. Nein, nicht Lechona, das ist was anderes. Ach, diese Namen hier, ich glaub, ich werd sie mir nie merken können… und natürlich Früchten und echtem Fruchtsaft, wie könnte es anders sein ;-) Danach sind wir noch in so ein Einkaufszentrum gefahren, wo ich gecheckt habe, dass das das gleiche Einkaufszentrum ist, in dem ich schon am Freitag mit Fernando war und „Jugo Guanábana“ getrunken habe. Diesmal wurde es aber ein Eis Guanábana :-) Sehr lecker, im Übrigen!!!! Noch schnell wurden Handynummern ausgetauscht (ich war mit Oscar, Karol (beste Freundin von Oscar) und José unterwegs – mit denen hab ich die letzten zwei Wochen auch sehr viel unternommen)

Wir sind dann natürlich zu spät zu unserer Nachmittagsstunde gekommen. Da ging’s dann über Finanzierung im kolumbianischen Gesundheitssystem… Damit das noch nicht alles war, hat es mich halt einfach kontinuierlich zwei Stunden gefroren… brr… Die lassen die Tür immer auf, das ist wie in den USA, und es zieht einfach fürchterlich. Isolierungen haben die hier halt auch einfach keine gscheiden… das ist echt immer das, was ich am meisten vermisse, wenn ich wegfahre: deutsche Häuser, bzw. Bauweise, und deutsche Waschmaschinen (die Waschmaschinen sind hier noch schlechter. Hier kann man nur kalt waschen, in Neuseeland ging’s wenigstens noch lauwarm… obwohl, ich glaube, das macht auch keinen Unterschied mehr…) naja, jedenfalls hab ich von der Stunde einfach mal gar nichts verstanden, und ich war beruhigt, als ich nach der Stunde die anderen Kolumbianer gefragt hatte, ob sie denn irgendwas verstanden hätten. Sie meinten, sogar für sie wäre es kompliziert, richtig durchgestiegen sind die auch nicht… Tja, so viel dazu…

Nachdem dann um 5 Uhr auch endlich mal Schluss war mit Uni, bin ich dann mit Oscar und José noch vor zur Uni. Oscars Bus geht quasi fast vor meiner Haustür, was furchtbar praktisch ist, denn ich muss nie alleine heimgehen :-)

Ich war nach dem Tag aber auch fürchterlich fertig, den ganzen Tag Spanisch zu hören, zu verstehen und dann auch noch juristisches und wirtschaftliches Spanisch verstehen zu wollen, ist nicht so einfach wie man denkt…

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